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Windows Live® Suchergebnisse AntichristEnzyklopädieartikel
Antichrist, Gegner oder Widersacher Christi; auch falscher Christ. In der Bibel wird das Wort nur in den Johannesbriefen verwendet, doch die Vorstellung eines Gegners des Messias taucht schon im Alten Testament auf. Seine früheste Gestalt ist vermutlich die des Kriegerkönigs Gog im Buch Hesekiel. Der Begriff Antichrist wurde von den frühen Christen auf jeden Gegner oder Feind von Christus angewandt, ob es sich nun um eine Person, eine Macht oder um jemanden handelte, der zu Unrecht das Wesen und die Eigenschaften Christi zu besitzen behauptete. Jesus prophezeite, diese „falschen Messiasse” würden vor dem Kommen des Menschensohnes auftreten (Matthäus 24, 5). Auch Widerstand gegen die Lehren Christi seitens des Anti-Messias wurde prophezeit (1. Johannes 2, 18). Die Entwicklung dieser Vorstellung aktiver Feindschaft wird in den Briefen des Paulus deutlich, der sich hauptsächlich mit der Gegnerschaft der Juden auseinandersetzte (1. Thessalonicher 2, 15). Der „Mensch der Bosheit”, als den Paulus den Antichristen betrachtete, sei ein Jude, weil er den Jerusalemer Tempel als den Ort der Gottesanbetung betrachte (2. Thessalonicher 2, 3-4). In der Offenbarung des Johannes wird der Antichrist mit dem Heidentum gleichgesetzt. Im Lauf der Zeiten wurde der Antichrist mit den römischen Kaisern Nero, Diokletian, Julian und Caligula gleichgesetzt; mit dem Zauberer Simon Magus in Samaria (Apostelgeschichte 8, 9-24); und mit Mohammed, dem Begründer des Islam. In der Reformationszeit hielten die Protestanten ganz allgemein den Papst, die Katholiken wiederum Martin Luther für den Antichristen. Im Streit zwischen der römischen und der griechischen Kirche wurden die Päpste und byzantinischen Kaiser von ihren jeweiligen Gegnern als Antichristen bezeichnet.
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