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Japan

Enzyklopädieartikel
Multimedia
Japan (Flagge und Hymne)Japan (Flagge und Hymne)
Artikelgliederung
4.2

Kultureinrichtungen

In Tokyo befinden sich die meisten wichtigen Bibliotheken des Landes. Dazu zählt auch die Nationale Reichstagsbibliothek, die zugleich als internationale Buchbörse und Informationszentrum in Japan dient. Sie ist in sieben Abteilungen gegliedert und umfasst insgesamt 9,4 Millionen Bände. Zu den bedeutenden universitären Bibliotheken in Tokyo gehören diejenige der Universität Tokyo sowie die Bibliotheken der Universitäten Meiji und Nihon. Große Sammlungen sind auch in den Provinzbibliotheken zu finden.

Mit Ausnahme einiger moderner Galerien in den Großstädten, befinden sich die Museen in Japan häufig in Tempeln oder Schreinen oder sind in Privat- bzw. Firmenbesitz. Zu den bekanntesten zählt der Myohoin-Tempel in Kyoto. Das größte Kunstmuseum Japans ist das Tokyoter Nationalmuseum. Die wichtigsten Spezialsammlungen Tokyos befinden sich im Kalligraphischen Museum, dem Nationalmuseum für westliche Kunst, dem Meiji-Schrein-Schatzmuseum und dem Museum für Japanische Volkskunst. Darüber hinaus sind in beinahe jeder größeren Stadt Museen mit ständigen oder wechselnden Ausstellungen zu besichtigen.

4.3

Kunst und Musik

Wie die japanische Kultur war auch die japanische Kunst vor allem in der Frühzeit maßgeblich von den Hochkulturen in China und Korea geprägt. Erst in der Heian-Periode (794-1185) ließ der chinesische Einfluss deutlich nach, und es bildeten sich spezifisch japanische Elemente aus. Diese Periode wird daher allgemein als klassische Epoche Japans bezeichnet. Einflüsse des alten China finden sich vor allem in der japanischen Sprache, die viele chinesische Zeichen und Lehnwörter verwendet, aber auch in der japanischen Literatur und der japanischen Musik. Die Religion, insbesondere der Buddhismus, hat im kulturellen Leben Japans eine wichtige Rolle gespielt und das frühe japanische Theater wesentlich geprägt. Westliche Einflüsse gewannen erst ab dem 19. Jahrhundert an Bedeutung. Heute gibt es sowohl rein westliche Kulturelemente als auch Vermischungen. Siehe auch japanischer Film; Sumo-Ringen; Geisha

4.4

Medien

Es erscheinen 108 Tageszeitungen, deren Gesamtauflage bei etwa 72,70 Millionenliegt (1996) – die japanischen Tageszeitungen haben eine der höchsten Gesamtauflagen der Welt. Die größten Tokyoter Tageszeitungen sind Asahi Shimbun und Yomiuri Shimbun.

5

Verwaltung und Politik

Japan wird gemäß der Verfassung von 1947 regiert, die letztmals 1994 geändert wurde. Diese Verfassung, die unter der Aufsicht der alliierten Mächte nach dem 2. Weltkrieg entstand, legt als Staatsform eine parlamentarische Monarchie fest, in der der Kaiser nicht mehr Oberhaupt des Staates ist, sondern ihn eher symbolisch vertritt und lediglich repräsentative Funktionen innehat.

5.1

Exekutive

Zwischen 1889, als die erste moderne japanische Verfassung verabschiedet wurde, und dem Ende des 2. Weltkrieges im Jahr 1945 befand sich die oberste Exekutivgewalt offiziell in der göttlichen und unantastbaren Person des Kaisers, des so genannten Dai Nippon Teikoku Tenno („Kaiser des großen japanischen Reiches”; Tenno bedeutet „himmlischer [Herrscher]”). Der Titel ist erblich und wird jeweils an den ersten männlichen Nachfolger der Kaiserfamilie übergeben. Steht kein Nachfolger zur Verfügung, kann der Kaiser auch aus der Mitte der vier Fürstenfamilien gewählt werden, die innerhalb des Kaiserhauses denselben Status innehaben. Kaiser Akihito, der den Thron im Jahr 1989 übernahm, ist der 125. Tenno Japans.

Seit In-Kraft-Treten der neuen Verfassung von 1947 liegt die tatsächliche Exekutivgewalt in Händen des Kabinetts, dessen 20 Mitgliedern der Ministerpräsident vorsteht. Er ist Mitglied des Parlaments und wird von diesem gewählt. Zu seinen Aufgaben gehören Ernennung und Entlassung der Minister.

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