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Albrecht Dürer

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Albrecht Dürer: SelbstbildnisAlbrecht Dürer: Selbstbildnis
Artikelgliederung
1

Einleitung

Albrecht Dürer (1471-1528), deutscher Maler, Zeichner, Kupferstecher (siehe Druckgraphik) und Kunsttheoretiker, der zu den vielseitigsten Persönlichkeiten der Kunstgeschichte gehört. Sein von den Gedanken der Renaissance, des Humanismus und der Reformation geprägtes Werk wirkte besonders auf die deutschen und niederländischen Künstler der Folgezeit. Mit seinen 350 Holzschnitten sowie etwa 100 Kupferstichen und Radierungen erhob er die Druckgraphik zu einem eigenständigen Ausdrucksmittel und prägte deren formale Entwicklung entscheidend.

2

Die frühen Jahre (1486-1494)

Albrecht Dürer wurde am 21. Mai 1471 in Nürnberg geboren. Nachdem er bei seinem Vater, einem Goldschmied, in die Lehre gegangen war, arbeitete er zwischen 1486 und 1490 in der Werkstatt des Malers und Zeichners Michael Wolgemut. Vor allem dessen Holzschnittillustrationen für die Weltchronik Hartmann Schedels (1488 bis 1493) beeinflussten ihn nachhaltig in seiner künstlerischen Entwicklung. 1490 ging Dürer auf eine vierjährige Wanderschaft an den Oberrhein, die ihn nach Straßburg, Colmar und Basel führte. Sein Plan, den von ihm besonders bewunderten Maler und Kupferstecher Martin Schongauer in Colmar aufzusuchen, scheiterte, da dieser kurz zuvor gestorben war. In Basel wurde er vermutlich bereits mit Holzschnittillustrationen betraut, u. a. zu Sebastian Brants Narrenschiff (1494). Seine in dieser Zeit entstandenen Zeichnungen und Gemälde, die eine außerordentliche Leichtigkeit des Striches und große Detailgenauigkeit aufweisen, zeigen deutlich den Einfluss der altniederländischen Schule, namentlich von Robert Campin, Jan van Eyck oder Rogier van der Weyden. Dies wird vor allem in einer Reihe von frühen Selbstporträts deutlich, so in der Silberstiftzeichnung des Dreizehnjährigen (1484, Albertina, Wien), seinem nachdenklichen Porträt von 1491 (Sammlung der Universität Erlangen) oder dem selbstbewussten Bildnis von 1493 (Louvre, Paris).

3

Erste Italienreise und Folgezeit (1494-1505)

Nach seiner Heirat mit Agnes Frey (1494) brach Dürer zu seiner ersten Italienreise auf. In Venedig setzte er sich intensiv mit der Kunst des Quattrocento auseinander, welche er bereits zuvor durch die von ihm kopierten Kupferstiche Andrea Mantegnas kennen gelernt hatte. Aus dieser Zeit stammen einige herausragende Landschaftsaquarelle, so z. B. eine Ansicht der Burg von Trient (National Gallery, London). 1495 kehrte Dürer nach Nürnberg zurück, wo er bis 1505 blieb. Die während dieser Zeit entstandenen Werke wie die Holzschnittserie Apokalypse (1498), die Kupferstiche Der verlorene Sohn (1498), Das große Glück (um 1500) und Adam und Eva (1504) stellen einen ersten Höhepunkt in seinem Schaffen dar. Vor allem das letztgenannte Werk spiegelt seine intensive Auseinandersetzung mit den von den Renaissancekünstlern entwickelten Gesetzen der Perspektive und der Proportionslehre, die die Darstellung des idealen Menschen zum normativen Postulat erhebt. Sein christusähnliches Selbstporträt von 1500 (Alte Pinakothek, München) beleuchtet den selbstbewussten Anspruch des Künstlers, anders als im Mittelalter nicht mehr als reiner Handwerker, sondern als innovativer Schöpfer zu wirken. Weitere bedeutende Werke, die nach seiner ersten Italienreise entstanden, waren der Wittenberger Altar (um 1495, Gemäldegalerie, Dresden) und der Paumgartneraltar mit der Geburt Christi und den Stiftern als heiliger Georg und als heiliger Eustachius (um 1504, Alte Pinakothek, München).

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Zweite Italienreise und Folgezeit (1505-1520)

Zwischen 1505 und 1507 reiste Dürer zum zweiten Mal nach Italien, wo er u. a. mit Giovanni Bellini zusammentraf. In Venedig erhielt er von deutschen Kaufleuten den Auftrag für das Altarbild Rosenkranzfest (1506, heute Nationalgalerie, Prag), das sein Bemühen demonstriert, sich mit dem reichen Kolorit der Venezianer zu messen. Zurück in Nürnberg kaufte Dürer 1509 ein repräsentatives Haus am Tiergärtnertor und wurde in den Großen Rat der Stadt aufgenommen. In dieser Zeit schuf er den Altar für die Frankfurter Dominikanerkirche (1508-1509, 1729 verbrannt) sowie den Allerheiligenaltar (1508-1511, Kunsthistorisches Museum, Wien). Darüber hinaus entstanden die 37 Blätter der Kleinen Holzschnittpassion (1509-1511) und die Randzeichnungen zum Gebetbuch Kaiser Maximilians I., für den Dürer seit 1512 tätig war. Bei diesem Werk, das zu den größten Kostbarkeiten der deutschen Buchillustration zählt, arbeitete er mit den bedeutendsten Künstlern seiner Zeit zusammen, wie Lucas Cranach dem Älteren, Albrecht Altdorfer und Hans Baldung (1513-1515, Bayerische Staatsbibliothek, München). Einen weiteren Höhepunkt seiner formalen Meisterschaft markieren die Kupferstiche Ritter, Tod und Teufel (1513), Der heilige Hieronymus im Gehäus (1514) und Melencolia I (1514), mit denen es Dürer gelang, die Graphik erstmals als eigenständige Gattung neben der Malerei zu etablieren und sie von ihrer Funktion als Vorzeichnung für komplexere Gemälde zu befreien. 1514 schuf Dürer auch die ungeschönt realistische Kohlestudie seiner greisen Mutter.

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