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Umwelt

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Luftverschmutzung durch IndustrieabgaseLuftverschmutzung durch Industrieabgase
Artikelgliederung
3.2

Wasserverschmutzung

Wasserverschmutzung verschlechtert die Qualität des Wassers und kann es für menschliche Zwecke unbrauchbar machen. Hauptschadstoffe im Wasser sind organische und anorganische Chemikalien (einschließlich Pestizide), Abwässer, infektiöse Erreger, pflanzliche Nährstoffe, Erdöl und radioaktive Substanzen. Die Hauptverursacher der Wasserverschmutzung sind Privathaushalte, Gewerbebetriebe, Industrie und Landwirtschaft.

Durch verschmutztes Wasser kann die menschliche Gesundheit beeinträchtigt werden: Nitrate (die Salze der Salpetersäure) im Trinkwasser können bei Kindern tödliche Krankheiten auslösen; Cadmium, das aus Düngemitteln von Klärschlämmen stammt, kann, in größeren Mengen aufgenommen, zu akuter Diarrhöe und zur Schädigung von Leber und Nieren führen.

Stehende Gewässer sind für Verschmutzungen anfälliger als Fließgewässer. Beispielsweise werden Nitrate und Phosphate von bewirtschafteten Feldern abgespült und mit häuslichen und gewerblichen Abwässern eingeleitet. Durch zu großen Nährstoffeintrag eutrophieren Seen und produzieren übermäßige Mengen an organischer Substanz (Plankton und Wasserpflanzen). Die Eutrophierung bewirkt u. a. die Erschöpfung des Sauerstoffs in den tieferen Wasser- und Bodenschichten des Sees sowie weitere chemische Veränderungen wie das Ausfällen von Calciumcarbonat in hartem Wasser.

Durch Flüsse gelangen die meisten Schadstoffe ins Meer. Manche eingebrachte Stoffe wie Schwermetalle und Pestizide können sich in der Nahrungskette anreichern und werden von Meereslebewesen und damit indirekt auch vom Menschen aufgenommen. Hauptgrund für die Verschmutzung des Meeres sind Tankerunfälle, bei denen große Mengen von Erdöl auslaufen.

Ein weiteres Problem ist die Grund- und Trinkwasserverschmutzung: In vielen Teilen der Erde sickern Giftstoffe aus Benzintanks, Mülldeponien und Industrieabfällen in den Boden und damit ins Grundwasser. Weltweit hat über eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Schätzungen zufolge haben mehr als drei Viertel der städtischen Bevölkerung auf der Welt keine angemessene Trinkwasserversorgung. Nur etwa 0,008 Prozent des gesamten Süßwassers auf der Erde ist für menschliche Bedürfnisse nutzbar. 70 Prozent davon verbraucht die Landwirtschaft, 23 Prozent die Industrie; der Verbrauch der Privathaushalte beträgt nur 7 Prozent. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Süßwasser rapide. Je knapper Süßwasser wird, desto eher wird es zu einer Quelle regionaler Konflikte. Flüsse überqueren oft Landesgrenzen. Am Oberlauf von Flüssen lebende Verschmutzer weigern sich häufig, in Schutzmaßnahmen zu investieren, die ihren Nachbarn stromabwärts nützen würden. Zudem führen schwere Dürreperioden zur Abnahme der Süßwasservorräte.

3.3

Bodenerosion und -verschmutzung

Die Degradierung und der Verlust von Boden haben sich zu einem Problem entwickelt, das die weltweite Nahrungsmittelproduktion schwer beeinträchtigt. Seit 1945 sind fast 11 Prozent (circa zwölf Millionen Quadratkilometer) der landwirtschaftlich nutzbaren Bodenfläche der Erde von einer Abnahme der Fruchtbarkeit betroffen: Jedes Jahr geben Bauern etwa 70 000 Quadratkilometer Ackerland auf, weil der Boden keine Frucht mehr trägt.

Bodendegradierung hat verschiedene Ursachen, darunter Entwaldung, übermäßigen Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln (Pestiziden), Überweidung und Überbeanspruchung der Felder.

