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Bibel

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Artikelgliederung
3.4. 2

Die Septuaginta und andere griechische Versionen

Die wertvollsten Versionen der hebräischen Bibel sind die Übersetzungen ins Griechische. Es handelt sich um ursprünglich komplette Abschriften der christlichen Bibel, die bis ins 4. und 5. Jahrhundert zurückdatiert werden können. Die wichtigsten Manuskripte sind der Codex Vaticanus, der in der Bibliothek des Vatikans gelagert wird und den Text am Rand erstmals durch Zahlen in Abschnitte teilt (eine Arbeit, die später von Eusebius von Cäsarea und endgültig durch die Kapiteleinteilung von Erzbischof Stephen Langton im modernen Sinn vervollkommnet wurde), der Codex Sinaiticus und der Codex Alexandrinus; Letztere befinden sich im Besitz des Britischen Museums.

Die wichtigste griechische Version ist die so genannte Septuaginta (griechisch: siebzig). Sie verdankt ihren Namen der Legende, dass die Thora im 3. Jahrhundert v. Chr. von 72 Gelehrten übersetzt worden sein soll. Diese Legende enthält vermutlich einige historische Fakten: Die erste griechische Übersetzung enthielt nur die Thora, und sie entstand in Alexandria im 3. Jahrhundert v. Chr. Später wurden auch die restlichen Bücher der hebräischen Bibel übersetzt, allerdings von anderen Schriftgelehrten und unter unterschiedlicher theologischer Perspektive. Je mehr die Septuaginta vom Christentum übernommen wurde, desto geringer wurde ihre Rolle im Judentum. Während sie dort im Zug der Kanonisierung im 1. Jahrhundert n. Chr. gänzlich verschwand (ihre Benutzung wurde verboten), blieb sie in der frühchristlichen Kirche durch Übersetzungen ins Lateinische erhalten.

Es entstanden noch zahlreiche weitere griechische Übersetzungen der hebräischen Bibel; die meisten von ihnen existieren jedoch nur noch in Fragmenten oder in Zitaten der Kirchenväter und anderer. Zu diesen Übersetzungen zählen beispielsweise die Versionen von Aquila, Symmachus, Theodotion und Lucian. Im 3. Jahrhundert untersuchte der christliche Theologe Origenes die Probleme, die im Zusammenhang mit diesen unterschiedlichen Versionen bei der Auslegung der Heiligen Schrift auftraten, und fertigte eine so genannte Hexapla an: Dabei handelt es sich um eine synoptische Gegenüberstellung des hebräischen Textes, der Umschrift des hebräischen Textes ins Griechische, der Versionen von Aquila und Symmachus, der Septuaginta und der Version des Theodotion, die in sechs parallelen Spalten nebeneinanderstehen.

3.4. 3

Peschitta, Vetus Latina, Vulgata und Targums

Andere Versionen des Alten Testaments sind z. B. die Peschitta, oder Vetus Syra, die möglicherweise bereits im 1. Jahrhundert n. Chr. begonnen wurde, die altlateinische Version Vetus Latina, die nicht aus dem Hebräischen, sondern im 2. Jahrhundert auf der Grundlage der Septuaginta übersetzt wurde, und die so genannte Vulgata, die von Hieronymus Ende des 4. Jahrhunderts n. Chr. vom Hebräischen ins Lateinische besorgte Übersetzung des Alten Testaments (sein Versuch einer Etablierung blieb erfolglos und wurde erst von Martin Luther für die protestantischen Kirchen wieder aufgegriffen und vollendet). Ebenfalls als Übersetzungen gelten die aramäischen Targums. Als das Aramäische die hebräische Sprache allmählich als Alltagssprache ersetzte, bedingte dies auch die Notwendigkeit von Übersetzungen der hebräischen Bibel. Siehe Targum.

3.5

Geschichte im Alten Testament

Die Geschichte Israels wird im Alten Testament in eine Reihe von zentralen Ereignissen und Perioden geordnet: Dazu gehört zunächst der Auszug der Israeliten aus Ägypten (der so genannte Exodus, einschließlich der Geschichten von den Patriarchen bis zur Eroberung Kanaans); darauf folgten Darstellungen aus der Zeit der Monarchie, des Babylonischen Exils, der Rückkehr nach Palästina und der Wiedereinsetzung der alten religiösen Institutionen.

