![]() |
Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse Seite 6 von 8
BibelEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Nach dem Tod Salomos rebellierten die Stämme des Nordens gegen die Herrschaft seines Sohn Rehabeam. Die zwei Nationen, Israel im Norden und Juda im Süden, wurden nie wieder vereint und bekämpften sich fortan. In Juda herrschte weiterhin das Haus David, bis die Babylonier das Land eroberten (597 und 586 v. Chr.); in Israel regierten währenddessen mehrere Könige und Dynastien. Die Zeit der geteilten Monarchie war von der wiederholten äußeren Bedrohung durch die Assyrer, die Aramäer und die Babylonier gekennzeichnet. 722 bis 721 v. Chr. mussten sich Israel und seine Hauptstadt Samaria der assyrischen Armee ergeben. Die Israeliten wurden verschleppt, und Fremde siedelten sich auf ihrem Gebiet an. Juda seinerseits hatte zweimal unter den Demütigungen der Babylonier zu leiden: bei der Eroberung Jerusalems 597 und während seiner Zerstörung 586 v. Chr. (siehe Babylonisches Exil).
538 v. Chr., als der persische König Cyrus das Perserreich errichtete, wurde das Volk Israel aus der Verbannung entlassen. In der Zeit nach der Verbannung richtete es unter der Führung der Propheten Esra und Nehemia die alten Institutionen wieder ein und baute den Tempel wieder auf. Juda unterstand als Provinz fortan dem Perserreich, und das Volk genoss eine relative Autonomie, vor allem in religiösen Angelegenheiten. Zu einem bestimmten Zeitpunkt der israelitischen Geschichte nach der Verbannung wurde die Geschichte Israels zur Geschichte des Judentums. In der Frühphase des Christentums hatte das Volk bereits den Aufstieg des hellenistischen Reiches (333 v. Chr.), die Revolution der Makkabäer (168-165 v. Chr.) und ihre Herrschaft und die Errichtung der römischen Herrschaft in Palästina (63 v. Chr.) überlebt. Der gescheiterte Aufstand 70 n. Chr., bei dem Jerusalem zerstört wurde, bewirkte eine radikale Veränderung der Lebensumstände.
Das Neue Testament besteht aus 27 verschiedenen Schriften, die zwischen 50 und 150 n. Chr. entstanden und – neben der Lebensgeschichte Jesu Christi – Fragen zu Glaubenstheorie und -praxis in christlichen Gemeinschaften im gesamten Mittelmeerraum behandeln.
Heute existieren etwa 5 000 teils vollständige, teils fragmentarisch oder lediglich als Bruchstücke erhaltene Manuskripte des Neuen Testaments. Bei keinem dieser Dokumente handelt es sich jedoch um ein Autograph, also ein von den Verfassern selbst geschriebenes Original. Das älteste Manuskript ist wohl ein Fragment des Johannesevangeliums, dessen Entstehungsdatum auf ungefähr 120 bis 140 n. Chr. geschätzt wird. Wenn man die räumlichen und zeitlichen Unterschiede bei der Entstehung sowie die unterschiedlichen Schreibmethoden und -materialien bei der Anfertigung dieser Manuskripte berücksichtigt, so ist es höchst erstaunlich, wie sehr sich die einzelnen Schriften ähneln. Trotzdem gibt es Abweichungen wie Auslassungen und Zusätze sowie unterschiedliche Ausdrucksweisen.
Die 27 Bücher des Neuen Testaments sind nur ein Bruchteil der literarischen Erzeugnisse der christlichen Gemeinden während der ersten drei Jahrhunderte. Die literarischen Grundformen der neutestamentlichen Dokumente, wie Evangelium, Brief oder Apokalypse, wurden häufig imitiert; so waren zunächst vermutlich über 50 Evangelien im Umlauf. Viele dieser nichtkanonischen christlichen Schriften bilden die Apokryphen des Neuen Testaments. Die Kenntnis der Literatur jener Periode verbesserte sich erheblich, als 1945 in Naj Hammadi eine Bibliothek der Gnostiker entdeckt wurde (siehe Gnostizismus). Diese in koptischer Sprache geschriebene Sammlung konnte nach ihrer Übersetzung veröffentlicht werden und gab danach den Forschern Aufschluss nicht zuletzt über das religiöse Denken der Zeit. Von besonderem Interesse ist dabei u. a. das Thomasevangelium, das insgesamt 114 Sprüche enthält, die angeblich Jesus selbst in Gesprächen mit dem heiligen Thomas, einem der Apostel, geäußert haben soll.
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |