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Japan

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Japan (Flagge und Hymne)Japan (Flagge und Hymne)
Artikelgliederung
7.6. 1

Die Taisho-Zeit (1912-1926)

Nach dem Tod von Tenno Meiji 1912 übernahm sein Sohn Yoshihito als Tenno Taisho („Große Gerechtigkeit”) die Nachfolge. Seine Amtszeit, in der er, körperlich und geistig erkrankt, die Regentschaft 1921 Kronprinz Hirohito überlassen musste, war vom Übergang der autoritären Regierungsform der Meiji-Ära zum krisengeschüttelten parlamentarischen System sowie von großen sozialen Spannungen gekennzeichnet, die nach dem verheerenden Erdbeben in Tokyo 1923 eskalierten.

7.6.1. 1
1. Weltkrieg

Aufgrund seines Bündnisvertrags mit Großbritannien von 1902 beteiligte sich Japan am 1. Weltkrieg auf alliierter Seite und erklärte dem Deutschen Reich am 23. August 1914 den Krieg. Bis Ende 1914 eroberten japanische Truppen die deutsche Niederlassung Tsingtau und besetzten die deutschen Kolonien Marshall-, Karolinen- und Marianen-Inseln im Pazifischen Ozean. Im Januar 1915 legte Japan der chinesischen Regierung 21 Forderungen vor, in denen es sehr weitgehende wirtschaftliche und politische Vorrechte in China für sich reklamierte. Obwohl diese Forderungen die Umwandlung Chinas in ein halbkoloniales Land unter japanischer Herrschaft bedeuteten, sah sich die chinesische Regierung zu diesem Zeitpunkt gezwungen, die 21 Forderungen weitestgehend zu akzeptieren. Erstmals traten hier die japanischen Hegemonialansprüche gegenüber China und dem gesamten ostasiatischen Raum in aller Deutlichkeit zu Tage. Ein Jahr später, 1916, überließ China Japan seine Handelsrechte in der Inneren Mongolei und der südlichen Mandschurei.

7.6.1. 2
Nachkriegszeit: Vom Sieg zur Krise

Durch den Versailler Vertrag erhielt Japan nach dem Ende des 1. Weltkrieges vom Völkerbund die ehemals deutschen Marshall-, Karolinen- und Marianen-Inseln (mit Ausnahme von Guam, das an die USA fiel) als Mandatsgebiete. Das von Deutschland gepachtete chinesische Kiautschou fiel ebenfalls an Japan, musste aber aufgrund des Shandong-Vertrags, der 1922 auf der Washingtoner Konferenz unterzeichnet wurde, noch im selben Jahr an China zurückgegeben werden. Durch seine Zustimmung zu den Ergebnissen dieser Konferenz, die neben der Übergabe von Shandong die Rücknahme der 21 Forderungen durch Japan und die Anerkennung der territorialen Integrität und Souveränität Chinas einschlossen, demonstrierte Japan zwar eine versöhnliche Haltung gegenüber China. Dennoch empfand vor allem die Sowjetunion die ökonomische Interessenpolitik Japans in China weiterhin als bedrohlich und sah sich darin durch die innenpolitische Entwicklung Japans bestärkt. Im Flottenabkommen der Washingtoner Konferenz ließ sich Japan auf eine Begrenzung seiner Flottenstärke im Verhältnis 3:5:5 (Japan:USA:Großbritannien) festlegen.

Im September 1918 übernahm erstmals der Vertreter einer Partei die Regierungsgeschäfte, die über eine Mehrheit in dem unterdessen etablierten Zweiparteiensystem verfügte: Hara Takashi, Mitbegründer und Vorsitzender der Konstitutionellen Partei (Seiyukai), leitete als erster bürgerlicher Premierminister das erste echte Parteienkabinett. Dem starken Einfluss des nationalistischen Militärs setzte er jedoch wenig entgegen. Das Militär kontrollierte die Politik durch seine starke Präsenz im Geheimen Staatsrat und im Militärsenat, der 1903 als Beratungsgremium des Kaisers eingerichtet worden war.

