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JapanEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Aufgrund der großen Nord-Süd-Ausdehnung und des gebirgigen Charakters des Landes ist das Klima in Japan sehr uneinheitlich. Die jährlichen Durchschnittstemperaturen reichen von 5 °C in Nemuro (Hokkaido) bis 16 °C auf Okinawa. Kurze Sommer und lange, kalte Winter kennzeichnen das Klima auf Hokkaido und im nördlichen Teil von Honshu. Die strenge Kälte im Winter wird größtenteils durch die aus Sibirien wehenden Nordwestwinde und den kalten Oyashio verursacht, einer aus dem Beringmeer kommenden Meeresströmung. Nach Süden werden die Winter durch den Einfluss des warmen Kuroshio-Stromes gemäßigter. In Shikoku, Kyushu und im südlichen Honshu sind die Sommer heiß und feucht, die klimatischen Bedingungen nehmen subtropische Züge an; die Winter sind hier bei geringen Schneefällen mild. Japan liegt im Einflussbereich der Monsunwinde, weshalb im Sommer vor allem an den pazifischen Küstengebieten hohe Niederschläge verzeichnet werden. Die mittleren Jahresniederschläge nehmen von Norden nach Süden zu; sie reichen von etwa 1 000 Millimetern auf Hokkaido bis rund 4 000 Millimeter in den Bergen des zentralen Honshu. Von Juni bis Oktober ziehen häufig tropische Zyklone, die in diesen Regionen als Taifune bezeichnet werden, über das Land hinweg. Sie können vor allem in den Küstengebieten große Schäden verursachen.
Die große Vielfalt und Üppigkeit der japanischen Pflanzenwelt ist überwiegend auf die Wärme und Feuchtigkeit im Sommer und die gebietsweise milden Winter zurückzuführen. Ein weiterer Grund ist der Anteil Japans an mehreren Klimazonen aufgrund der großen Längsausdehnung des Gebiets. Mehr als 17 000 Pflanzenarten sind in Japan heimisch. Viele davon werden auch in zahlreichen anderen Ländern als Zierpflanzen kultiviert, darunter Zierkirschen, Zieräpfel, Chrysanthemen (die japanischen Nationalblumen) und Pfingstrosen. Besonders beliebt ist die Zeit der früh blühenden Pflaumen- und Kirschbäume, die den Frühling einläutet. Im April sind die japanischen Hügel mit Rhododendren und Azaleen in leuchtenden Farben übersät. Im August erscheinen die Blüten der Lotosblumen, und im November blühen Chrysanthemen. Weitere erwähnenswerte Wildpflanzen sind Primeln, Glockenblumen, Gladiolen und Lilien. Charakteristisch sind die ausgedehnten, oft waldartigen Bambushaine. Unter den Bäumen sind besonders die Nadelbäume häufig. Eine der bekanntesten Arten ist die japanische Sicheltanne, die Höhen bis 45 Meter erreicht. Ebenfalls heimisch sind hier Lärchen, Fichten und zahlreiche Kiefern-Arten. In Kyushu, Shikoku und im südlichen Honshu finden sich auch subtropische Bäume wie Kampfer- und Banyanbaum. Hier werden außerdem Teesträucher angebaut. Im zentralen und nördlichen Honshu entspricht die Baumvegetation derjenigen der gemäßigten Klimazone; hier gedeihen Buchen, Weiden, Kastanien und viele Nadelbäume. Maulbeerbäume werden in großem Umfang zur Seidenraupenzucht angebaut, ebenfalls die Lackbäume, die den Grundstoff für die berühmten japanischen (und chinesischen) Lackkunstarbeiten liefern. In Hokkaido ist die Vegetation eher borealer Natur und ähnelt derjenigen Südsibiriens. Fichten, Lärchen und bestimmte Kiefern zählen hier zu den häufigsten Bäumen, teilweise finden sich aber auch Erlen, Pappeln und Buchen. Die häufigsten in Japan angebauten Obstsorten sind Pfirsiche, Mandarinen, Birnen und Orangen. In Japan wird eine einzigartige Form der Landschaftsgärtnerei betrieben (siehe Gartengestaltung): In den dortigen Gärten finden sich häufig Miniaturreproduktionen natürlicher japanischer Landschaften. Eine weitere typische Kunst ist die Bonsai-Kultur, bei der durch sorgfältiges Zuschneiden und spezielle Pflanz- und Pflegemethoden Miniaturausgaben von Bäumen entstehen, die der charakteristischen Wuchsform entsprechen.