Überweidung ist eine verbreitete Ursache für Schädigungen des Bodens. Einerseits verdichtet das Vieh den Boden und vermindert so seine Fähigkeit, Wasser zu speichern. Dies führt auf stark beanspruchten Böden zu Erosion und Versteppung. Andererseits vernichtet übermäßiger Viehverbiss die ursprüngliche Grasvegetation und führt zu ihrer Verdrängung durch tief wurzelnde, in der Landwirtschaft unerwünschte Unkräuter.

3.4

Verlust von Landschaften

Der Mensch dringt zunehmend in die verbliebenen unberührten Landschaften vor, sogar in solche Gegenden, die bisher als relativ geschützt vor Ausbeutung galten. Der steigende Energiebedarf der Menschheit treibt die Erschließung der Öl- und Gasvorkommen in arktischen Regionen voran und bedroht das sensible ökologische Gleichgewicht der Tundra. Tropische Wälder, insbesondere in Südostasien und im Becken des Amazonas, werden zerstört, um Nutzholz zu gewinnen, um Acker- und Weideland, Nadelbaumplantagen oder Siedlungen entstehen zu lassen. Pro Jahr werden circa 200 000 Quadratkilometer Wald gerodet.

In trockeneren Regionen breiten sich wüstenhafte Bedingungen in Gebiete aus, die ursprünglich nicht trocken und karg waren (Desertifikation). Dünen dringen in zuvor landwirtschaftlich genutzte Flächen vor, Böden werden massiv degradiert und verlieren ihre Fruchtbarkeit. Der augenfälligste Grund für Desertifikation ist Mangel an Regen; weitere Gründe sind Überweidung, Entwaldung, exzessive Bewässerung und nicht angemessene Landbaumethoden. Fehlt dem Land aus einem dieser Gründe die Vegetation, sind die flachgründigen Böden schutzlos der Erosion durch Wind und Wasser ausgesetzt. Mittlerweile gehört etwa ein Drittel der Erdoberfläche dem Landschaftstyp Trockengebiet an.

3.5

Artensterben

Zahlreiche Pflanzen- und Tierarten sind derzeit vom Aussterben bedroht. Circa 12 Prozent aller Säugetiere und 11 Prozent aller Vogelarten werden weltweit als gefährdet oder bedroht eingestuft. Der Verlust der Artenvielfalt zieht Auswirkungen nach sich, die weit über das Verschwinden einzelner Arten hinausgehen. Je mehr Arten an einem Ökosystem beteiligt sind, desto stabiler ist es – und damit auch besser geeignet, die für den Bestand unverzichtbaren Naturkreisläufe zu erhalten. Zum Beispiel haben Feuchtgebiete durch das Zusammenspiel von Süßwasserpflanzen und Tieren hohe Selbstreinigungskraft.

Eine wichtige Ursache für das Aussterben von Arten ist die Einfuhr nicht heimischer Tiere in funktionierende Ökosysteme. Importierte Haustiere und Raubtiere, die einheimische Schädlinge vernichten sollen, können das ökologische Gleichgewicht stören und somit der ursprünglichen Flora und Fauna ernsthaften Schaden zufügen. Das trifft besonders für Inseln zu, wo sich die Arten meist mit nur geringen Schutzmechanismen ungestört entwickeln konnten. Lebensraumverlust sowie Wildern und Jagen sind weitere Ursachen für verbreitetes Artensterben.

Der Versuch, bestimmte Arten gesondert zu schützen, scheint wenig effektiv. Die meisten Anstrengungen zum Erhalt der Artenvielfalt konzentrieren sich heute auf den Schutz ganzer Lebensräume. Weltweit sind derzeit etwa 6 Prozent der Landfläche unter Schutz gestellt.

Einen rasanten Rückgang der Pflanzenvielfalt auf der Erde haben Wissenschaftler auf dem 16. Internationalen Botanischen Kongress im August 1999 in Saint Louis (USA) konstatiert. Angesichts des gegenwärtig vom Menschen verursachten Schwundes der Flora, der mit dem Tausendfachen des natürlichen Rückgangs beziffert wurde, prognostizierten die Wissenschaftler den Verlust von bis zu zwei Dritteln des pflanzlichen Artenreichtums innerhalb von 50 Jahren.

3.6

Medienübergreifende Probleme

Radioaktive Strahlung, Pestizide und andere toxische Chemikalien wirken auf sämtliche biotischen und abiotischen Bestandteile der Umwelt (Medien) schädigend.

