Auswahl der Encarta-Redaktion
Gute Bücher zum Thema "Karl I. (von Österreich)", ausgewählt von den Encarta-Redakteuren.
Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Karl I. (von Österreich)

Windows Live® Suchergebnisse

  • Willkommen bei Schrott-Karl in Pfraunfeld

    Herzlich Willkommen bei karl.de, den Internet-Informationsseiten von Schrott-Karl! Schön, daß Sie unsere Informationsseiten im Internet gefunden haben.

  • Karl Mays Werke

    Historisch-kritische Ausgabe für die Karl-May-Stiftung, herausgegeben von der Karl-May-Gesellschaft.

  • Karl-Heim-Gesellschaft

    Die Karl-Heim-Gesellschaft will durch ihre Veröffentlichungen, durch Tagungen und Vorträge das interdisziplinäre Gespräch zwischen der christlichen Theologie und den ...

Alle Suchergebnisse anzeigen:
Windows Live® Suchergebnisse

Karl I. (von Österreich)

Enzyklopädieartikel

Karl I. (von Österreich), (1887-1922), Kaiser von Österreich (1916-1918) sowie als Karl IV. König von Ungarn.

Karl I. wurde am 17. August 1887 im niederösterreichischen Persenbeug als ältester Sohn des Erzherzogs Otto und als Großneffe Kaiser Franz Josephs I. geboren. Er genoss eine vorwiegend militärische Ausbildung. 1911 heiratete er Zita von Bourbon-Parma. Nach der Ermordung seines Onkels, des Erzherzogs Franz Ferdinand, in der Erbfolge an die erste Stelle gerückt, folgte er 1916 Franz Joseph I. als Kaiser von Österreich und König von Ungarn auf dem Thron und übernahm in dieser Funktion auch den Oberbefehl über sämtliche österreichisch-ungarischen Streitkräfte. Im Frühjahr 1917 suchte er über seinen Schwager, Prinz Sixtus von Bourbon-Parma, mit den Entente-Mächten die Möglichkeiten eines Weges zur Beendigung des 1. Weltkrieges zu sondieren. In Form zweier geheimer Briefe an die französische Regierung stellte er unter Umgehung der deutschen Reichsregierung seine Unterstützung der französischen Ansprüche gegen den österreichischen Verbündeten Deutschland auf Elsass-Lothringen in Aussicht und schlug einen Rückzug der Deutschen aus Belgien vor. Karls Friedensbemühungen scheiterten jedoch vor allem am Widerstand Italiens, das nicht auf seinen Anspruch auf Südtirol verzichten wollte. Im April 1918 veröffentlichte der französische Ministerpäsident Georges Clemenceau einen dieser geheimen Briefe. Karl bestritt zunächst seine Urheberschaft; das Verhältnis zu den Mittelmächten, besonders zu Deutschland, aber verschlechterte sich (siehe Sixtus-Affäre).

Am 16. Oktober 1918 erließ Karl das Völkermanifest zur grundlegenden, föderalen Neuordnung des österreichischen Reichsteiles; es kam allerdings zu spät, um den Vielvölkerstaat noch in seinem Bestand retten zu können. Nach dem Zusammenbruch der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie verzichtete Karl am 11. November 1918 auf die Ausübung der Regierungsgeschäfte in Österreich. Einer förmlichen Abdankung verweigerte er sich jedoch selbst dann noch, als die österreichische Nationalversammlung im März 1919 die republikanische Staatsform festschrieb. In der Folge ging Karl mit seiner Familie in die Schweiz ins Exil und wurde darüber hinaus von der Nationalversammlung für abgesetzt erklärt. 1921 versuchte er zweimal vergeblich, durch einen Putsch die Monarchie in Ungarn wieder herzustellen und sich selbst wieder an die Macht zu bringen. Daraufhin verbannte ihn die Entente aus Ungarn und internierte ihn auf der Insel Madeira. Karl I., der letzte österreichisch-ungarische Herrscher aus dem Hause Habsburg, starb am 1. April 1922 in Quinto do Monte (Funchal, Madeira).

2004 sprach Papst Johannes Paul II. Karl selig. Die Seligsprechung, der ein 55-jähriger Prüfungsprozess vorausgegangen war, würdigte vor allem auch die Friedensbemühungen Karls im 1. Weltkrieg. Jedoch rief gerade dies heftige Debatten über die Berechtigung der Seligsprechung hervor – zeichnete doch Karl während des Krieges für Giftgaseinsätze an der italienischen Front verantwortlich, die Tausende Soldaten das Leben kosteten. Zudem wurde das Wunder angezweifelt, das sich 1960 zugetragen haben soll: Eine leidende Nonne soll nach Bitte um Fürsprache bei dem verstorbenen Karl geheilt worden sein. Der Nachweis eines Wunders ist die Voraussetzung für eine Seligsprechung. An Karls frommer Lebensweise dagegen bestand kaum Zweifel, wenngleich ihm manch einer zwanghafte Religiosität attestierte.

In diesem Artikel suchen
Druckerfreundliche Version der Seite
Versenden




© 2008 Microsoft