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SamoaEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Samoa ist eine parlamentarische Demokratie. Die Verfassung trat mit Erlangung der Unabhängigkeit im Jahr 1962 in Kraft. Der erste Staatspräsident, der ab 1962 amtierende Malietoa Tanumafili II., hatte das Amt auf Lebenszeit inne; seit seinem Tod 2007 wählt das Parlament (Fono) für jeweils fünf Jahre ein Staatsoberhaupt. Das Parlament besteht aus 49 Mitgliedern, die für fünf Jahre gewählt werden. Bis 1991 hatten lediglich die Matai, die Oberhäupter der Aigas (Familienverbände) das aktive und das passive Wahlrecht; seit der Änderung des Wahlrechts 1991 haben alle Bürger über 21 Jahren das aktive Wahlrecht, das passive kommt weiterhin im Wesentlichen nur den Matai zu. Die Exekutivgewalt liegt beim vom Staatsoberhaupt ernannten Premierminister und den Ministern. Samoa wird verwaltungsmäßig in elf Distrikte gegliedert.
Das Rückgrat der Wirtschaft Samoas bilden die Landwirtschaft und der Fremdenverkehr. Zu den wichtigsten Anbauprodukten gehören Obst, Yams und Taro; diese Früchte werden vorwiegend zur Deckung des Eigenbedarfs kultiviert. Für den Export bestimmt sind die Produkte der Kokospalmen, die an den Küstenabschnitten in Plantagen angebaut werden. Neben Kopra und Kokosöl werden auch Bananen, Kaffee und Kakao ausgeführt. Zu den wichtigsten Importprodukten gehören mineralische Brennstoffe, Maschinen und Fahrzeuge. Wichtigste Handelspartner sind Australien und Neuseeland; aus diesen Ländern erhält der Inselstaat auch die umfangreichsten Finanzhilfen. Die Handelsbilanz von Samoa ist stark defizitär. Die Währungseinheit ist der Tala (Samoanischer Dollar), der 100 Sene entspricht. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 424 Millionen US-Dollar (2006; Dienstleistungen 60,5 Prozent, Industrie 27,4 Prozent, Landwirtschaft 12,2 Prozent), woraus sich ein BIP pro Kopf von 2 285,80 US-Dollar ergibt. Die Wachstumsrate liegt bei durchschnittlich 2,30 Prozent (2006), die Inflationsrate bei 5,20 Prozent (2006). Neben dem Ackerbau ist auch die Viehzucht von Bedeutung. Im produzierenden Gewerbe dominiert die Verarbeitung von Nahrungsmitteln und Holz. Kleinere Betriebe fertigen Leder- und Papierwaren. Um die Abhängigkeit von den hohen Fischimporten zu mildern, wurde in den vergangenen Jahrzehnten die Fischerei intensiviert. Das Straßennetz von Samoa hat eine Länge von 2 337 Kilometern (2001). Fähren verkehren zwischen den beiden größten Inseln sowie zwischen Upolu und Amerikanisch-Samoa. Der wichtigste Flugplatz ist Faleolo Aerodrome bei Apia. Große Anstrengungen werden unternommen, um den Tourismus weiter zu fördern. Vor allem die touristische Infrastruktur wird verstärkt ausgebaut.
Samoa wurde um etwa 1000 v. Chr. von Polynesiern besiedelt und 1722 von dem holländischen Seefahrer Jacob Roggeveen für die Alte Welt entdeckt. 1830 landeten englische Missionare auf den Inseln und bekehrten innerhalb eines Jahrzehnts alle Bewohner. Diese Missionstätigkeit war begleitet von einem intensiven Handel zwischen den Inselbewohnern und europäischen Kaufleuten. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Kokosplantagen angelegt; für die Feldarbeit wurden viele Arbeitskräfte von polynesischen und melanesischen Inseln sowie aus China ins Land geholt. 1889 einigten sich Deutschland, Großbritannien und die Vereinigten Staaten von Amerika auf eine gemeinsame Aufsicht über Samoa; 1899 verzichtete Großbritannien auf seine Rechte, und die Samoa-Inseln wurden geteilt: Westsamoa kam unter deutsche Verwaltung, Ostsamoa unter amerikanische. Im 1. Weltkrieg wurde Westsamoa von neuseeländischen Streitkräften besetzt; nach dem Krieg wurde es 1920 vom Völkerbund der Verwaltung Neuseelands unterstellt, und nach 1945 wurde es Treuhandgebiet der Vereinten Nationen. 1960 wurde eine Verfassung verabschiedet, im darauf folgenden Jahr stimmten die Samoaner in einer Volksabstimmung für ihre volle Unabhängigkeit, und am 1. Januar 1962 wurde Westsamoa als erster polynesischer Staat unabhängig. Gemeinsame Staatsoberhäupter auf Lebenszeit wurden laut Verfassung Tupua Tamasese Mea’ole und Malietoa Tanumafili II.; nach dem Tod Tamaseses 1963 war Malietoa Tanumafili II. alleiniges Staatsoberhaupt. 1976 trat Samoa den Vereinten Nationen (UN) bei. Seit den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts wird Samoa von der Human Rights Protection Party (HRPP) regiert, die auch seit der Änderung des Wahlrechts 1991 bei den Parlamentswahlen regelmäßig die absolute Mehrheit der Mandate errang, zuletzt im März 2006. Ministerpräsident war von 1982 bis 1985 und ab 1988 Tofilau Eti Alesana, bis er 1998 von Tuilaepa Sailele Malielegaoi abgelöst wurde. Am 11. Mai 2007 starb Staatsoberhaupt Malietoa Tanumafili II.; zu seinem Nachfolger wurde Tuiatua Tupua Tamasese Efi gewählt.
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