Um die Historizität der im Alten Testament vorgefundenen Faktenlage auf ihre Richtigkeit hin zu überprüfen, ist es notwendig, andere Quellen heranzuziehen. Diese Quellen, die Aufschluss über die geschichtliche Entwicklung geben könnten, beschäftigen sich jedoch vor allem mit der theologischen Bedeutung der Vergangenheit. Außerdem sind die meisten Dokumente oft erst Jahrhunderte nach den Geschehnissen entstanden, die sie beschreiben. Eine nennenswerte Anzahl schriftlicher Beweise gibt es erst seit der Zeit der Monarchie, die mit der Salbung Sauls zum ersten König von Israel im 11. Jahrhundert v. Chr. begann. (siehe biblische Archäologie; Exegese).

Wie bei den anderen kleinen Völkern des östlichen Mittelmeerraumes hing das Schicksal Israels von den Großmächten Ägypten, Assyrien und Babylonien ab; die kleinen Nationen konnten nur dann ein unabhängiges Leben führen, wenn sich die Lage in den Herrscherländern selbst derart verschlechterte, dass sie ihre Vormachtstellung einbüßten, oder wenn die Kleinreiche in Kriegen untereinander die Oberhand gewinnen konnten.

3.5. 1

Frühzeit und Entwicklung Israels

Eine Fülle von Informationen zur Geschichte des Nahen Ostens ist bereits seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. erhalten geblieben, aber eine detaillierte Geschichte Israels kann nur etwa seit der Zeit König Davids (1000-961 v. Chr.) rekonstruiert werden. Die Erzählungen von den Patriarchen in Genesis z. B. waren überhaupt nicht als geschichtliche Dokumente angelegt. Archäologische Beweisstücke haben jedoch gezeigt, dass hier das Leben in der späten Bronzezeit widergespiegelt wird. Die Geschichten belegen auch, dass die Vorfahren der Bewohner Israels Halbnomaden gewesen sein müssen. Darüber hinaus geben sie Auskunft über die religiösen Gebräuche und Praktiken dieser Zeit.

Eine Analyse der biblischen Berichte und eine umsichtige Verwendung des archäologischen Materials ergaben, dass der Auszug aus Ägypten in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts v. Chr. stattgefunden haben muss. Der Weg des Zuges selbst ist jedoch weitgehend unbekannt.

Josua 1-12 und Richter 1-2 enthalten zwei verschiedene Versionen der Ankunft des Volkes Israel im gelobten Land Kanaan. Die zusammenfassenden Äußerungen im Bericht Josuas berichten von einer Eroberung durch die Israeliten unter der Führung von Josua; dem widerspricht das Buch der Richter 1-2 und andere Überlieferungen, die die Annahme nahe legen, dass einzelne Stämme allmählich in das Land einwanderten und dass es Jahrzehnte, wenn nicht gar Jahrhunderte gedauert haben muss, bis sich die Israeliten in Kanaan endgültig angesiedelt hatten.

3.5. 2

Die Monarchie

Israelitische Monarchen kamen während des 11. Jahrhunderts v. Chr. zur Macht, gerade zu jener Zeit, als das Land von inneren Kämpfen zerrissen war und zugleich von außen bedroht wurde. Die monarchistische Regierungsform setzte sich wegen der äußeren Bedrohung durch die militärisch überlegenen Philister durch, die fünf Städte in der Küstenebene besetzt hatten. Saul vereinte die Stämme und schuf eine Königsherrschaft, wurde aber zusammen mit seinem Sohn Jonathan in einer Schlacht gegen die Philister getötet. Daraufhin wurde David König, zunächst nur im Süden, dann über das gesamte Volk. Erst David machte der Bedrohung durch die Philister ein Ende und errichtete ein Großreich, dessen Einflussnahme sich von Syrien bis zur Grenze Ägyptens erstreckte. Während seiner Regierungszeit wurde Israel zu einem reichen Land. Davids Nachfolger war sein Sohn Salomo, der einen Hof nach dem Vorbild anderer orientalischer Könige einrichtete. Er baute einen Palast und einen großen Tempel in Jerusalem, wobei er verschwenderisch mit den Ressourcen des Landes umging.

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