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Windows Live® Suchergebnisse Zoologischer GartenEnzyklopädieartikel
Zoologischer Garten (Zoo, Tierpark), öffentliche oder private Einrichtung zur Haltung lebender Tiere. Moderne Zoos verfügen über veterinärmedizinische Betreuung und dienen oftmals wissenschaftlichen Zwecken. Zum Teil sind in freier Wildbahn ausgestorbene Tierarten nur noch hier vorhanden. Heute bieten zoologische Gärten in vielen Fällen Umgebungen, die den natürlichen Lebensbedingungen der Tiere nahe kommen. Der erste zoologische Tierpark entstand etwa 2000 v. Chr. am Hof eines chinesischen Kaisers. Der erste zoologische Garten Europas war die 1752 in Wien eingerichtete kaiserliche Menagerie Franz’ I., welche 1765 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. 1793 entstand ein mit dem Jardin des Plantes (einem botanischen Garten) verbundener Zoo in Paris, 1828 dann ein weiterer in London. Ähnliche Anlagen in Antwerpen (1843), Berlin (1844; siehe auch Tierpark Berlin-Friedrichsfelde), Frankfurt am Main (1858) und Dresden (1861) folgten. Der älteste Zoo in den USA wurde 1858 in Philadelphia eröffnet. Weitere große Zooanlagen befinden sich in Bombay, Kalkutta, Kairo, Tokyo und München (Tierpark Hellabrunn). Der Tierhändler und Zirkusdirektor Carl Hagenbeck (1844-1913) wandelte den von seinem Vater 1848 in Hamburg-Stellingen gegründeten Zoologischen Garten in den ersten Tierpark moderner Prägung um, der 1907 eröffnet wurde. Hagenbeck ersetzte Stahlgitter teilweise durch Trocken- oder Wassergräben, um dem Publikum einen ungehinderten Blick auf die Tiere zu gewähren. Des Weiteren wurden verstärkt Freiluftgehege eingerichtet. Auch die artgerechte Haltung in einer der natürlichen Umgebung angepassten Zooarchitektur (Felsen, Steppenlandschaften, Tropenhäuser) geht auf Hagenbeck zurück. Sonderformen des zoologischen Gartens sind Wild- und Vogelparks, Themen-, Alpen- und Heimatzoos. In manchen zoologischen Gärten wurden spezielle Streichelzoos für Kinder eingerichtet. Der Leipziger Zoo eröffnete 2001 das mit 30 000 Quadratmetern weltweit größte, in Zusammenarbeit mit der Max-Planck-Gesellschaft konzipierte Affenhaus, in dem alle vier Menschenaffenarten gehalten werden. Zootierhaltung bietet jedoch immer wieder Anlass zur Kritik. So berichteten Biologen der Universität Oxford 2002, eine Auswertung von Daten, die europäische Zoos über Indische Elefanten gesammelt hätten, habe gezeigt, dass Zooelefanten durchschnittlich nur etwa 15 Jahre alt wurden, obwohl Elefanten eine maximale Lebenserwartung von ungefähr 70 Jahren haben. Zudem wurde 2003 bekannt, dass in deutschen Zoos geborene Elefanten aufgrund eines von Tierschützern als rückständig kritisierten Säugetiergutachtens im Gegensatz zu ihren importierten Artgenossen angekettet werden dürfen und ihnen im Vergleich zu anderen Zooelefanten nur ein Viertel der Fläche zusteht. Im selben Jahr berichteten die oben zitierten Oxforder Biologen in Nature, Raubtiere solcher Arten, die im Freiland große Areale zur Verfügung hätten und die dort weite Laufstrecken zurücklegten, könnten sich nur schlecht an Zoobedingungen anpassen. Beispielsweise seien die kleinsten Territorien von Eisbären im Freiland eine Million Mal größer als Eisbärengehege im Zoo. Enge Gehege führten zu ruhelosem Hin- und Herlaufen, zur Anfälligkeit für Krankheiten und zur Vernachlässigung des Nachwuchses durch die Mutter. Die Europäische Kommission kritisierte 2002, Deutschland und neun weitere Mitgliedsländer der Europäischen Union (EU) hätten es bislang versäumt, die so genannte Zoorichtlinie der EU zur artgemäßen Tierhaltung und zum Erhalt der biologischen Vielfalt in nationales Recht umzusetzen.
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