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Windows Live® Suchergebnisse IllinoisEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Illinois, Bundesstaat der Vereinigten Staaten von Amerika (USA), einer der nördlichen Staaten des Mittleren Westens, südwestlich des Michigansees gelegen. Illinois grenzt im Norden an den US-Bundesstaat Wisconsin, im Nordosten an den Michigansee, im Osten an Indiana, im Süden an Kentucky und im Westen an Missouri und Iowa. Der Fluss Wabash bildet einen Teil der südöstlichen Grenze, der Ohio die südliche und der Mississippi die Westgrenze. Am 3. Dezember 1818 trat Illinois als 21. Mitglied den Vereinigten Staaten bei. Geschichtlich wird Illinois vor allem mit Abraham Lincoln in Verbindung gebracht. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Staat zu einer führenden Industrieregion, blieb aber auch weiterhin einer der wichtigsten Erzeuger landwirtschaftlicher Produkte. Chicago, die große Metropole am Rand des Michigansees, ist Illinois’ wichtigstes wirtschaftliches und kulturelles Zentrum. Der Name des Staates ist von der Illinois (oder Illini) Native American Confederation abgeleitet, einem Zusammenschluss der Indianer. Als Beinamen trägt Illinois die Bezeichnung „Prärie-Staat”. Die wichtigsten Städte sind die Hauptstadt Springfield, Chicago (die drittgrößte Stadt der USA), Rockford, Peoria und Aurora.
Mit einer Fläche von 150 007 Quadratkilometern rangiert Illinois hinsichtlich der Fläche an 25. Stelle der US-Bundesstaaten. 1,4 Prozent der Fläche sind Eigentum der Bundesregierung. Das Staatsgebiet hat eine längliche Form mit fast geradlinigen Ost- und Nordrändern. Die größten Entfernungen betragen etwa 610 Kilometer von Nord nach Süd und ungefähr 340 Kilometer von Ost nach West. Die Erhebungen reichen von 85 Metern in der Nähe des Zusammenflusses von Ohio und Mississippi ganz im Süden bis auf 376 Meter am Gipfel des Charles Mound im Nordwesten; die durchschnittliche Höhenlage beträgt 183 Meter. Etwa 3 950 Quadratkilometer des Michigansees liegen auf Staatsgebiet.
Illinois lässt sich in fünf größere geographische Regionen einteilen. Der äußerste Nordwesten des Staates ist hügelig und bildet einen Teil der so genannten Driftless Region. Der braune Prärieboden in dieser Gegend ist schwach sauer und mäßig fruchtbar. Im Nordosten des Staates liegt das Tiefland der Großen Seen (Eastern Great Lakes Lowland), eine relativ flache Gegend, die einst vom Michigansee bedeckt war. Teile dieser Region sind sehr feucht und enthalten viele Seen und Sumpfgebiete. Der Boden ist im Allgemeinen recht fruchtbar. Den Großteil des Staates nimmt die Till Plains genannte dritte Region ein. Es ist eine flache bis leicht hügelige Landschaft, die während der Eiszeit vor etwa 150 000 Jahren überwiegend durch den großen Illinois-Eisschild geformt wurde. Der Boden ist überwiegend brauner Prärieboden, der im Süden einen höheren Tongehalt aufweist. Große Teile dieser Region sind hervorragend für die Landwirtschaft geeignet. Die Ebene der Till Plains wird im Süden von einem Abschnitt der Interior Low Plateaus begrenzt. Diese Region war früher nicht von einem Gletscher bedeckt, weshalb die Landschaft hier von steilen Tälern und Schluchten geprägt wird. Der Boden ist überwiegend lehmig. Die fünfte Region, im äußersten Süden gelegen, ist der nördlichste Teil der Golfküstenebene (Gulf Coastal Plain). Sie wird manchmal auch „Klein-Ägypten” (Little Egypt) genannt, weil ihre überfluteten, von steil aufragenden Rändern begrenzten Ebenen dem Flussdelta des Nils ähneln. Die schlecht dränierenden Böden sind meist rötlich oder gelblich gefärbt, bestehen großteils aus Sand und Lehm und sind sehr fruchtbar. Die Zuflüsse des Mississippi – die wichtigsten sind Illinois, Rock, Kaskaskia, Big Muddy und Wabash – entwässern mehr als zwei Drittel des Staates. Der Wabash, Grenzfluss im Südosten, fließt in den Ohio, der die Südgrenze bildet, bis er in den Mississippi mündet. Der Illinois Waterway verbindet den Michigansees mit dem Mississippi; er setzt sich aus den Flüssen Chicago, Des Plaines und Illinois sowie einigen künstlichen Wasserwegen zusammen, z. B. dem Sanitary and Ship Canal. Abgesehen vom Michigansee verfügt Illinois über wenige bedeutende natürliche Seen, dafür jedoch über zahlreiche große Stauseen, darunter der Carlyle-, der Crab-Orchard-See und der Shelbyville-See. Im Nordosten befinden sich die Chain o’ Lakes, eine Gruppe kleiner, natürlicher Seen, die im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel darstellen.
Das Wetter in Illinois variiert innerhalb des Staates je nach Jahreszeit beträchtlich, und auch von einem Tag zum anderen kann es zu starken Schwankungen kommen, vor allem weil der Staat keine hohen Berge hat, die die Luftmassen abfangen könnten. Überwiegend herrscht ein mildes Kontinentalklima mit langen, heißen Sommern und kalten Wintern. Die frostfreie Zeit, in der Nutzpflanzen angebaut werden können, dauert zwischen 120 und 180 Tagen. Die Region im äußersten Süden des Staates hat dagegen bereits ein feuchtes, subtropisch getöntes Klima und eine frostfreie Periode zwischen 180 und 240 Tagen. Die ungefähre durchschnittliche Jahrestemperatur liegt in Chicago im Nordosten bei 9,4 °C; in Springfield im Landesinneren bei 11,5 °C; und in Cairo im Süden bei 15 °C. An Extremtemperaturen wurden -37,2 °C 1930 in Mount Carroll im Nordwesten gemessen sowie 47,2 °C 1954 in East Saint Louis im Südwesten. Illinois liegt im Zentrum des Bereichs der USA, der häufig von Tornados heimgesucht wird; die größte Wahrscheinlichkeit hierfür tritt zwischen März und Juni auf. Ein besonders schwerer Tornado trat am 19. März 1925 auf und tötete dabei 606 Menschen.
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