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Windows Live® Suchergebnisse HopiEnzyklopädieartikel
Hopi, nordamerikanische Indianer (Hopi: „anständige Menschen”), die zur uto-aztekischen Sprachfamilie gehören. Diese über 11 000 Personen starke, matrilineare Gemeinschaft gehört zu den Pueblogesellschaften im Südwesten der USA und lebt im nordöstlichen Arizona. Die heutigen Hopi leben in zwölf Dörfern, von denen sich neun auf drei Ausläufern des Colorado-Plateaus befinden. Von Osten nach Westen gesehen werden diese drei Tafelberge als First, Second und Third Mesa bezeichnet. Ursprünglich siedelten die Hopi, deren Anasazi-Vorfahren man recht gesichert bis etwa 500 n. Chr. in diesem Gebiet nachweisen kann, unterhalb der Mesas in der Nähe ihrer Felder und Wasserquellen. Angriffe von außen zwangen sie, auf der Mesa Zuflucht zu suchen. Zu den Angreifern gehörten seit Mitte des 13. Jahrhunderts die Vorfahren der heutigen Navajo und Apachen. Nach Niederschlagung der Pueblorevolte (1680-1692) stellten spanische Strafexpeditionen eine zusätzliche Gefahrenquelle für die Hopi dar. Der wichtigste traditionelle Wirtschaftszweig der Hopi war und ist der Anbau von Mais, Bohnen und Kürbis. Von den Spaniern übernahmen sie Haustiere – insbesondere Esel und Schafe – sowie Pfirsich- und Aprikosenbäume. Nach dem 2. Weltkrieg wanderten viele Hopis aus ökonomischen Gründen ab und widmeten sich Berufen der industriellen Welt. Traditionelle Wirtschaftsformen, Religion und Gesellschaftsordnung sind bei den Hopi aufs Engste verwoben. Diese Einheit, die sich in einem jährlichen, auf Dorfebene organisierten Zeremonialzyklus ausdrückt, reflektiert den enormen Erfahrungsschatz, den jahrhundertelange, letztlich erfolgreiche Versuche hervorgebracht haben, Bodenbau in jener Halbwüstenlandschaft zu betreiben. Ein relativ festgelegter Ritualkalender, der ein gewisses Maß an Abweichungen auf der Ebene einzelner Mesas und Dörfer aufweist, bestimmt das zeremonielle Leben der Hopi bis in die Gegenwart. Ihr jährlicher Zeremonialzyklus teilt sich in zwei Perioden: die der maskierten und die der unmaskierten Zeremonien. Die maskierten Zeremonien sind den Kachinas gewidmet. Kachinas sind übernatürliche Wesen, die die mythischen Ahnen der Hopi (und anderer Pueblogemeinschaften) darstellen und als Mittler zu den Göttern für Regen und Fruchtbarkeit der Felder sorgen sollen. Obgleich Kachinas in allen Hopi-Dörfern verehrt werden, ist ihre genaue Zahl nicht zu bestimmen. So wurden mittlerweile über 300 namentlich bekannte Kachinas erfasst. Das Problem ist nicht nur, dass einzelne Dörfer unterschiedliche Vorstellungen bezüglich Kachinas aufweisen, sondern auch, dass – abgesehen von einem gewissen Grundstock – unaufhörlich ältere Kachinas in Vergessenheit geraten und neue hinzukommen (z. B. Mickey-Mouse-Kachina). Kachinas werden zeremoniell von Mitgliedern der Männerbünde verkörpert. Dabei treten zwischen Dezember und April die Kachinas nachts in den „Kiva” genannten halbunterirdischen Zeremonialräumen auf und von April bis Juli öffentlich auf den Plazas. Clown-Kachinas sind stets ein fester Bestandteil dieser Zeremonien, bilden sie doch das Gegengewicht zur tanzend ausgedrückten Harmonie der Kachinas. Die erste große öffentliche Kachina-Zeremonie ist Powamu, das Bohnenfest, das im Frühjahr stattfindet. Zu diesem Anlass werden auch die Kinder in die