Auswahl der Encarta-Redaktion
Gute Bücher zum Thema "Paul von Hindenburg", ausgewählt von den Encarta-Redakteuren.
Verwandte Elemente
Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Paul von Hindenburg

Windows Live® Suchergebnisse

Alle Suchergebnisse anzeigen:
Windows Live® Suchergebnisse

Paul von Hindenburg

Enzyklopädieartikel
Multimedia
Paul von HindenburgPaul von Hindenburg
Artikelgliederung
1

Einleitung

Paul von Hindenburg (1847-1934), Generalfeldmarschall und zweiter Reichspräsident während der Weimarer Republik.

Hindenburg wurde am 2. Oktober 1847 in Posen geboren. 1866 trat er in die preußische Armee ein und nahm am Deutschen Krieg und am Deutsch-Französischen Krieg teil. Bis 1903 war er in den Rang eines Kommandierenden Generals aufgestiegen; 1911 nahm er seinen Abschied.

2

Chef der Obersten Heeresleitung

Im August 1914, bei Ausbruch des 1. Weltkrieges, übernahm er den Oberbefehl über die 8. Armee in Ostpreußen unter Generalstabschef Erich Ludendorff und schlug die russischen Truppen bei Tannenberg und bei den Masurischen Seen. Nach diesen Siegen wurde er am 1. November 1914 zum „Oberbefehlshaber Ost” und am 27. November zum Generalfeldmarschall ernannt. Am 29. August 1916 übernahm er als Chef des Generalstabes zusammen mit Ludendorff als Generalquartiermeister von General Erich von Falkenhayn die 3. Oberste Heeresleitung (OHL). Als Chef der OHL bestimmte er in der Folge weitgehend Kriegsführung und Kriegsziele und wirkte auch auf die Innenpolitik des Reiches, indem er z. B. 1917 maßgeblich zum Sturz des Reichskanzlers Bethmann Hollweg beitrug. Nach den deutschen Niederlagen im Westen sprach er sich für Waffenstillstandsverhandlungen aus, und um die innenpolitische Lage zu stabilisieren, riet er im November 1918 Kaiser Wilhelm II. zur Abdankung und zur Übersiedelung in die Niederlande. Nach dem Rückzug des deutschen Heeres, den er noch geleitet hatte, und der Unterzeichnung des Versailler Vertrags reichte Hindenburg im Juli 1919 erneut seinen Abschied ein. Vor einem Untersuchungsausschuss der Weimarer Nationalversammlung formulierte er im November 1919 erstmals öffentlich die so genannte Dolchstoßlegende, wonach das angeblich bis dahin unbesiegte deutsche Heer bei Kriegsende durch die Novemberrevolution in Deutschland „von hinten erdolcht” wurde.

3

Reichspräsident

Nach dem Tod des ersten Reichspräsidenten Friedrich Ebert wurde Hindenburg als Kandidat der vereinigten Rechten im April 1925 im zweiten Wahlgang mit relativer Mehrheit zum Reichspräsidenten gewählt. Als Monarchist aus Überzeugung lehnte Hindenburg den republikanisch-demokratischen Staat ab; dennoch hielt er sich zunächst an die Verfassung, spielte aber schon bald, bestärkt von der Generalität, mit dem Gedanken einer autoritären Präsidialregierung. Nach dem Sturz der großen Koalition unter Hermann Müller (SPD) 1930 berief Hindenburg Heinrich Brüning als Reichskanzler. Damit leitete er die Wende nach rechts und den Übergang zum Präsidialregime ein. Im April 1932 wurde er mit Unterstützung der Sozialdemokraten gegen Hitler und Ernst Thälmann als Reichspräsident wiedergewählt, da man hoffte, er könne die Weimarer Republik gegen den zunehmenden Druck des Nationalsozialismus verteidigen. Im Mai 1932 entließ Hindenburg Brüning, der sich mehr und mehr auf die SPD gestützt hatte, und berief mit Rückendeckung und auf Druck von Reichswehr, Nationalisten und großagrarischem Junkertum zunächst Franz von Papen und im November 1932 Kurt von Schleicher als Reichskanzler. Diese neuen, rechtsgerichteten Regierungen setzten die Aushöhlung der Weimarer Verfassung in zunehmendem Maße fort – bis hin zum Verfassungsbruch im so genannten „Preußenputsch”, mit dem von Papen die preußische SPD-Regierung stürzte. Am 30. Januar 1933 ernannte Hindenburg Hitler zum Reichskanzler. Mit der Unterzeichnung des Ermächtigungsgesetzes vom 24. März 1933 setzte er die Weimarer Verfassung faktisch außer Kraft und schuf damit die rechtliche Grundlage für die Errichtung der NS-Diktatur. Hindenburg starb am 2. August 1934.

In diesem Artikel suchen
Druckerfreundliche Version der Seite
Versenden




© 2008 Microsoft