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Webspinnen

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Eikokon der WasserspinneEikokon der Wasserspinne
Artikelgliederung
1

Einleitung

Webspinnen, rund 34 000 Arten achtbeiniger Gliederfüßer, deren vordere Körperanhänge Giftklauen und Giftdrüsen aufweisen; Männchen besitzen spezialisierte Fortpflanzungsorgane am zweiten Gliedmaßenpaar. Im Allgemeinen setzen die Tiere – u. a. zum Beutefang – Spinnseide ein. Wie andere Spinnentiere sind Spinnen vorrangig Landbewohner, allerdings haben sich einige auch an das Leben im Süßwasser angepasst, indem sie Unterwasserglocken spinnen, die sie mit sich führen können. Spinnen kommen weltweit und in großer Zahl vor. Die meisten Arten sind kleiner als ein Zentimeter, die größte Art hat eine Körperlänge von rund neun Zentimetern; die Spannweite der Beine kann sogar noch weitaus mehr messen.

2

Körperbau

Der Körperbau der Spinnen ist dem der anderen Spinnentiere ähnlich: Ein vorderer Teil, der so genannte Cephalothorax oder das Prosoma, ist über einen dünnen Hinterleibsstiel, den Petiolus, mit dem hinteren Körperteil, dem Opisthosoma, verbunden. Diese Gliederung erhöht die Beweglichkeit der Tiere beim Netzbau. Auf dem Prosoma befinden sich in der Regel vier Paar einfacher Augen; diese sind bei den netzbauenden Formen eher kleiner, bei den nicht netzbauenden größer. Am ersten Gliedmaßenpaar, den Cheliceren, sitzt je eine Giftklaue, in deren vorderem Ende sich die Öffnung der Giftdrüse befindet. Das nächste Gliedmaßenpaar sind die Pedipalpen: Sie sehen fast wie Beine aus, sind aber zu einer Art Taster umgewandelt. Bei den Spinnenmännchen sitzt an diesen Pedipalpen das Kopulationsorgan. Außerdem befinden sich am Prosoma vier Paar Laufbeine. Der Hinterleib trägt zu Spinnwarzen umgewandelte Gliedmaßen, mit denen die Spinne ihre Seide absondert. Atemröhren am Hinterleib führen zu den Fächerlungen (so genannt, weil sie in mehreren Schichten aufgebaut sind) oder zu einem Tracheensystem, das dem Atmen dient. Manche Spinnen besitzen auch beides.

Das Verdauungssystem der Spinnen ist ausschließlich auf flüssige Nahrung ausgerichtet. Die Tiere injizieren Verdauungsflüssigkeit in ihre Beute, verdauen diese in der Regel außerhalb ihres Körpers und saugen dann die so entstandene Flüssigkeit auf. Ihr Gehirn ist relativ komplex; je nachdem, ob die Tiere ihre Beute hauptsächlich mit dem Tastsinn oder dem Gesichtssinn ausmachen, sind jeweils bestimmte Hirnareale stärker entwickelt.

3

Gift

Spinnen leben räuberisch, sie ernähren sich nur von lebender Beute. Sie können diese mit Vorsprüngen an ihren Pedipalpen zerkleinern; an den Cheliceren befinden sich bei fast allen Arten Drüsen, in denen sie ein Gift produzieren. Der Biss großer Spinnen kann schmerzhaft sein, die meisten Spinnen sind jedoch zu klein, um die menschliche Haut überhaupt durchdringen zu können. Nur wenige Arten können dem Menschen gefährlich werden, und zwar hauptsächlich die Schwarze Witwe und nahe verwandte Arten. Diese sind jedoch nicht aggressiv und beißen Menschen nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Ihr schmerzhafter Biss kann einen Schwächeanfall, Atemnot und weitere Symptome zur Folge haben; obwohl sich der Biss – insbesondere bei gesunden Erwachsenen – selten tödlich auswirkt, sollte der Betreffende sofort ärztlich versorgt werden.

4

Spinnseide

Die Seide der Spinnen ist ein Proteinfaden, der als Flüssigkeit ausgeschieden wird und beim Ausziehen als Polymer (Molekülkette) von großer Festigkeit erstarrt, auch die hohe Elastizität des Spinnfadens verhindert, dass er reißt. Spinnen können mehrere Arten von Fäden herstellen. Im Vergleich mit einigen anderen wirbellosen Tieren, die ebenfalls Fäden spinnen, haben Spinnen eine beeindruckende Vielfalt von Nutzungsmöglichkeiten für ihre Seide entwickelt. Beispielsweise spinnen sie Sicherheitsfäden, mit deren Hilfe sie ihren Weg wiederfinden und sich auffangen können, wenn sie fallen. Kleine Spinnen, besonders die Jungtiere, spinnen Schwebfäden, an denen sie – teilweise über Hunderte von Kilometern – vom Wind fortgetragen werden. Weibchen spinnen Kokons um ihre Eier. Wohn- und andere Kammern bestehen aus Seide; Wohnhöhlen werden damit ausgekleidet. Uns am vertrautesten und gleichzeitig am erstaunlichsten sind jedoch die Insektenfallen vieler Arten, die Spinnennetze. Ist die Beute erst einmal in einem solchen Netz gefangen, wird sie in vielen Fällen noch weiter eingesponnen.

Die Netze der verschiedenen Spinnenarten sind ein bemerkenswertes Beispiel instinktgeleiteten Verhaltens. Spinnen müssen nicht lernen, wie sie ihr Netz zu spinnen haben; allerdings können sie das Spinnen an einzigartige Umstände anpassen – z. B. an die Schwerelosigkeit in Weltraumfahrzeugen. Die einfachsten Netze sind von unregelmäßiger Form und liegen auf dem Boden auf. Höher entwickelte Netze, insbesondere die der Kugelspinnen, sind äußerst kompliziert, oberhalb des Erdbodens angebracht und so ausgerichtet, dass sie fliegenden Insekten den Weg abschneiden. Ihre Herstellung ist kompliziert, u. a. wird erst eine Hilfsspirale gelegt und später wieder entfernt; die Netze bestehen aus klebrigen und nicht klebrigen Fäden. Bei manchen Arten spinnen mehrere Spinnen ein Gemeinschaftsnetz; in der Regel sind Spinnen jedoch Einzelgänger. Die Wahrnehmung der netzbauenden Spinnen verläuft in starkem Maße über den Tastsinn.

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