Während schwerer innerer Unruhen fiel Hara Takashi 1921 einem Attentat zum Opfer. In Stufen wurde bis 1925 das allgemeine Wahlrecht für Männer über 25 Jahren eingeführt; die Zahl der Wahlberechtigten stieg damit auf 14 Millionen an.

7.6. 2

Faschismus und Krieg: Die frühe Showa-Ära (1926-1945)

7.6.2. 1
Expansionismus, Rassismus, Militarismus

Nach dem Tod seines Vaters bestieg Hirohito 1926 den Thron; er stellt seine Regierung unter die Losung Showa („Glänzende Harmonie”). Verschiedene innere Entwicklungen drängten zunehmend auf eine erneute aggressive Politik gegenüber China. Wichtigste treibende Kraft in dieser Richtung war die japanische Industrie, deren Kapazitäten seit Beginn des 1. Weltkrieges in großem Stil ausgebaut worden waren. Der Ideologie der militärischen Sicherung von Absatzmärkten folgend forderte sie eine offensive Außenpolitik. Auch die Verdoppelung der japanischen Bevölkerungszahl seit 1868 schien die Forderung nach Expansion zu rechtfertigen. Ähnlich wie von den Nationalsozialisten in Deutschland wurde die Expansionsforderung von den Faschisten in Japan mit einer rassistischen „Lebensraum”-Ideologie verknüpft, die den Japanern als vermeintlich höherstehender Rasse die Sendung zuschrieb, sich als „Herrenvolk” in Asien auszubreiten. Siehe auch Lebensraum (Ideologie)

Im Zuge der Weltwirtschaftskrise, die den Exportmarkt Japans weitgehend ruinierte und sich vor allem in der Landwirtschaft katastrophal auswirkte, erhöhte sich der innenpolitische Druck weiter. Vor diesem Hintergrund wirkte die Unterzeichnung des Londoner Flottenabkommens, in dem sich die USA, Großbritannien, Frankreich, Italien und Japan auf weitere Rüstungsbeschränkung einigten, durch Premierminister Hamaguchi Osachi im April 1930 auf die politische Rechte als Provokation. Das Attentat auf Hamaguchi im November 1930 (er starb 1931 an den Folgen des Attentats) gab den Auftakt für eine Serie von Politikermorden. Die Besetzung der Mandschurei 1931 und ein – gescheiterter – Putschversuch jüngerer Offiziere zur Errichtung einer Militärdiktatur im Mai 1932 beschleunigten den Niedergang des parlamentarischen Parteiensystems.

Die Macht verlagerte sich auf die Seite der Generäle, die, gefördert von großen Industriellenfamilien und mit Billigung des Kaisers, auf die Errichtung eines militärfaschistischen Regimes zusteuerten, das sich am Vorbild des nationalsozialistischen Deutschland orientieren sollte. 1936 erreichten sie den Abschluss des Antikominternpakts mit Deutschland; 1937 trat auch das faschistische Italien dem Pakt bei.

7.6.2. 2
Besetzung der Mandschurei

Obwohl die Expansionspolitik gegenüber China in den zwanziger Jahren offiziell beendet worden war, hatten die dort stationierten japanischen Militäreinheiten den Einfluss Japans in Verwaltung und Wirtschaft zielstrebig ausgebaut. Als der chinesische Widerstand gegen diese Entwicklung immer stärker wurde, nahm die japanische Armee 1931 einen von ihr inszenierten Vorfall, den so genannten Mandschurischen oder Mukden-Zwischenfall, zum Anlass, ohne offiziellen Befehl der japanischen Regierung die gesamte Mandschurei zu besetzen. Unter dem Namen Mandschukuo errichtete sie hier 1932 einen nominell unabhängigen Marionettenstaat und setzte Pu Yi, der als Xuantong der letzte chinesische Kaiser gewesen war (1908-1912), als Regenten ein; 1934 wurde Pu Yi zum Kaiser des international nicht anerkannten Staates erhoben.

1933 griffen japanische Truppen Shanghai an und stießen auch im Norden von der Mandschurei her auf chinesisches Territorium vor. Als der Völkerbund Japan zur Einstellung seiner Aggression aufforderte, trat Japan aus der Organisation aus. Auch ein chinesisch-japanischer Waffenstillstand vom Mai 1933 konnte der japanischen Expansion in China kein Ende setzen.

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