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Japan

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Japan (Flagge und Hymne)Japan (Flagge und Hymne)
Artikelgliederung
3.2

Sprache und Religion

Die Amtssprache ist Japanisch. Als internationale Geschäftssprache dient auch Englisch, das viele Japaner beherrschen. Obwohl das gesprochene Japanisch nur entfernt mit dem gesprochenen Chinesisch verwandt ist, gibt es in der japanischen Schrift viele chinesische Zeichen, die schon vor langer Zeit übernommen wurden. Die Japaner verwenden zwei phonetische Alphabete, Hiragana und Katakana, deren Zeichen Vereinfachungen chinesischer Zeichen sind. Ein drittes phonetisches Alphabet, das als Rōmaji bezeichnet wird, besteht aus lateinischen Buchstaben.

Die Glaubensrichtung mit den meisten Anhängern in Japan ist der Shintoismus, eine Religion, die auf Ahnenkult und Verehrung von Naturgottheiten basiert. Sie teilt sich in über 200 verschiedene Richtungen auf. Daneben ist in Japan auch der Buddhismus mit ebenfalls mehr als 200 unterschiedlichen Strömungen stark vertreten, von denen besonders die des Soka-gakkai zu erwähnen ist. Zum Christentum bekennen sich lediglich 4 Prozent der Bevölkerung. Charakteristisch für die Japaner ist, dass sie häufig mehreren Religionen angehören. So bekennt sich etwa die Mehrheit der Shintoisten auch zum Buddhismus. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der Shintoismus zur Staatsreligion, wobei dem Kaiser als Gott geopfert wurde und die Japaner sich göttlicher Abstammung wähnten. Alle Japaner, unabhängig von ihrer jeweiligen Glaubensrichtung, mussten damals in shintoistischen Schreinen opfern. 1946 schafften die alliierten Besatzungsmächte den Shintoismus in dieser Form ab. Am 1. Januar 1946 musste Kaiser Hirohito öffentlich auf alle Göttlichkeitsansprüche verzichten. Die 1947 verabschiedete Verfassung stellte die absolute Religionsfreiheit wieder her und beendete damit die Funktion des Shintoismus als Staatsreligion.

3.2. 1

Feiertage

Das japanische Neujahr am 1. Januar wird Ganjitsu genannt. In Japan dauert das Neujahrsfest, Oshogatsu, drei Tage. Der 15. Januar ist der Tag der Mündigkeitserklärung (Seijin no Hi), an dem all jene besonders geehrt werden, die in dem jeweiligen Jahr ihren 20. Geburtstag feiern. Der Staatsgründungstag (Kenkoku Kinen no Hi) am 11. Februar erinnert an die Gründung Japans im Jahr 660 v. Chr. Zur Frühjahrs-Tagundnachtgleiche (Shunbun no Hi), um den 21. März, wird die Ankunft des Frühlings gefeiert. An dem Tag des Grüns (Midori no Hi), dem 29. April, widmet man sich der Schönheit der Natur. Der 3. Mai ist der Tag der Verfassung (Kempō Kinenbi), der 5. Mai der Tag der Kinder (Kodomo no Hi). Der 15. September ist der Ehrentag der alten Menschen (Keirō no Hi). Zur Herbst-Tagundnachtgleiche (Shūbun no Hi) um den 23. September feiert man die Ankunft des Herbstes und ehrt die Ahnen der Familie. 1966 wurde der 10. Oktober zum nationalen Tag für Gesundheit und Sport (Taiiku no Hi) erklärt; er soll auch an die Eröffnung der 18. Olympischen Spiele in Tokyo erinnern. Am 3. November, dem Tag der Kultur (Bunka no Hi), verleiht die Regierung Medaillen an Personen, die sich besonders um die Künste und Wissenschaften verdient gemacht haben. Der 23. November ist der Tag der Arbeit (Kinrō Kansha no Hi). Am 23. Dezember wird dem Geburtstag des Kaisers Akihito (Tennō Tanjōbi) gedacht.

3.3

Soziales

Etwa 18 Prozent des jährlichen Staatshaushalts werden für Zwecke der sozialen Sicherung aufgewendet. Ein Krankenversicherungssystem gibt es in Japan seit 1927.

Die sozialstaatlichen Leistungen wurden seit dem 2. Weltkrieg deutlich ausgeweitet. Eine Gesetzgebung aus den Nachkriegsjahren sieht eine staatliche Unterstützung für einkommensschwache Personen vor, ferner gibt es soziale Beihilfen für Behinderte, ein Rentenversicherungsgesetz, ein Gesetz zur Fürsorge für altersschwache Personen, ein Mutterschafts- und ein Kinderschutzgesetz. Die gesamte Bevölkerung ist durch verschiedene Versicherungssysteme sozial abgesichert. Die arbeitende Bevölkerung tritt meist im Alter von 55 Jahren in den Ruhestand und erhält dann eine Rente in Höhe von 40 Prozent des Gehalts. Die medizinische Versorgung ist im Allgemeinen hervorragend. Für 497 Einwohner steht ein Arzt zur Verfügung. Die Kindersterblichkeitsrate ist mit 3 Sterbefällen pro 1 000 Lebendgeburten (2008) extrem niedrig.