Kachinabünde aufgenommen. Den Abschluss dieser Periode bildet das Niman-Fest, die Verabschiedung der Kachinas zu Beginn der Regenzeit. Den öffentlichen zeremoniellen Auftakt der zweiten Jahreshälfte bilden entweder der Antilopentanz oder der berühmte Schlangentanz. Letzterer beeindruckte bereits frühe Reisende, da zu diesem Anlass zeremoniell vorbereitete Tänzer mit lebenden Schlangen im Mund tanzen. In dieser zweiten Periode finden auch weniger religiös bewertete Tänze statt, wie der Bison- und der Schmetterlingstanz. Es folgen im Herbst Tänze der Frauen- und Männerbünde, die der Fruchtbarkeit und dem Kriegsglück dienen sollen. Den Abschluss bildet das wohl bedeutendste Fest der Hopi zur Wintersonnenwende, das Soyal-Fest. Alle vier Jahre werden in diesem festlichen Rahmen auch Knaben in die Männerbünde ihrer „zeremoniellen Väter” aufgenommen und somit in die Reihen der Männer eingegliedert. Zeremonialbünde der Hopi sind prinzipiell an bestimmte Klane gebunden, wenngleich weder Mitgliedschaft in den Bünden noch die Durchführung von deren Zeremonien einer solchen Auflage unterliegt. Dies erwies sich in der Geschichte der Hopi wiederholt als ein erfolgreicher Mechanismus der Bewahrung von Zeremonien, da in mehreren Fällen Klane ausstarben. In solch einem Fall ging die Oberhoheit über bestimmte Zeremonien an andere Klane über. So befinden sich bestimmte Bünde und deren Zeremonien in den verschiedenen Dörfern häufig im Besitz unterschiedlicher Klane. Darüber hinaus sind die einzelnen Hopi-Klane nicht gleichwertig. Ihre Stellung untereinander leitet sich aus der Mythologie der Hopi ab und diese spiegelt wiederum in vielerlei Hinsicht die historisch tradierte Entstehungsgeschichte der heutigen Hopi wider. Die Klane, die die Begründer der ältesten Dörfer der historischen Hopi waren, stehen am höchsten in dieser Hierarchie. In diesem, alle Hopi-Dörfer in Betracht ziehenden Kontext, besitzt Old Oraibi auf der dritten Mesa als ältestes Dorf eine Sonderstellung. Auf der Ebene der einzelnen Mesas und der Rolle bestimmter Dörfer im heutigen zeremoniellen Leben der Hopi genießen zudem ebenfalls sehr alte Dörfer wie Shongopavi auf der zweiten und Walpi auf der ersten Mesa hohes Ansehen. An diesen (z. B. Shongopavi) orientieren sich später hinzugezogene (z. B. Mishongnovi) oder aufgrund von internen Zwistigkeiten neu entstandene Gemeinschaften (z. B. Shipaulovi), die sich jeweils in eigenen Dörfern niederließen. Die Dorf- und Klanebene besitzt daher eine große Bedeutung im Leben jedes Hopi. Der heute allgemein akzeptierte Gedanke der Existenz eines Volkes namens „Hopi” ist in vielerlei Hinsicht ein relativ junger. Er ist in erster Linie ein Produkt US-amerikanischer Regierungspolitik und der auf dieser Ebene ausgetragenen Konflikte, wie es beispielsweise der Hopi-Navajo-Landrechtsstreit exemplifiziert. Obgleich bereits 1936 eine Verfassung und ein demokratisch gewählter Stammesrat eingeführt wurde, haben lediglich drei der zwölf Dörfer diese Konzepte übernommen. Den verbleibenden stehen bis zum heutigen Tag unterschiedliche Ausprägungen traditioneller Regierungsgremien vor, von denen nur einige sich auch im Stammesrat durch Abgesandte repräsentieren lassen. Oraibi ist sogar so konservativ, dass es noch nicht einmal Gelder und andere Formen von Hilfe vom Stammesrat annimmt.
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