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Windows Live® Suchergebnisse SamoaEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Samoa oder Westsamoa, amtlich Unabhängiger Staat Samoa, Staat im südlichen Pazifik. Samoa liegt im westlichen Teil des 480 Kilometer langen Samoa-Archipels. Die östlichen Inseln des Archipels bilden das US-Territorium Amerikanisch-Samoa. Die Landfläche von 2 831 Quadratkilometern verteilt sich auf zwei große Inseln (Savaii und Upolu) sowie sieben kleinere Inseln, von denen allerdings nur zwei (Apolima und Manono) bewohnt sind. Die Hauptstadt ist Apia auf der Insel Upolu.
Die Inseln sind Spitzen einer untermeerischen Vulkankette, die Küsten werden von Korallenriffen gesäumt. Der höchste Berg ist mit 1 858 Metern der Mauga Silisili auf Savaii. Die Vulkankette auf Upolu reicht bis in eine Höhe von etwa 1 000 Metern. Das Gebiet zwischen den Vulkanen und den schmalen Küstenebenen wird von Hügelland eingenommen. Die im Landesinneren entspringenden Flüsse strömen in zum Teil tief eingeschnittenen Schluchten dem Meer zu. In den steileren Abschnitten fließen sie als Wasserfälle talwärts. Östlich des Archipels wurde 1999 ein gewaltiger untermeerischer Vulkan entdeckt. Er erhebt sich bis etwa 4 300 Meter über den Meeresboden und reicht bis circa 600 Meter unter die Meeresoberfläche. Das Klima ist der Breitenlage entsprechend tropisch, die Jahresmitteltemperatur liegt bei 26 °C. Wärmster Monat ist der Dezember; im Juli, dem mildesten Monat, liegt die mittlere Temperatur um 23 °C. Samoa steht ganzjährig unter dem Einfluss des Südostpassates. Die stärksten Niederschläge fallen während der Hauptregenzeit zwischen November und April. Die Jahresniederschläge betragen in den meisten Gebieten des Inselstaates etwa 1 500 bis 2 000 Millimeter; an den windzugewandten Seiten der Gebirge werden bis zu 6 000 Millimeter erreicht, in Leelagen können 800 Millimeter unterschritten werden. Mitunter treten in dieser Region Wirbelstürme auf, die wiederholt schwere Schäden nach sich zogen. Die Regierung hat 1,1 Prozent (2007) des Landes unter Naturschutz gestellt. 60,2 Prozent (2005) der Gesamtfläche sind bewaldet. Im Landesinneren der Inseln ist tropischer Regenwald mit Muskatnuss- und Banyanbäumen verbreitet. In der Krautschicht gedeihen zahlreiche Farngewächse. Die Küsten der Inseln werden von Brotfruchtbäumen und Kokospalmen gesäumt. Insgesamt gedeihen auf Samoa über 500 Arten von Blütenpflanzen (mehr als ein Viertel davon sind Endemiten) und über 200 Arten von Farnpflanzen; Orchideen sind mit mehr als 100 Arten verbreitet. Aufgrund der weiten Entfernung zu größeren Landmassen leben auf den Inseln Samoas vorwiegend Tiere, die fliegend hierher gelangten. Zur Avifauna gehören 38 Arten landbewohnender Vögel, von denen die weitaus meisten endemisch sind. Früchte fressende Tauben sind die mit einem Hakenschnabel ausgestattete Zahntaube und die Pazifikfruchttaube, eine Papageienart ist der Blaukappenlori. Der Samoa-Flughund ist ein vom Aussterben bedrohtes, aber dennoch verfolgtes Säugetier. Zu den etwa neun landbewohnenden Reptilienarten gehören Geckos, Skinke und Südseeboas.
Die Einwohnerzahl von Samoa beträgt etwa 217 000; die Bevölkerungsdichte liegt bei 74 Einwohnern je Quadratkilometer. Die mittlere Lebenserwartung beträgt 71,6 Jahre (2008). Die natürliche Wachstumsrate der Bevölkerung liegt bei 1,32 Prozent im Jahr. Aufgrund anhaltender Auswanderung sinkt die Bevölkerung zusätzlich. Bevorzugte Ziele der Auswanderer sind die USA und Neuseeland. Die Hauptstadt Apia ist mit etwa 40 000 Einwohnern (2003) die größte Stadt des Inselstaates. Die Bevölkerung lebt fast ausschließlich entlang den schmalen Küstenstreifen der beiden Hauptinseln. Die Einwohner sind zum großen Teil Polynesier. Amtssprachen sind Samoanisch und Englisch. Die Gesellschaft Samoas ist auch heute noch streng hierarchisch organisiert und beruht auf verzweigten Familienverbänden. Etwa 93 Prozent der Bevölkerung Samoas bekennen sich zum Christentum; 71 Prozent sind Protestanten, 22 Prozent Katholiken. Der Nationalfeiertag am 1. Juni wird drei Tage lang begangen. Das Ausschwärmen der Palolo (Würmer), die in den Korallenriffen leben und die bei den Samoanern als Delikatessen gelten, wird jedes Jahr gegen Ende Oktober gefeiert. Der Weiße Sonntag (zweiter Sonntag im Oktober) ist ein wichtiger religiöser und gesellschaftlicher Festtag zu Ehren der Kinder.
Während der vergangenen Jahrzehnte wurde das sich am neuseeländischen Vorbild orientierende Bildungssystem systematisch gefördert. Dadurch konnte der Alphabetisierungsgrad auf 99,7 Prozent (2005) angehoben werden. Schulpflicht besteht für alle Kinder zwischen 5 und 14 Jahren. In Apia befinden sich u. a. die Universität von Samoa (gegründet 1988) und das Avele College (gegründet 1924). Vier Radio- und sechs Fernsehstationen strahlen ihre Programme aus. Auf Englisch und Samoanisch erscheinen mehrere Tages- und Wochenzeitungen.
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