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Hamitosemitische Sprachen

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Die Sprachfamilien AfrikasDie Sprachfamilien Afrikas

Hamitosemitische Sprachen, auch afroasiatische Sprachen, wichtigste Sprachgruppe Nord-, Nordost- und Zentralafrikas und des Nahen Ostens.

Aufgrund der Verwandtschaft mit den semitischen Sprachen bürgerte sich der Begriff „hamitosemitisch” ein. Die hamitosemitischen Sprachen umfassen etwa 250 Einzelsprachen und werden von etwa 200 Millionen Menschen gesprochen. Aufgrund des geographischen Ursprungsgebiets wird heute häufig der Terminus „afroasiatische Sprachen” gebraucht. Man nimmt an, dass sich die hamitosemitischen Sprachen aus einer Grundsprache entwickelten, die um das 7. Jahrhundert v. Chr. bestand. Die ältesten Sprachen dieser Gruppe gehen bis ins 3. Jahrtausend v. Chr. zurück. Der traditionelle Name Hamitosemitisch ist etwas irreführend, da er die heute umstrittene Vorstellung widerspiegelt, dass sich die Sprachfamilie aus zwei Zweigen zusammensetze, dem hamitischen und dem semitischen. Tatsächlich ist die hamitosemitische Sprachfamilie in sechs unabhängige Stämme oder Sprachfamilien gegliedert: die semitische, berberische, ägyptische, kuschitische, omotische und tschadische. Die ersten fünf Familien weisen genügend Ähnlichkeiten in der Grammatik, der Wortbildung, im Lautsystem und im Wortschatz auf, um die Annahme zu rechtfertigen, dass sie sich aus einem gemeinsamen Vorgänger entwickelt haben. Die Verwandschaftsbeziehung der tschadischen Sprachen zur Sprachgruppe wird jedoch von einigen Forschern bestritten.

Zu den semitischen Sprachen gehören Arabisch, Hebräisch und Amharisch (die Staatssprache Äthiopiens) sowie alte Sprachen wie Assyrisch-Babylonisch oder Akkadisch, Aramäisch, Phönizisch und Moabitisch. Der ägyptische Stamm des Hamitosemitischen geht vom Altägyptischen aus und beinhaltet auch dessen letzte Sprachstufe, das Koptische, das bis ins 19. Jahrhundert als liturgische Sprache überlebte. Zur berberischen Familie der hamitosemitischen Sprachgruppe gehören Tuareg und andere Sprachen des nördlichen und nordwestlichen Afrika mit etwa zwölf Millionen Sprechern. Viele Sprecher des Berberischen sind zweisprachig, d. h. sie beherrschen zugleich das Arabische. Die berberischen Sprachen werden in arabischer Schrift geschrieben. Die kuschitischen Sprachen werden von über 20 Millionen Menschen in Nordostafrika, Äthiopien und Somalia gesprochen. Wichtigste Einzelsprachen sind Galla (Oromo), das in Kenia und im südlichen Äthiopien gesprochen und mit der äthiopischen Schrift geschrieben wird, und Somali, das mit dem lateinischen Alphabet geschrieben wird. Die tschadischen Sprachen werden von circa 30 Millionen Menschen in der Tschadsee-Region in Zentral- und Westafrika gesprochen. Die wichtigste der über 125 tschadischen Sprachen ist Haussa (ca. 25 Millionen Sprecher), die Landessprache im nördlichen Nigeria und in benachbarten Gebieten. Zudem dient Haussa mehreren Millionen Menschen als regionale Lingua franca. Ursprünglich wurde Haussa mit der arabischen Schrift geschrieben, im 20. Jahrhundert setzte sich jedoch auch das lateinische Alphabet durch. Siehe auch afrikanische Sprachen. Die 20 omotischen Sprachen wurden bis 1976 als Westkuschitisch den kuschitischen Sprachen zugerechnet. Sie werden von etwa zwei Millionen Menschen im Westen Äthiopiens und im Norden Kenias gesprochen.

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