Auswahl der Encarta-Redaktion
Gute Bücher zum Thema "Macao", ausgewählt von den Encarta-Redakteuren.
Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Macao

Windows Live® Suchergebnisse

Alle Suchergebnisse anzeigen:
Windows Live® Suchergebnisse

Macao

Enzyklopädieartikel
Multimedia
Macao: BildergalerieMacao: Bildergalerie
Artikelgliederung
1

Einleitung

Macao (portugiesisch Macau), Sonderverwaltungsregion der Volksrepublik China (Special Administrative Region of the People’s Republic of China, SAR (CN)) und ehemaliges Überseegebiet Portugals, an der Südostküste Chinas, westlich von Hongkong gelegen.

Das Gebiet besteht aus einer durch eine Nehrung mit dem Festland verbundenen Halbinsel und den vorgelagerten Inseln Coloane und Taipa, die sich an der Mündung des Yu Jiang in das Südchinesischen Meer befinden. Macao ist rund 21 Quadratkilometer groß, die Einwohnerzahl beträgt etwa 461 000 (2008).

2

Bevölkerung und Wirtschaft

Die Stadt Macao umfasst den größten Teil der Halbinsel. 80 Prozent der Gesamtbevölkerung leben dort. Mit Taipa ist die Halbinsel über eine 3,5 Kilometer lange Brücke, mit Coloane über eine 2,2 Kilometer lange Brücke verbunden. Als Reaktion auf die extreme Landknappheit und den daraus resultierenden Bevölkerungsdruck werden vor allem zwischen den beiden Inseln ständig neue Landgewinnungsprojekte in Angriff genommen.

Mehr als 95 Prozent der Einwohner des Verwaltungsgebiets sind Chinesen, zahlenmäßig stärkste Minderheiten sind Portugiesen und Inder. Die Wirtschaft Macaos wird vom Fremdenverkehr, Handel, der Industrie (vor allem Unterhaltungsbranche) und der Hochseefischerei bestimmt. Hauptanziehungspunkte für Touristen sind die Spielbanken. Macao erwirtschaftet rund die Hälfte seiner Einnahmen aus dem Glücksspiel. Wichtige Produktionsgüter sind u. a. Feuerwerkskörper, Fotoapparate, Schuhe, Textilien und Bekleidung, Leder- und Tabakwaren sowie Plastik- und Spielwaren. Östlich der Insel Taipa wurde 1995 ein internationaler Flughafen eröffnet, der sich auf künstlich aufgeschüttetem Land befindet.

Die Stadt Macao wird von kolonialzeitlicher Architektur geprägt. Vor allem um den dreieckigen, nach dem angrenzenden Senatsgebäude benannten Platz Largo do Senado stehen Bauwerke aus der portugiesischen Zeit. Weitere gut erhaltene Gebäude jener Zeit sind z. B. die Kathedrale, die Kirche Santa Casa da Misericórdia und der Palácio do Governo (Regierungspalast). Die UNESCO erklärte das historische Zentrum der Stadt 2005 zum Weltkulturerbe.

3

Verwaltung

Obwohl Macao Teil der Volksrepublik China ist, verfügt es als Sonderverwaltungsregion über sehr weit reichende Autonomie; die Verfassung respektiert nach der Devise „Ein Land – zwei Systeme” die aus der mehr als 400-jährigen Kolonialzeit überkommenen wirtschaftlichen, sozialen und politischen Traditionen. Macao ist weiterhin eigenständiges Mitglied einer ganzen Reihe internationaler Organisationen und verfügt über stabile wirtschaftliche Außenbeziehungen, wenngleich die Außenpolitik – wie auch die Verteidigungspolitik – alleine der chinesischen Zentralregierung obliegt.

Staatsoberhaupt ist der chinesische Staatspräsident. An der Spitze der Exekutive steht der Chief Executive (Regierungschef), der von einem 300-köpfigen Wahlausschuss (seit 2004; davor hatte der Ausschuss 200 Mitglieder) für jeweils fünf Jahre gewählt wird. Der Wahlausschuss setzt sich u. a. aus Vertretern aus Wirtschaft, Kultur und Arbeitnehmerschaft sowie Repräsentanten Macaos im Nationalen Volkskongress zusammen. Dem Chief Executive zur Seite steht ein Executive Council (Exekutivrat), bestehend aus fünf Ministern, zwei Mitgliedern der Legislative Assembly sowie drei Bürgern Macaos. Die Legislative Assembly (Legislativversammlung), das Parlament Macaos, setzt sich aus 23 Mitgliedern (seit 2005; davor 27) zusammen, von denen sieben vom Chief Executive ernannt und je acht in Wahlkreisen und berufsständischen Vereinigungen gewählt werden. Die Kompetenzen des Parlaments sind beschränkt.

4

Geschichte

1513 wurde Macao erstmals von portugiesischen Seefahrern besucht, 1557 gründeten die Portugiesen hier eine Handelsniederlassung. Bis Ende des 17. Jahrhunderts war Macao einziger chinesischer Außenhandelsposten. Durch die Gründung der britischen Kronkolonie Hongkong und die Öffnung weiterer Häfen (Vertragshäfen) für den Außenhandel durch den Vertrag von Nanking 1842 verlor Macao an Bedeutung und Wirtschaftsmacht; der Hafen begann zu verschlammen. 1844 erhielt Macao, das bis dahin von Goa aus verwaltet wurde, administrative Eigenständigkeit, und 1849 besetzte Portugal die vorgelagerten Inseln Coloane und Taipa. 1887 erreichte Portugal die Abtretung des Gebiets von China „auf ewig”.

Nach 1949 stieg die Bevölkerungszahl wegen des Zustroms von Flüchtlingen aus dem kommunistischen China. 1951 erklärte Portugal Macao zur Überseeprovinz, und 1976 erhielt Macao volle innere Autonomie. 1986 nahmen Portugal und China, das Macao nach wie vor als chinesisches Territorium betrachtete, Verhandlungen über den künftigen Status Macaos auf. Die Verhandlungen mündeten am 13. April 1987 in der Unterzeichnung der Gemeinsamen Chinesisch-Portugiesischen Erklärung über die Zukunft Macaus, der zufolge die Provinz am 20. Dezember 1999, null Uhr, an China zurückgegeben und dann 50 Jahre lang als chinesische Sonderverwaltungsregion geführt werden sollte. Im März 1993 verabschiedete der Nationale Volkskongress das Grundgesetzt für Macao, im Mai 1999 wurde der Bankier Edmund Ho zum Chief Executive (Regierungschef) gewählt, und am 20. Dezember 1999 gab Portugal Macao wie vereinbart als Sonderverwaltungsregion an China zurück. Im Dezember 2004 wurde Ho für weitere fünf Jahre im Amt bestätigt.

In diesem Artikel suchen
Druckerfreundliche Version der Seite
Versenden




© 2008 Microsoft