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Friede von Brest-Litowsk

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Friede von Brest-LitowskFriede von Brest-Litowsk

Friede von Brest-Litowsk, im polnischen Brest-Litowsk (heute Brest, Weißrussland) am 3. März 1918, am Ende des 1. Weltkrieges, zwischen Sowjetrussland (UdSSR) und den Mittelmächten (Deutschland, Österreich-Ungarn, Türkei und Bulgarien) unterzeichneter Friedensvertrag. Nach dem Sturz der russischen Regierung unter Aleksandr Kerenskij am 6. und 7. November 1917 im Zuge der Oktoberrevolution rief die neue bolschewistische Regierung zu einem raschen Friedensschluss mit den Mittelmächten auf. Am 6. Dezember 1917 wurden die Kampfhandlungen an der russischen und der ukrainischen Front eingestellt, und am 15. Dezember wurde in Brest-Litowsk formell ein Waffenstillstand unterzeichnet. Die Friedensverhandlungen begannen am 22. Dezember; Anfang Januar 1918 gerieten sie auf Grund der harten Forderungen der Mittelmächte jedoch in eine Sackgasse. Der sowjetrussische Verhandlungsführer, der Volkskommissar für Äußeres Lew D. Trotzkij, verzögerte die Verhandlungen in der Hoffnung, dass die Revolution in Folge der Kriegsmüdigkeit der Bevölkerung auch auf Deutschland und Österreich übergreifen und dadurch auch die Revolution in Russland gestärkt würde, und brach die Verhandlungen schließlich ganz ab. Die Mittelmächte nahmen daraufhin die Kampfhandlungen wieder auf.

Wladimir I. Lenin, der sowohl sein in den Aprilthesen 1917 gegebenes Versprechen eines „Friedens um jeden Preis” wahr zu machen hatte, als auch dringend Bewegungsfreiheit für die Konsolidierung und den Aufbau des neuen, noch labilen bolschewistischen Staates benötigte, machte schließlich gegen massive innerparteiliche Widerstände, aber mit der Zustimmung der friedensbereiten Mehrheit der Bolschewiki, weit reichende Zugeständnisse und akzeptierte am 3. März 1918 den von den Mittelmächten vorgelegten Diktatfrieden: Russland verzichtete darin auf Finnland, Polen, Kurland, Litauen, die Ukraine und Bessarabien, die in der Folgezeit zum Teil von den Mittelmächten kontrolliert und wirtschaftlich ausgebeutet wurden. Außerdem trat Russland Ardahan, Kars und Batumi an die Türkei ab. In einem Zusatzvertrag vom 27. August 1918 anerkannte Sowjetrussland noch die Unabhängigkeit Georgiens, Estlands und Livlands sowie Reparationsverpflichtungen gegenüber Deutschland in Höhe von sechs Milliarden Goldmark. Der Waffenstillstandsvertrag von Compiègne zwischen Deutschland und den Alliierten vom 11. November 1918 hob den Frieden von Brest-Litowsk und den Zusatzvertrag wieder auf.

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