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Windows Live® Suchergebnisse RindeEnzyklopädieartikel
Rinde, harte äußere Bedeckung der Triebe und Wurzeln, die keine Leitbündel (siehe Pflanze) enthält. Besonders auffällig ist die Rinde bei Bäumen und Sträuchern, sie lässt sich dort aufgrund ihrer Beschaffenheit gut vom Holz unterscheiden. Bei vielen Bäumen findet sich außerdem eine so genannte Borke. Diese bildet sich während des zunehmenden Dickenwachstums der Pflanzen, indem Teile der Rinde durch die Einlagerung von Korkzellen stark verdickt werden. Die Korkzellen bewirken einen wasserdichten Abschluss und sind häufig mit Gerbstoffen (siehe Tannine oder Gerbsäuren) imprägniert, die einen gewissen Schutz vor schädigenden Insekten und wohl auch Mikroorganismen wie Pilzen und Bakterien bewirken. Gewöhnlich ist die Borke aus mehreren Schichten aufgebaut, die sich vom Stamm allmählich ablösen, wenn er an Umfang zunimmt. Dabei ist die Form der Borke sehr charakteristisch für die verschiedenen Baumarten. So findet man z. B. eine so genannte Plattenborke, die aus mehreren, größeren Platten zusammengesetzt ist – etwa bei der Platane (siehe Platanengewächse) –, eine Schuppenborke mit schuppenartigem Aufbau – etwa bei Kiefern und Eichen – oder die Ringelborke, bei der sich die äußeren Schichten ring- oder streifenartig ablösen – bekannt z. B. bei der Birke (siehe Birkengewächse) oder beim Kirschbaum. Rinden und Borken vieler verschiedener Baumarten finden weltweit eine sehr vielfältige Verwendung. Unerlässlich sind sie für die Herstellung von Korkprodukten, da es für Kork bisher noch kein künstliches Material mit vergleichbaren Eigenschaften gibt. Rinden, die große Mengen an Tanninen oder Gerbsäuren enthalten, werden gewöhnlich zur Ledergerbung eingesetzt, obwohl auch andere Eigenschaften der Rinde bei der Lederherstellung eine Rolle spielen. Die Rinden bestimmter Eichen und einer Hemlocktannenart Tsuga canadensis waren früher die Hauptlieferanten für Gerbstoffe. In jüngerer Zeit wurden diese jedoch durch die Nutzung des Holzes oder der Früchte anderer Pflanzenarten sowie durch die Entwicklung synthetischer Gerbstoffe weitgehend ersetzt. Weiter werden verschiedene Rinden im Bootsbau, bei der Herstellung von Körben, Kleidung und Schuhen verwendet. So nutzen etwa die Indianer Nordamerikas Birkenrinde, um daraus Schuhe und Kanus herzustellen. In Lappland baut man ebenfalls Körbe und Schuhe aus Birkenrinde. Die Einwohner Guyanas verwenden für Kanus die Rinde eines tropischen Baumes (Copaifera pubiflora), die sie auch als Gewürz und Arzneimittel benützen, während sie für Schuhe die Rinde einer anderen Art (Hymenaea courbaril) vorziehen. Die Ureinwohner British Columbias stellen aus Kiefernrinde Mäntel, die Ainu aus Japan Bekleidung aus Ulmenrinde her. Auch in Afrika und Ozeanien werden die Rinden verschiedener Bäume für Kleidung genutzt. Die für die Erzeugung von Arzneimitteln und Gewürzen besonders wichtigen Rinden werden in eigenen Artikeln vorgestellt (siehe Faulbaumrinde; Chinarindenbaum; Zimtbaum; Zaubernussgewächse).
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