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Bibel

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Artikelgliederung
4.1. 3

Der Kanon

Der Erste, der versuchte einen Kanon aufzustellen, war ein abtrünniger Christ namens Marcion, der um 150 n. Chr. eine Liste zusammenstellte, die u. a. das Lukasevangelium und zehn von Paulus’ Briefen umfasste. 200 n. Chr. galten offenbar 20 der 27 Bücher des Neuen Testaments als allgemein anerkannt. Hier und da existierten lokale Präferenzen, und auch zwischen den östlichen und den westlichen Kirchen gab es Unterschiede, wobei der Brief des Jakobus, der Hebräerbrief, der 2. Brief des Johannes (siehe Johannesbriefe), der Brief des Judas, der 2. Brief des Petrus (siehe Petrusbriefe) sowie die Offenbarung des Johannes im theologischen Disput der Zeit am umstrittensten waren.

Der 39. Festbrief des Athanasius, zur damaligen Zeit Bischof von Alexandria, beseitigte alle Unklarheiten bezüglich des Inhalts des neutestamentlichen Kanons. Er wurde 367 unter seiner Rechtsprechung an alle Kirchen gesandt. In diesem Festbrief, der in einer Sammlung von Botschaften erhalten geblieben ist, die Athanasius jedes Jahr zur Fastenzeit schrieb, führte der Bischof jene 27 Bücher als kanonisch an, die noch heute den Inhalt des Neuen Testaments bilden, obgleich er sie in einer anderen Reihenfolge auflistete. Diese Bücher des Neuen Testaments sind, in ihrer endgültigen Reihenfolge, die vier Evangelien des Matthäus, Markus, Lukas und Johannes (siehe Matthäusevangelium; Markusevangelium), die Apostelgeschichte, der Brief an die Römer (siehe Römerbrief), der 1. und 2. Brief an die Korinther (siehe Korintherbriefe), die Briefe an die Galater, Epheser, Philipper und Kolosser, der 1. und 2. Thessalonicherbrief, der 1. und 2. Timotheusbrief, der Titusbrief (siehe Pastoralbriefe), der Philemonbrief, der Hebräerbrief, der Jakobusbrief, der 1. und 2. Petrusbrief, der 1., 2. und 3. Johannesbrief, der Judasbrief und die Offenbarung des Johannes (siehe auch die Artikel zu den einzelnen Büchern des Neuen Testaments).

4.1. 4

Frühe Versionen

Die schnelle Verbreitung des Christentums über die Grenzen der Griechisch sprechenden Welt hinaus machte Übersetzungen in andere Sprachen erforderlich, z. B. ins Syrische, Altlateinische, Koptische, Armenische, Georgische, Äthiopische und Arabische. Syrische und lateinische Versionen gab es bereits im 2. Jahrhundert, im 3. Jahrhundert folgten dann koptische nach. Die Übersetzungen waren in lokalen Dialekten geschrieben und enthielten nur ausgewählte Teile des Neuen Testaments. Im 4. und 5. Jahrhundert gab es Bestrebungen, diese regionalen Versionen durch solche zu ersetzen, die mehr einem gemeinsamen Standard entsprachen und allgemein akzeptiert wurden. 382 beauftragte Papst Damasus I. Hieronymus mit der Erstellung einer lateinischen Bibel. Diese als Vulgata bekannte Bibel ersetzte die verschiedenen altlateinischen Versionen. Im 5. Jahrhundert entstand die syrische Peschitta, die an die Stelle der bis dahin verwendeten syrischen Texte trat. Mit der Zeit verschwanden die alten Versionen und wurden durch neue ersetzt.

4.2

Gattungen

Die Schriften des Neuen Testaments lassen sich in vier Gattungen unterteilen, und zwar in Evangelien, Geschichtsschreibung, Briefe und Apokalypse.

4.2. 1

Evangelien

Die Evangelien des Neuen Testaments beinhalten eine Reihe persönlicher Berichte über Worte und Taten Jesu Christi, von denen jeder für sich in gewisser Weise abgeschlossen ist, die jedoch zum Teil aufeinander aufbauen. Der Evangelist brachte die Berichte in eine chronologische Reihenfolge, wobei seine eigenen Überlegungen sowie die Bedürfnisse der frühchristlichen Gemeinde eine große Rolle spielten.

4.2. 2

Historische Erzählung

Ein Beispiel für eine historische Erzählung im Neuen Testament ist die Apostelgeschichte, die vermutlich von dem Evangelisten Lukas abgefasst wurde. Sie berichtet in einer zusammenhängenden Reihung von Jesus und der frühen Kirche, die in seinem Namen entstand und auf den sie sich berief.

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