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Ostsee

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5

Gezeiten

Die Gezeiten sind in der Ostsee sehr gering, die Springtidenhübe erreichen nur im Kattegat Werte von mehr als 0,4 Metern. Der Wasserstand wird vornehmlich durch winderzeugte Schwankungen dominiert. Die Strömungen in den oberen, salzarmen Schichten fließen stets von der Ost- in die Nordsee, während die salzhaltigeren Tiefenströmungen in entgegengesetzter Richtung verlaufen.

Die häufig auftretenden Stürme fügen den Schiffen oft großen Schaden zu. Ostwinde sind besonders gefährlich, da sie riesige Flutwellen mit sich bringen. Wegen dicker Eisschichten kann die Ostsee in den nördlichen Gebieten während der Wintermonate und auch bis in das späte Frühjahr hinein von Schiffen nicht befahren werden.

6

Wirtschaft

Die wirtschaftliche Bedeutung der Ostsee für Nordeuropa ist groß. Der Fischfang spielt eine bedeutende Rolle; den größten Anteil an den Fangerträgen stellen Sprotten, Dorsche und Heringe. Daneben werden auch andere Fische wie Aale, Lachse und Flundern gefangen. Die wichtigsten Häfen an der Ostsee sind Kopenhagen in Dänemark, Kiel und Lübeck in Deutschland, Stettin, Danzig und Gdingen in Polen, Kaliningrad (Königsberg) und Sankt Petersburg in Russland, Riga in Lettland, Tallinn (Reval) in Estland, Helsinki und Turku in Finnland sowie Stockholm, Karlskrona und Malmö in Schweden. Die Ostsee ist durch den Nord-Ostsee-Kanal mit der Nordsee verbunden, durch den Weißmeer-Ostsee-Kanal mit dem Weißen Meer und durch den Wolga-Ostsee-Kanal mit der Wolga. Mit dem Kaspischen Meer und dem Schwarzen Meer ist die Ostsee durch den Wolga-Ostsee-Kanal und den Wolga-Don-Kanal verbunden.

Die Förderung von Erdöl und Erdgas in der Ostsee ist im Vergleich zur Nordsee von nur geringer Bedeutung. Im August 2002 gelang weltweit erstmals die Demontage einer ausgedienten Ölbohrinsel direkt am Standort. Die rund 30 Seemeilen nordöstlich von Kiel gelegene Bohrinsel Schwedeneck war nach 16 Jahre dauerndem Einsatz im Jahr 2000 außer Betrieb genommen worden.

7

Umwelt

Durch den starken Eintrag von zum Teil stark mit Schadstoffen angereichertem Flusswasser und den geringen Wasseraustausch mit der Nordsee ist die Umweltbelastung der Ostsee während der letzten Jahrzehnte stark angestiegen. Seit den siebziger Jahren erfolgt eine gezielte Analyse der Wasserqualität. Internationale Expertengruppen legten wiederholt Grenzwerte für die Einleitung von belastetem Wasser fest, um die Wasserverschmutzung der Ostsee zu lindern. Die Maßnahmen zeigten zwar Wirkung, werden aber von Umweltschützern als nicht ausreichend bewertet. Als Folge der zum Teil dramatischen Umweltbelastung ging auch die Zahl der in der Ostsee lebenden Schweinswale erheblich zurück. Untersuchungen an toten Tieren ergaben eine etwa zehnfach höhere Belastung mit Schadstoffen gegenüber im nördlichen Atlantik lebenden Walen.

Am 29. März 2001 ereignete sich etwa 13 Seemeilen nördlich der Halbinsel Darß (Mecklenburg-Vorpommern) eine der größten Umweltkatastrophen in der Ostsee. Beim Zusammenstoß eines Tankers mit einem Frachter gelangten mehrere Tausend Tonnen Öl in das Binnenmeer, wodurch küstennahe Ökosyteme nachhaltig geschädigt wurden. Zur Erhöhung der Schiffssicherheit wurde die Ostsee von der International Maritime Organization (IMO) im Jahr 2004 als „besonders empfindliches Meeresgebiet” ausgewiesen. Dieser Status verpflichtet die Anrainerstaaten zur Ergreifung einer Reihe von Maßnahmen, zu denen z. B. auch die Einführung einer Lotsenpflicht gehört.

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