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JapanEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Im Bereich der Stromproduktion gehört Japan zu den führenden Nationen der Welt. 2003 wurden 63,7 Prozent der Elektrizität mit Hilfe von Wärmekraftwerken erzeugt (insbesondere durch Verbrennung von Erdöl oder Kohle). Die Stromerzeugung durch Wasserkraft ist in Japan ausgesprochen weit entwickelt und liefert immerhin 10,2 Prozent der Stromproduktion; erwähnenswert ist ebenfalls die Nutzung geothermischer Quellen. Da die Energiegewinnung aus Erdöl oder Kohle für Japan sehr kostenintensiv ist – Japan muss Erdöl importieren – deckt das Land 23,3 Prozent seines Strombedarfs durch Kernenergie. Ein weiterer Ausbau dieses Potentials ist geplant. Gegenwärtig sind 55 Kernreaktoren in Betrieb.
Die frühesten Aufzeichnungen zur japanischen Geschichte finden sich in einigen chinesischen Quellen, vor allem aber in zwei halbmythischen japanischen Chroniken: im Kojiki („Bericht über alte Begebenheiten” entstanden 712) und im Nihon-Shoki oder Nihongi („Japanische Annalen”, um 720). Sie berichten über Ereignisse aus den vorausgegangenen knapp eineinhalb Jahrtausenden und stellen zusammen mit anderen Legendensammlungen die Grundlage der älteren Geschichtsüberlieferung in Japan dar. Das Nihon-Shoki gibt 660 v. Chr. als das Jahr an, in dem Jimmu, Abkömmling der Shinto-Sonnengöttin Amaterasu und erster Kaiser (siehe Tenno) Japans, den Thron bestieg und das japanische Kaiserreich begründete. Alle Kaiser sahen sich als direkte Nachfahren der Sonnengöttin und beriefen sich auf ein göttliches Mandat.
Vermutlich erreichten aus dem ostasiatisch-sibirischen Kernland stammende Siedler das japanische Archipel bereits im Paläolithikum, um 30000 v. Chr. Linguistische Untersuchungen legen aber auch nahe, dass eine Kolonisierung von den polynesischen Inseln ausgegangen sein könnte. Man geht heute davon aus, dass die Urjapaner, die der mongoliden Rassengruppe angehörten, seit frühester Zeit auf den Inseln dominierten, auch wenn die Ainu vielleicht ebenfalls schon sehr früh den Archipel besiedelt haben. Die These, die Ainu seien die ersten Besiedler der japanischen Inseln gewesen, gilt inzwischen als widerlegt.
Die paläolithischen Kulturen des prähistorischen Japan und ihre Nachfolger im Mesolithikum wurden um 10000 v. Chr. von neolithischen Kulturen abgelöst. Zu diesen zählt die Jomon-Kultur, aus der einige der frühesten Tonwaren überliefert sind. Reste der häufig üppig verzierten und bei niedrigen Temperaturen gebrannten Tontöpfe finden sich in ganz Japan; seltener sind Zeugnisse für Steingebäude oder Hütten aus dieser Zeit. Die Menschen der Jomon-Kultur lebten vor allem als Sammler, Jäger und Fischer. Unklar ist, inwieweit frühe Formen der Landwirtschaft verbreitet waren. Die Gesellschaftsstruktur dieser Zeit scheint relativ egalitär gewesen zu sein und nur geringe Statusunterschiede gekannt zu haben. Auf die Jomon-Kultur folgte um 300 v. Chr. die Yayoi-Kultur, die wahrscheinlich von Einwanderern vom asiatischen Festland auf Kyushu geschaffen wurde und sich langsam nach Osten ausbreitete. Sie hinterließ deutlichere Spuren; es gab Nassfeld-Reisanpflanzungen, Webereien, einfache Tonwaren, die bei hohen Temperaturen gebrannt wurden, und Eisenwerkzeuge. Die meisten Errungenschaften dieser Zeit, insbesondere die Eisen- und Bronzestücke, wurden seit 100 v. Chr. vermutlich über Korea aus China eingeführt – ein erstes Zeugnis für den über Jahrhunderte hinweg andauernden chinesischen Einfluss auf Japan. Auch die unterschiedlichen und verfeinerten Grabriten zeugen davon, dass die Gesellschaft der Yayoi-Kultur bereits komplexer zusammengesetzt und effizienter organisiert war als die Jäger-und Sammlergesellschaft der Jomon-Zeit. Die Träger der Jomon- und der