Da Japan zur paläarktischen Faunenregion gehört, ist es von vielen Arten besiedelt, die auch in Mitteleuropa vorkommen. Hier leben u. a. 140 Säugetierarten und 450 Vogelarten. Der Wolf wurde ausgerottet, die Verbreitung des Braunbären ist auf Schutzgebiete beschränkt. Auf der Insel Honshu lebt die Affenart mit der nördlichsten Verbreitung: der Rotgesichtsmakak, der im Winter gern in heißen Quellen badet. Rotfüchse gibt es in ganz Japan, zudem leben hier Dachs, Fischotter, Hermelin, Mauswiesel, Sibirisches Feuerwiesel und der unserem Seehund nahe verwandte Largha-Seehund. Zu den Paarhufern gehören Wildschwein, Sikahirsch und der Goral (eine Ziegenantilope). Kleinsäuger sind u. a. durch Schneehase, Sibirisches Streifenhörnchen, Eichhörnchen, Flughörnchen sowie Zwerg- und Waldmaus repräsentiert. Die Greifvogelfauna umfasst u. a. Seeadler, Fischadler, Mäusebussard, Graugesichtsbussard, Schwarzmilan, Sperber, Habicht, Wanderfalke und Turmfalke. An Gewässern leben Reiher (Grau-, Silber- und Seidenreiher), Kormoran, Kleiner Löffler und die Chinesendommel. Zu den in Japan beheimateten Hühnervögeln gehört die Japanische Wachtel. Aufgrund der langen Küstenlinien ist die Seevogelfauna mit Möwen, Enten und Watvögeln sehr artenreich. Zu den Singvögeln gehören die auch in Mitteleuropa weit verbreiteten Arten Feldsperling, Eichelhäher, Tannenhäher, Rauch- und Mehlschwalbe, Schwanzmeise und Kleiber. Ein bemerkenswerter Lurch ist der in Bergbächen lebende Riesensalamander, der über eine Länge von über einem Meter erreichen kann. Die Küstengewässer Japans bieten vielen Fischen wie Kabeljau, Thunfischen, Lachsen und Kugelfischen (die als Fugu gegessen werden) Lebensraum.
Die Einwohnerzahl beträgt rund 127,29 Millionen (2008). Die Bevölkerungsdichte liegt bei 340 Einwohnern pro Quadratkilometer. Die Bevölkerung ist überaus homogen zusammengesetzt; mehr als 99 Prozent der Bewohner des Landes sind Japaner. Unter den nahezu eine Million Ausländern stellen Koreaner den größten Anteil, daneben lebt in Japan auch eine jeweils größere Anzahl von Chinesen, US-Amerikanern und Filipinos. Die Ainu, die wie die Japaner ebenfalls sehr früh Teile des Archipels besiedelten, leben heute überwiegend auf Hokkaido. Die traditionelle Kultur der Ainu ist jedoch zunehmend im Verschwinden begriffen. Der Urbanisierungsgrad ist in Japan sehr hoch; 66 Prozent der Bevölkerung leben in Städten (2005). Das Bevölkerungswachstum beträgt durchschnittlich -0,14 Prozent im Jahr (2008). Die mittlere Lebenserwartung liegt für Männer bei 78,7 Jahren und für Frauen bei 85,6 Jahren (2008).
Tokyo, das Finanz- und Wirtschaftszentrum des Landes, hat eine Einwohnerzahl von 8,34 Millionen (2007); in der Agglomeration leben rund 35 Millionen Menschen. Weitere große Städte sind Yokohama (3,56 Millionen Einwohner) mit einem bedeutenden Seehafen und Werften, ein Industriezentrum, das sich überwiegend auf chemische Produkte, Maschinenbau, Metall- und Rohölprodukte konzentriert; Osaka (2,51 Millionen Einwohner) mit einem wichtigen Seehafen und Flugplatz ist eines der größten Bankzentren Japans; Nagoya (2,15 Millionen Einwohner) ist ein Produktionszentrum mit Schwerpunkt auf Lackprodukten, Textilien und Tonwaren; Kyoto (1,39 Millionen Einwohner) ist die historische Hauptstadt des Landes, ein Zentrum der Schwerindustrie und berühmt wegen seiner kunsthandwerklichen Produkte, einschließlich Seidenbrokat und Textilien; Kobe (1,50 Millionen Einwohner) ist mit seinen vielen Werften der wichtigste Seehafen und weltweit der zweitgrößte Güterumschlaghafen. Neben diesen wichtigen Städten gibt es 75 weitere Städte mit einer Einwohnerzahl von mehr als 250 000.
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