Radioaktive Strahlen können bei Menschen, Tieren und Pflanzen morphologische, physiologische und genetische Schäden hervorrufen. Das Testen von atomaren Waffen in der Atmosphäre wird mittlerweile von den meisten Nationen abgelehnt. Unterirdische Atomtests wurden 1996 von China und Frankreich durchgeführt. Kernkraftwerke tragen ständig ein gewisses Maß an Radioaktivität in die Luft und in Flüsse ein. Die größte Gefahr geht von nuklearen Unfällen aus, bei denen große Strahlungsmengen an die Umwelt abgegeben werden – wie es in Tschernobyl in der Ukraine 1986 geschah. Ein großes Problem für die Atomindustrie ist die Lagerung des Atommülls, der bis zu einer Million Jahre lang hochgiftig bleiben kann.

Des Weiteren hat die extensive Verwendung synthetisch hergestellter Pestizide (Herbizide, Fungizide, Insektizide) katastrophale Folgen für die Umwelt. Pestizide aus organischen Chlorverbindungen (Kohlenwasserstoffe) sind sehr stabil und lassen sich biologisch kaum abbauen. Relativ unlöslich in Wasser, setzen sie sich in pflanzlichem Gewebe fest und reichern sich in Böden, im Sediment von Flüssen und Seen sowie in der Atmosphäre an. Durch Verdunstung verteilen sich die Pestizide weltweit, vergiften unberührte Naturlandschaften, die weitab von jeder Landwirtschaft liegen, und sogar antarktische und arktische Zonen.

Auch wenn diese synthetischen Chemikalien in der Natur nicht vorkommen, finden sie doch Eingang in die Nahrungskette. Die Pestizide werden entweder von Pflanzenfressern aufgenommen oder unmittelbar durch die Haut absorbiert, wie bei Fischen und wirbellosen Wasserbewohnern. Die Pestizide erfahren eine weitere Konzentration, indem sie über Pflanzenfresser in den Körper von Fleischfressern gelangen. In hohen Konzentrationen finden sie sich in Geweben von Tieren, die am Ende der Nahrungskette stehen, wie Wanderfalken, See- und Fischadlern. Die chlorierten Kohlenwasserstoffe greifen in den Calcium-Stoffwechsel der Vögel ein und bewirken eine Ausdünnung der Eierschalen und Missbildungen. Als Folge stehen einige große Greifvogelarten, besonders solche, die sich von Fisch ernähren, vor dem Aussterben. Wegen der Gefahren, die durch die Pestizide für wild lebende Tiere und Pflanzen und ebenso für Menschen entstehen, geht der Einsatz halogenierter Kohlenwasserstoffe wie DDT in der westlichen Welt drastisch zurück, während noch große Mengen in den Entwicklungsländern eingesetzt werden. Chemisch dem DDT nahe verwandt ist eine andere Gruppe von Verbindungen: die polychlorierten Biphenyle oder PCBs. Lange Jahre wurden diese Verbindungen in der Industrie benutzt und gelangten in die Umwelt. Ihre Wirkung auf die Natur und die Menschen ist ähnlich wie die der Pestizide. Wegen ihrer extremen Giftigkeit ist die Verwendung von PCBs jetzt auf elektrische Transformatoren und Kondensatoren beschränkt.

Neben den bisher genannten Chemikalien bergen noch zahlreiche andere toxische Substanzen ein unzumutbares Risiko für die menschliche Gesundheit und die Umwelt in sich. Die meisten dieser giftigen Substanzen sind synthetische Chemikalien, die in die Umwelt freigesetzt werden und dort lange Zeit bleiben. Die höchsten Konzentrationen finden sich in Sondermülldeponien. Wenn diese Stoffe in den Boden und ins Wasser sickern, können Grundwasser, Luft, Ernten und Haustiere vergiftet werden. Sie stehen zudem im Verdacht, Missbildungen, Fehlgeburten und organische Krankheiten zu verursachen. In einem Zeitraum von 15 Jahren wurden mehr als vier Millionen neue synthetische Chemikalien hergestellt, und in jedem Jahr kommen 500 bis 1 000 neue Stoffe hinzu.

4

Umweltschutz und Umweltpolitik

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