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Windows Live® Suchergebnisse FüchseEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Füchse, kleinere Arten aus der Raubtierfamilie der Hunde, die verschiedenen Gattungen angehören. Füchse haben relativ kurze Beine, eine lange, schmale Schnauze, aufrecht stehende dreieckige Ohren, ein dichtes Fell und einen langen, buschigen Schwanz. Sie sind in ganz Amerika, Eurasien und Afrika verbreitet und leben vor allem in Wäldern, im Buschland und in Wüstengebieten. Zur selben Gattung wie unser Rotfuchs gehören insgesamt zehn Arten. Die Mehrzahl davon ist in der Lage, sich an verschiedene Klimabedingungen und Lebensräume anzupassen. Die vorwiegend nachtaktiven Füchse ernähren sich weitestgehend von Echten Mäusen, Wühlmäusen, Kaninchen, Vogeleiern, Früchten, großen Insekten und Aas. Da ihre Beutetiere nur klein sind, jagen Füchse allein statt im Rudel. Im Allgemeinen ist ihr Revier, das sie gegen Artgenossen verteidigen, kleiner als acht Quadratkilometer. Sie sind flinke, wendige Läufer: Der Rotfuchs kann eine Geschwindigkeit von nahezu 50 Kilometern pro Stunde erreichen.
Der Rotfuchs ist die bei weitem häufigste Fuchsart. Seine Kopfrumpflänge beträgt 50 bis 90 Zentimeter, er wiegt drei bis zehn Kilogramm und ist an seinen schwarzen Ohren und einer weißen Schwanzspitze zu erkennen. Die Fellfarbe ist sehr variabel: Zumeist ist sie oberseits rostrot oder rotbraun und mit hellen Haarspitzen durchsetzt. Der Rotfuchs ist in ganz Eurasien, in Nordafrika und von Mexiko bis zur neuweltlichen Arktis verbreitet. In diesem sehr großen Gebiet haben sich verschiedene Variationen herausgebildet. Die Rotfüchse im Süden sind kleiner (siehe Bergmann’sche Regel) und besitzen ein heller gefärbtes Fell, während die im Norden größer sind und ein dichteres und dunkleres Fell haben. Farbvarianten werden u. a. als Brandfuchs (schwarze Schwanzspitze), Birkfuchs (relativ helles Fell mit weißer Schwanzspitze) und Kreuzfuchs (mit schwärzlichem Schulterkreuz) bezeichnet. Beim Silberfuchs mit seinem schwarzen, weiß gesprenkelten Fell handelt es sich um eine durch künstliche Auslese in Pelztierfarmen gewonnene Farbvariante des Rotfuchses, die auf der Weiterzüchtung von Schwärzlingen basiert. Die große Wachsamkeit des Rotfuchses, sein ausgeprägter Geruchssinn, sein hervorragendes Gehör und die scharfen Augen ermöglichen es ihm, auch in der Nähe menschlicher Siedlungen zu leben, ohne aufzufallen. Landwirtschaftliche Nutzflächen mit angrenzenden Wäldern bieten ihm gute Deckung und ausreichend Nagetiere, vor allem Feldmäuse. In Australien hat man Rotfüchse eingeführt, um der Kaninchenplage Herr zu werden – diese Kleinsäuger hatte man dort zuvor ebenfalls ausgesetzt (siehe Faunenverfälschung). Während der Paarungszeit im Hochwinter nehmen Rotfüchse ein Gebiet von etwa drei bis acht Quadratkilometern ein. Es folgt eine Tragzeit von 49 bis 56 Tagen, dann wirft die Fähe in ihrem unterirdischen Bau in der Regel vier bis sieben, ausnahmsweise bis zu zehn Junge. Jungfüchse sind bei ihrer Geburt blind und werden sieben bis neun Wochen lang gesäugt. Bis zum Herbst verlassen die Jungen das elterliche Territorium oder werden daraus vertrieben. Man nimmt an, dass Rotfüchse ihr Leben lang mit demselben Partner zusammenbleiben. Die maximale Lebenserwartung liegt bei ungefähr zwölf Jahren.
