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Barde

Enzyklopädieartikel

Barde, keltischer Dichter, Komponist, Sänger und Harfenist, der selbst gedichtete Götter- und Heldengesänge vortrug. Im Gefolge der Fürsten sang er Ruhmlieder auf den Fürsten und Schmählieder auf dessen Feinde. Die Gedichte wurden von Barde zu Barde mündlich weitergegeben, wobei jeder den Text mit eigenen Ausschmückungen ergänzte. Die Barden genossen allgemein hohes Ansehen in der Bevölkerung. So bildeten sie in Wales bis ins 16. Jahrhundert hinein einen eigenen Stand, in Schottland fanden sich bis ins 18. Jahrhundert Barden als Diener von Fürsten und Adeligen. In Wales hatten die Barden eine besonders wichtige Funktion: Sie legten die Regeln für die Dicht- und Vortragskunst fest. Die Bardensänger und -dichter trafen sich jährlich beim Eisteddfod in Wales, wo seit dem 19. Jahrhundert wieder Dichter- und Sängerwettbewerbe, aber auch Chor- und Tanzdarbietungen veranstaltet werden. Die Form des Barden findet sich in vielen Kulturen, so u. a. in den armenischen Gusan, den jugoslawischen Guslaren und den griechischen Aöden, die zu Zeiten Homers auftraten.

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