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Enten

Enzyklopädieartikel
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Weibchen der EiderenteWeibchen der Eiderente
Artikelgliederung
1

Einleitung

Enten, Unterfamilie der Entenvögel mit 115 Arten. Enten unterscheiden sich von Gänsen und Schwänen, die derselben Familie angehören, u. a. durch kürzere Hälse und Beine. Enten sind auf allen Kontinenten außer der Antarktis und auf vielen Inseln der Erde verbreitet. Die Beine der meisten Enten sitzen weit voneinander getrennt hinten am Körper: Dies lässt sie beim Gehen zwar unbeholfen erscheinen, macht sie aber zu guten Schwimmern. Ihr Gefieder, das ihnen Auftrieb verschafft und isolierend wirkt, halten Enten wasserabweisend, indem sie es häufig mit dem Sekret aus der am Schwanzansatz sitzenden Bürzeldrüse putzen; diese ist bei Entenvögeln besonders groß. Mit Ausnahme der Säger haben Enten spatelförmige Schnäbel mit Hornlamellen. Damit können sie pflanzliche und tierische Nahrungsteilchen aus dem Wasser seihen.

Manche auf Inseln lebenden Arten haben ihre Flugfähigkeit verloren, viele Festlandsarten auf der nördlichen Erdhalbkugel sind jedoch schnelle und ausdauernde Flieger. Bei den meisten Arten sind die Männchen (Erpel) bunter und auffallender gefärbt. Nur bei einigen wenigen Arten sind beide Geschlechter gleich bunt.

2

Balz und Fortpflanzung

Enten haben hoch entwickelte Balzrituale, die sich von Art zu Art unterscheiden. Die Paarbildung findet bei den meisten Enten der nördlichen Hemisphäre im Herbst statt. Deshalb tragen die Männchen – anders als die meisten Vögel mit jahreszeitlich wechselndem Gefieder – ihr Prachtkleid im Winterhalbjahr, und die Männchen mancher Arten nehmen im Sommer ein unauffälliges Schlichtkleid an. Da die Begattung in aller Regel im Wasser stattfindet, besitzen die Männchen der Entenvögel im Gegensatz zu den weitaus meisten anderen Vögeln einen erigierbaren Penis. Nach der Brutzeit werden alle Schwungfedern gleichzeitig gemausert, so dass Entenvögel vier bis sieben Wochen flugunfähig sind und in dieser Zeit eine versteckte Lebensweise führen. Die meisten Arten nisten auf dem Boden, manche jedoch auch in Erd- oder Baumhöhlen. Das Gelege enthält vier bis zwölf Eier. Sie sind in Daunen eingebettet, die sich das Weibchen von Brust und Bauch gezupft hat. Entenküken können als Nestflüchter schon kurz nach dem Schlüpfen schwimmen und selbst Nahrung suchen.

3

Vogelzug

Viele Entenarten sind Zugvögel. Die ziehenden Enten legen je nach Art verschieden weite Strecken zurück. Sie rasten in größeren Gruppen an geeigneten Gewässern. Die Plüschkopfente, eine arktische Art, überwintert im Meer vor Alaska. Unter den amerikanischen Entenarten zieht die Blauflügelente am weitesten: Sie brütet in großen Teilen Nordamerikas und überwintert in einem Gebiet vom Süden der Vereinigten Staaten bis nach Argentinien.

4

Lebensformen

Zu den Schwimmenten zählt die uns vertraute Stockente, die Stammform der meisten Hausenten. Arten dieser Gattung leben in erster Linie am Süßwasser, wo sie Pflanzen und kleine Tiere von der Oberfläche weiden – bei flachen Gewässern auch vom Boden, wenn sie ihn ohne Tauchen erreichen können. Tauchenten, zu denen die Reiherente gehört, brüten am Süßwasser und überwintern – oft in sehr großen Schwärmen – auf Binnenseen und an Küsten. Sie suchen tauchend nach Nahrung. Die oft eine Federhaube tragenden Säger sind auf Fischfang spezialisiert. Die Kanten ihrer Schnäbel haben einen scharfen, sägeartigen Rand, mit dem sie ihre schlüpfrige Beute festhalten können. Eiderenten sowie Meerenten, eine Artengruppe der Tauchenten, sind am besten an das Leben am und auf dem Meer angepasst.

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