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Haushund

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HaushundeHaushunde
Artikelgliederung
1

Einleitung

Haushund, vom Wolf abstammendes Raubtier, vermutlich das erste vom Menschen domestizierte Haustier.

Haushunde leben als Lebensgefährten und Arbeitstiere seit vorgeschichtlicher Zeit mit Menschen aller Regionen und Kulturen zusammen. Heute ist sicher, dass der direkte Vorfahr des Haushundes der Wolf ist, der ursprünglich überall in Europa, Asien und Nordamerika verbreitet war. Der Mensch hat im Lauf der Geschichte mehrmals Wölfe domestiziert, denn unsere Haushunde stammen von verschiedenen Erblinien ab (drei Viertel aller heutigen Rassen allerdings von derselben Linie). Aufgrund von Knochenfunden weiß man, dass es seit mindestens 14 000 Jahren domestizierte Wölfe gibt. In Deutschland leben etwa 5,3 Millionen und weltweit rund 400 Millionen Haushunde.

Die ersten Hunde, die sich vor Jahrtausenden dem Menschen anschlossen, halfen wahrscheinlich bei der Jagd und dienten als Schutz gegen Raubtiere. Asiaten, Ägypter, Assyrer, Griechen und Römer nutzten Hunde als Wachhunde, Gefährten, Jäger und bei kriegerischen Auseinandersetzungen. Archäologische Funde, wie Höhlen- und Wandmalereien, alte Kunstwerke und schriftliche Überlieferungen, bestätigen die Rolle des Hundes in frühen Kulturen aller Regionen.

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Rassen

Wie andere Mitglieder der Familie der Hunde zeigen Haushunde große genetische Variabilität. Das 2005 entschlüsselte Genom des Haushundes umfasst etwa 19 300 Gene und damit kaum weniger als das des Menschen. Aufgrund selektiver Züchtung durch den Menschen sind 300 bis 400 Rassen entstanden, die sich stark in Aussehen, Größe und Verhalten der Tiere unterscheiden. Der kleinste Schoßhund wiegt keine 700 Gramm, große Arbeitshunde erreichen 90 Kilogramm; die Schulterhöhe variiert zwischen 20 und 94 Zentimetern. Auch in der Wurfgröße gibt es Unterschiede. Die kleinsten Zwerghunde haben nicht mehr als zwei Welpen, die größeren Rassen können über zehn haben. Die Trächtigkeit dauert bei allen Rassen neun Wochen.

Hunderassen können nach Gruppen klassifiziert werden. Diese Klassifikationen und die von den Zuchtverbänden anerkannten Rassen sind in jedem Land anders. Die Standards der gewünschten Größe, Farbe und Statur für jede Rasse beschreiben den „idealen Hund” und werden als Richtlinie von Züchtern und Preisrichtern auf Hundeausstellungen benutzt, um die „Qualität” eines Hundes festzustellen. Verschiedene Rassen werden nach verschiedenen Regeln bewertet.

Nachdem in Deutschland bereits ein Verbot des Kupierens von Hundeohren bestand, wurde dieses Verbot mit dem seit 1998 gültigen Tierschutzgesetz auch auf das Kupieren der Rute ausgeweitet. Eine Ausnahme von dem Verbot betrifft Jagdhunde, die durch das Kupieren des Schwanzes vor Verletzungen geschützt werden sollen.

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Erwerb und Pflege

Vor dem Kauf eines Welpen ist zu berücksichtigen, dass man über ein Jahrzehnt für das Tier sorgen muss. Deshalb sollte man sorgsam abwägen, ob ein Hund der gewünschten Rasse hinsichtlich seines Temperaments, Bewegungsbedarfs und seiner Größe geeignet ist. Bevor man einen Hund beim Züchter oder durch einen Händler erwirbt, sollte man zunächst einen Besuch in einem Tierheim in Erwägung ziehen. Bei seriösen Hundezüchtern erworbene Welpen sind geimpft und verfügen über einen eingetragenen Stammbaum. In Deutschland existiert allerdings ein sehr lukrativer „grauer Markt” für Hundewelpen. So gelangen jährlich etwa 80 000 bis 100 000 Hunde aus Holland, Belgien, Polen, Tschechien, Ungarn unkontrolliert nach Deutschland. Diese Welpen sind oftmals verhaltensgestört und körperlich krank, weil sie unter tierquälerischen Bedingungen aufgezogen wurden; sie sind nicht selten mit gefälschten Impfpässen und Ahnentafeln ausgestattet.

Im Allgemeinen sollte man Welpen im Alter von sechs bis acht Wochen kaufen, nachdem sie entwöhnt wurden und so weit entwickelt sind, dass sie mit den Menschen eine Bindung knüpfen können. Grundvoraussetzungen dafür, dass ein Hund sich wohl fühlt, sind gesunde Ernährung, viel Bewegung und liebevoller Umgang mit dem Tier. Welpen ergreift man nicht am Nackenfell, sondern hebt sie hoch, indem man eine Hand unter die Vorderbeine hält und mit der anderen das Hinterteil stützt. Sie müssen bis zum Alter von vier Monaten mehrmals täglich gefüttert werden. Hunde sind mit etwa zwei Jahren ausgewachsen und werden normalerweise 12 oder 13 Jahre alt. Alle Familienmitglieder sollten den Hund abwechselnd füttern, ausführen und mit ihm spielen, damit er nicht zu starke Bindungen an eine einzelne Person entwickelt. Beim Abrichten eines Hundes ist entscheidend, dass das Tier belohnt und nicht bestraft wird. Handbücher liefern das richtige Grundprogramm mit schrittweisen Instruktionen. Zudem gibt es Schulungen für Hunde, die von den ortsansässigen Vereinen durchgeführt werden.

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Tierarztbesuche

Kurze Zeit nach dem Kauf sollte man zum Tierarzt gehen, um die Gesundheit des Hundes überprüfen und einen Plan für Impfungen gegen Viruserkrankungen, für die Hunde anfällig sind, erstellen zu lassen. Zu diesen Krankheiten zählen Staupe, Tollwut, infektiöse Hundehepatitis und eine hochansteckende Darmerkrankung, die das Parvovirus hervorruft. Auch gegen Leptospirose (eine bakterielle Infektion) sollte der Hund geimpft werden. Beim ersten Besuch untersucht der Tierarzt den Hund auch auf körperliche Schäden, welche die weitere Entwicklung beeinflussen könnten, und auf innere und äußere Parasiten (Würmer, Flöhe, Zecken oder Läuse). Jährliche Untersuchungen sind für Hunde genauso wichtig wie für Menschen.

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