4

Bildung und Kultur

Die japanische Kultur entwickelte sich mit den ersten Kontakten der Inselbewohner zu den Zivilisationen in China und Korea. Aus China übernahmen die Japaner neue Handwerkstechniken und das anfängliche System der Schriftsprache. Die Übernahme der Schriftzeichen lässt sich nicht genau zurückdatieren, liegt aber vermutlich in der Zeit um 400 n. Chr. Koreanische Schreiber verwendeten damals für ihre Berichte an den japanischen Kaiserhof chinesische Ideogramme. Die Bildung im alten Japan war jedoch viel aristokratischer als das chinesische Ausbildungssystem. In Japan unterhielten die Adelsfamilien ihre eigenen Privatschulen. Während der militärisch-feudalen Periode des Mittelalters erlangten die buddhistischen Tempel eine große Bedeutung im Ausbildungsbereich. Unter dem Tokugawa-Schogunat (1603-1868) blühten die Schulen im ganzen Land auf und schufen ein Bildungsniveau, das in den vormodernen Gesellschaften seinesgleichen sucht.

Mit Beginn der Herrschaft von Kaiser Meiji (1868-1912) fanden die so genannten Meiji-Reformen statt, die Japan einer radikalen Umwandlung im gesamten Bildungsbereich sowie in sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht unterwarfen. Das erste Erziehungsministerium wurde 1872 gegründet; im selben Jahr verabschiedete man ein umfassendes Bildungsgesetz, das die allgemeine Grundschulausbildung vorsah. Die Regierung sandte pädagogische Delegationen nach Europa und Amerika, um neue erzieherische Ansätze kennen zu lernen; ausländische Pädagogen wurden eingeladen, führten ihre Erziehungsprogramme durch und änderten das japanische Schulsystem. In dieser Periode der Neuorientierung wurde im Jahr 1877 die Universität Tokyo gegründet. Als Ergebnis dieser Reformen etablierte sich Japan als moderne Nation mit einem vollständigen Schulsystem, das in seinen Grundzügen denen der westlichen Nationen entsprach.

Die Niederlage Japans im 2. Weltkrieg führte erneut zu Änderungen im Bildungsbereich: Angeregt wurden sie durch eine Gruppe von Pädagogen, die 1946 die USA bereiste. Einige dieser Vorschläge wurden auch nach der Wiederherstellung der japanischen Souveränität 1952 beibehalten. Die Verbreitung nationalistischer Ideologien wurde aus den Schulzimmern verbannt, dagegen wurde das Studium der Sozialwissenschaften betont und im Unterricht die Betonung der individuellen Persönlichkeit gezielt gefördert.

4.1

Bildung und Schulwesen

Die japanischen Schulen und Hochschulen unterstehen dem Erziehungsministerium. Das Schulsystem basiert auf einem Grundgesetz zur Bildung aus dem Jahr 1947; dieses Gesetz wurde in den folgenden Legislaturperioden nachgebessert, um allen Studenten eine Ausbildung an einer höheren Schule zu ermöglichen. Zu den immerwährenden Problemen der japanischen Lehrer zählt die Unterrichtung der schwierigen und komplexen japanischen Sprache, die aus einem Zusammenspiel dreier verschiedener Schriften besteht.

Der Schulbesuch in Japan ist für die Dauer von 10 Jahren Pflicht und kostenfrei. Vorgesehen sind sechs Jahre Grundschule und drei Jahre Mittelschule. Darüber hinaus ist der Besuch einer Ausbildungseinrichtung freiwillig. Für die Weiterbildung werden geringe Gebühren erhoben; dies gilt auch für die staatlichen Gymnasien und die öffentlichen Hochschulen. Es gibt Technik-, Handels- und Berufsschulen sowie schulische Einrichtungen für körperlich Behinderte. Privatschulen sind weit verbreitet und stellen eine beliebte Ergänzung zu dem stark leistungsorientierten staatlichen Bildungssystem dar.

In Japan gibt es etwa 60 staatliche (früher kaiserliche) Universitäten und daneben auch eine große Anzahl privater Hochschulen. Zu den größten Universitäten zählen die Universität Tokyo (gegründet 1877), die private Nihon-Universität ebendort (1899), die ebenfalls private Doshisha-Universität in Kyoto (1875), die Universität Kyoto (gegründet 1897) und die private Fukuoka-Universität in Osaka (1934).

Das Bildungssystem in Japan ist hoch entwickelt. Die Analphabetenrate liegt unter 5 Prozent. Das Erlernen der englischen Sprache ist in allen Hauptschulen Pflicht.

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