Yayoi-Kultur gelten als die Ahnenvölker Japans. Erstmals in offiziellen chinesischen Chroniken erwähnt wurde Japan während der späten Han-Dynastie. So findet sich die Aufzeichnung, dass im Jahr 57 n. Chr. „der Staat der Nu in Wo” Gesandte zum chinesischen kaiserlichen Hof geschickt und ein Goldsiegel erhalten habe (das 1748 in Japan gefunden wurde). Nu war offensichtlich eines der zahlreichen kleinen Reiche auf dem japanischen Archipel, die in den chinesischen Chroniken in ihrer Gesamtheit als Wo bezeichnet wurden. Beschrieben wird eine relativ hoch entwickelte Gesellschaft mit hierarchischer Struktur, Märkten für den Tauschhandel und professionellen Schreibern, die der chinesischen Schrift mächtig waren. Es wird auch über eine Königin namens Himiko berichtet. Sie übte ihre Herrschaft in einer Stadt namens Yamatai aus und hatte um 200 n. Chr. die Oberherrschaft über zahlreiche Staaten inne. Dies legt die Vermutung nahe, dass die Yayoi in Japan über eine gewisse Zeitspanne in einer matriarchalischen Gesellschaft lebten, in der priesterliche Königinnen über beträchtliche Macht verfügten.
Die Yayoi-Periode ging im 3. Jahrhundert in die Konfun-Periode über, benannt nach dem konfun (japanisch für Hügelgrab), der sich über den Gräbern der damaligen japanischen Großkönige und Adligen (uji) erhob und deren Macht dokumentierte. In der Verbindung von Ahnenkult und animistischer Naturverehrung sah sich jedes Clanoberhaupt in strikter Erbfolge durch seine Abstammung von der jeweiligen Ahngottheit legitimiert und war daher in seinem Herrschaftsbereich sowohl weltliches wie priesterliches Oberhaupt. Mit der Herausbildung des Shintoismus zur allgemeinen Religion entstand eine ideell-politische Grundlage, die Oberherrschaft in dem durch feudalistische Strukturen gekennzeichneten Gesellschaftssystem zu beanspruchen. Eine solche Legitimation machte der Tenso-Clan („Sonnenlinie”) für sich geltend, der von Kyushu aus durch Bündnisse und Kriege die Hegemonie über Yamato, eine Provinz im Zentrum von Honshu, erringen konnte, der Legende nach unter Führung des Herrschers Jimmu, der seine Abstammung auf die Sonnengöttin Amaterasu zurückführte, die zur obersten Gottheit des Landes erhoben wurde. Das Herrschaftsgebiet Yamato verlieh dem Kaiserhaus und wahrscheinlich auch dem Japan der damaligen Zeit seinen Namen. Gegen Ende des 4. Jahrhunderts hatte das Yamato-Reich anscheinend soweit an Ressourcen und Kraft gewonnen, dass es auf das asiatische Festland übergreifen konnte und, wie chinesische Inschriften aus dem frühen 5. Jahrhundert berichten, im Jahr 391 den Stützpunkt Mimana im Süden Koreas errichtete. Das Königreich Paekche im Südwesten Koreas wurde ein abhängiger Verbündeter des Yamato-Hofes. Zu dieser Zeit hatte die koreanische Kultur unter starkem chinesischem Einfluss bereits ein hohes Niveau erreicht. Während der folgenden Jahrhunderte beeinflussten die japanisch-koreanischen Kontakte und vermittelt durch sie auch die chinesische Kultur die Entwicklung Japans in grundlegender Weise. Literatur und Philosophie aus China sowie die chinesische Schrift wurden vom Yamato-Reich bereitwillig aufgenommen. Etwa seit Mitte des 6. Jahrhunderts gewann der Buddhismus durch koreanische Vermittlung in Japan an Bedeutung. 552 entsandte der König von Paekche buddhistische Priester nach Japan, die religiöse Bilder und Schriften sowie den Mondkalender mitbrachten. Die importierte Kultur verwurzelte sich schnell im Yamato-Reich, jedoch nicht ohne heftigen Widerstand, der in bürgerkriegsähnliche Auseinandersetzungen zwischen zwei Adelsparteien überging. Das Yamato-Reich verlor in diesem Prozess seine Vorherrschaft, beschleunigt auch durch die Vertreibung aus Korea im Jahr 562; der Buddhismus setzte sich allmählich durch.
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