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Liliengewächse

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Blütendiagramm einer LilieBlütendiagramm einer Lilie

Liliengewächse, eine der zehn größten Familien der Samenpflanzen mit etwa 250 Gattungen und 3 500 Arten.

Liliengewächse sind kosmopolitisch verbreitet. Da sie zu den einkeimblättrigen (monokotylen) Pflanzen gehören, die weder Holz ausbilden noch ihren Stammumfang durch sekundäres Dickenwachstum vergrößern, sind fast alle Arten krautige, empfindliche Pflanzen; lediglich die Aloen können durchaus robust sein. Auch andere Merkmale monokotyler Pflanzen gelten für die Liliengewächse: Ihre Blätter sind länglich-lanzettlich, aber nie gelappt oder gefiedert, wobei die Hauptnerven in den Blättern in Längsrichtung parallel verlaufen. Auch die Stängel oder Sprosse sind fast nie verzweigt.

Im Blütenbau herrscht bei den einzelnen Elementen die Zahl Drei vor. Kelch- und Kronblätter unterscheiden sich meist nicht, sondern sehen wie bei der wohl bekanntesten Vertreterin der Liliengewächse, der Tulpe, gleich aus; eine solche Konstellation wird als Perigon bezeichnet. Viele Arten besitzen unterirdische Speicherorgane wie Zwiebeln, Knollen, verdickte Rhizome oder fleischige Wurzeln. Mit Hilfe dieser Organe können sie Trockenzeiten oder Kälteperioden nach dem Absterben der oberirdischen Teile überstehen, um dann wieder neu auszutreiben. Manche Arten wie die Aloe hingegen sind immergrün. Sie besitzt fleischige, derbe, Wasser speichernde Blätter, die ihr die Besiedlung trockener Biotope ermöglichen.

Zu dieser Familie gehören einige der schönsten Zierpflanzen. Die Tulpe gelangte bereits Mitte des 16. Jahrhunderts aus dem persischen Raum nach Mitteleuropa und wird heute in unzähligen Sorten in Gärten kultiviert. Neben der Tulpe zählen die Lilien, nach denen die Familie benannt ist, zu deren prächtigsten Vertreterinnen. Auch andere Gattungen wie Hyazinthe, Blaustern, Traubenhyazinthe, Maiglöckchen und Kaiserkrone sind beliebte Zierpflanzen und als solche von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung: Da die Reservestoffe in den Zwiebeln im Lauf mehrerer Jahre durch die Blüte aufgezehrt werden, ist immer wieder eine Neupflanzung nötig. In Holland werden deshalb Blumenzwiebeln von Tulpen und anderen Arten im industriellen Maßstab herangezogen.

Eine Delikatesse unter den Gemüsepflanzen ist der Spargel, der nur in der Spargelsaison im Frühjahr verfügbar ist. Aus tief liegenden unterirdischen Rhizomen treibt er jedes Jahr mehrere neue Sprosse aus, die zumeist geerntet werden, ehe sie die Erdoberfläche durchdringen. Dadurch bilden sie kein Chlorophyll und bleiben weiß. Bei einer anderen Sorte derselben Art pflanzt man die Rhizome weniger tief und lässt die Sprosse am Licht ergrünen, die als etwas dünnstängeliger, aber zarter Grünspargel in den Handel kommen. Die Gattung Lauch oder Zwiebel mit ihren bedeutenden Würz- und Gemüsepflanzen wird heute meist einer neuen Familie der Lauchgewächse zugeordnet.

Systematische Einordnung: Liliengewächse bilden die Familie Liliaceae. Der Blaustern heißt botanisch Scilla, die Traubenhyazinthe Muscari. Lauchgewächse bilden die Familie Alliaceae.

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