Die beiden Graufuchsarten sind mit Kopfrumpflängen von etwa 50 bis 70 Zentimetern und Gewichten von zwei bis sieben Kilogramm etwas kleiner als der Rotfuchs, ihr Fell weist derbe, melierte Haare auf. Das Verbreitungsgebiet des noch relativ häufigen Festland-Graufuchses reicht vom Süden Kanadas bis zum Norden Südamerikas. Er lebt vorrangig in Wäldern und trockenem Buschland und bezieht dort u. a. in Felsspalten und Baumhöhlen Quartier. Er ernährt sich von Kleinsäugern, Vögeln, Wirbellosen wie Insekten und pflanzlicher Nahrung. Das Weibchen bringt nach einer Tragzeit von etwa zwei Monaten in der Regel drei oder vier Junge zur Welt, die etwa sechs Wochen gesäugt werden. Der Insel-Graufuchs lebt auf Inseln vor Kalifornien. Graufüchse sind die einzigen Mitglieder der Hundefamilie, die auf Bäume klettern. Ihre Fressfeinde sind größere Raubtiere. In Gefangenschaft wurde ein Graufuchs 13 Jahre alt. Der Kitfuchs ist ein scheues, nachtaktives Tier, das in den Great Plains Südkanadas und im Norden der USA vorkommt. Dieser rötlich gelbe (die so gefärbte Unterart heißt Swiftfuchs) bis sandfarbene Fuchs ist mit einer Kopfrumpflänge von 40 bis 50 Zentimetern nur etwa zwei Drittel so groß wie der Rotfuchs. Der in seinem Bestand gefährdete Kitfuchs ernährt sich von Kleinsäugern, Insekten und Beeren. Er bewohnt in Prärien und Halbwüsten ausgedehnte Baue. Zu den Füchsen, die in ähnlich trockenen Regionen siedeln, zählt der Kapfuchs in Südafrika, der Sandfuchs in der Sahara und der Fennek – sie alle tragen ein sandfarbenes Fell; große Ohren erleichtern die Abstrahlung von Körperwärme (siehe Allen’sche Regel). Der Kapfuchs erreicht eine Kopfrumpflänge von 45 bis 61 Zentimetern. Er lebt in Savannen und Steppen und frisst u. a. Kleinsäuger, Insekten und Früchte. Der 40 bis 52 Zentimeter große Sandfuchs hat ein ähnliches Nahrungsspektrum, er besiedelt Steppen, Wüsten, Savannen und kleine Wälder. Der Polarfuchs oder Eisfuchs ist in der ganzen Arktis verbreitet und häufig auf Eisfeldern anzutreffen, die Hunderte von Kilometern vom Festland entfernt sind. Der Polarfuchs tritt in zwei Farbvarianten auf. Das Fell der als Weißfuchs bezeichneten Variante ist im Winter weiß, im Sommer braun mit heller Unterseite. Ein kleinerer Teil der Polarfüchse gehört einer blauen Farbvariante an: Blaufüchse besitzen ein blaues Fell, das sich von tiefem Blaugrau im Sommer zu blassem Bläulichgrau im Winter verfärbt. Weiß- und Blaufüchse können im selben Wurf vorkommen. Die weiße Variante ist zumeist im schneereichen Binnenland häufiger, die blaue in Küstenregionen. Da das blaue Fell als kommerziell wertvoller gilt, wurden insbesondere Blaufüchse durch Pelztierjäger dezimiert. Auch Polarfüchse werden nicht nur bejagt, sondern zudem – unter keineswegs artgemäßen Bedingungen – als Pelztiere gehalten. Die Ohren der Polarfüchse sind kurz, stark behaart und abgerundet und strahlen dadurch wenig Wärme ab. Diese Füchse haben eine Kopfrumpflänge von 50 bis 70 Zentimetern. Als Allesfresser ernähren sich Polarfüchse u. a. von Kleinsäugern wie Lemmingen, Eiern, Aas und Beeren. Wie alle hundeartigen Raubtiere halten Polarfüchse keine Winterruhe, sondern bleiben aktiv. In dieser Zeit fressen sie von gestrandeten Walen, Reste der Beute von Eisbären und möglicherweise junge Robben. Das Weibchen bringt nach einer Tragzeit von etwa 50 Tagen sechs bis zwölf, ausnahmsweise bis zu 20 Junge zur Welt, die sechs bis acht Wochen gesäugt werden. Polarfüchse können bis zu zehn Jahre alt werden.
Füchse gehören zur Familie Canidae. Der wissenschaftliche Name des Rotfuchses lautet Vulpes vulpes. Der Festland-Graufuchs heißt Urocyon cinereoargenteus, der Insel-Graufuchs Urocyon littoralis. Der Kitfuchs ist klassifiziert als Vulpes velox, der Kapfuchs als Vulpes chama. Der Sandfuchs heißt Vulpes rueppellii, der Fennek Fennecus zerda (gelegentlich auch als Vulpes zerda bezeichnet) und der Polarfuchs Alopex lagopus.
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