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Windows Live® Suchergebnisse KrankheitEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Krankheit, Zustand, in dem die normalen Vorgänge des menschlichen Organismus beeinträchtigt sind. Alle Krankheiten gehen mit einem Zusammenbruch der natürlichen Abwehrsysteme oder der Regelungsmechanismen des Körpers einher. Fast immer offenbart sich eine Krankheit durch eine Beeinträchtigung bestimmter physiologischer oder geistiger Prozesse.
Die eindeutige Diagnose einer Krankheit hängt von einer klaren Beschreibung der Symptome ab. Symptome sind Erscheinungen, durch die sich veränderte Lebensprozesse zeigen. Sie reichen von subjektiven Schmerzempfindungen, etwa Kopf- oder Rückenschmerzen, bis zu sichtbaren körperlichen Anzeichen wie Schwellungen oder Ausschlag. Häufige Symptome einer Erkrankung sind Anstieg der Körpertemperatur (Fieber), Müdigkeit, Gewichtsverlust oder -zunahme und Organ- oder Muskelschmerzen bzw. -schmerzempfindlichkeit. Bei genauer Untersuchung werden oft weitere Symptome festgestellt, beispielsweise ansteckende Organismen (erkennbar an ihrem Wachstum in speziellen Nährlösungen), gebrochene Knochen (in Röntgenaufnahmen sichtbar), Änderungen in der Zusammensetzung der Blutzellen oder krebsartiges Zellwachstum (unter dem Mikroskop in operativ entferntem Gewebe feststellbar). Zunehmend werden bei Routineuntersuchungen gesunder Menschen Labortests durchgeführt. Dies ermöglicht Medizinern, Krankheiten festzustellen, ohne dass der Patient bisher überhaupt Symptome bemerkt hätte. So kann z. B. hoher Blutdruck schon in einem sehr frühen Stadium erkannt werden, bevor er Herz und Blutgefäße des Patienten schädigt. Eine andere Erkrankung, der Mitralsegelprolaps, wobei eine der Herzklappen nicht normal arbeitet, tritt bei rund zehn Prozent aller untersuchten Patienten auf, verursacht oftmals aber keine Symptome. Die meisten Menschen mit diesem Leiden sind scheinbar gesund, einige jedoch leben mit einem erhöhten Risiko einer Autoimmunkrankheit. Im Zuge der Entwicklung und des Einsatzes genauerer Tests muss der Begriff Krankheit vorsichtig verwendet werden.
Krankheiten können u. a. nach folgenden Kriterien klassifiziert werden: Ort des Auftretens (Knochen, Herz, Leber), Geschichte (akut oder chronisch) oder Verlauf (fortschreitend oder in Schüben). Die zwei am besten geeigneten Kriterien sind einerseits die Ursache und andererseits die Frage, welcher biologische Prozess gestört ist.
Dieser Ansatz wurde aufgrund der Untersuchungen von Infektionskrankheiten entwickelt, die zu den ersten erforschten Krankheiten gehörten. Beispiele für Infektionskrankheiten sind: Lungenentzündung, Cholera, Gonorrhö (durch Bakterien verursacht), Pocken, Masern und Hepatitis (verursacht durch Viren). Doch selbst wenn der verursachende Organismus identifiziert werden kann, ist die Infektion nicht der einzige wichtige Faktor des Krankheitsprozesses. Beispielsweise mögen viele Menschen dem Grippevirus ausgesetzt sein, dennoch bleiben einige gesund, während andere daran erkranken und schwache oder ältere Menschen sogar daran sterben. Die Stärke des Immunsystems und der allgemeine gesundheitliche Zustand des Betreffenden beeinflussen den Verlauf der Krankheit. Es gibt auch nichtansteckende Krankheitsursachen. Viele davon sind beruflich bedingt. Aufgrund der lang anhaltenden Belastung mit Kohlenstaub sind z. B. Bergarbeiter anfällig für eine Erkrankung der Atemwege, die so genannte Staublunge. Baumwollpflücker sind durch ihre ständige Arbeit im Baumwollstaub hoch belastet und dadurch ebenfalls anfällig für eine Lungenkrankheit. Auch bei diesen Erkrankungen jedoch ist Belastung durch Kohlen- bzw. Baumwollstaub nicht die einzige Krankheitsursache. In beiden Fällen ist bei Arbeitern, die Zigaretten rauchen, das Risiko des Auftretens von Störungen der Atmungsfunktion höher. Das gleiche gilt für eine Lungenkrankheit, die durch Asbestbelastung verursacht wird (Asbestose). Jüngere Beobachtungen haben gezeigt, dass berufsbedingte Exposition feiner Puder und einiger organischer Chemikalien Allergien hervorruft. Wissenschaftler, die sich mit Berufs- und Umweltkrankheiten befassen, untersuchen, warum manche Arbeiter, die diesen Chemikalien ausgesetzt sind, unter Atemnot und heftigen Niesanfällen leiden, während andere, die sich im gleichen Arbeitsbereich aufhalten, keine Beschwerden haben. Eine neue Form der Krankheit, der so genannte „ungesunde Lebensstil”, wurde in den siebziger Jahren in das medizinische Vokabular aufgenommen. Zigarettenrauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, zu viel Essen, zu wenig sportliche Betätigung und ständiger Stress werden heute als Verhaltensweisen betrachtet, die einen Menschen für Krankheiten anfällig machen. Diese Gewohnheiten sind keine Krankheitsursachen im traditionellen Sinne. Die Beziehung zwischen fettreicher Ernährung und einem Herzinfarkt ist z. B. noch komplizierter, als der Vorgang, durch den eine Infektion Symptome auslöst.
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