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Geographische Entdeckungen

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Bedeutende Entdecker und ihre EntdeckungsreisenBedeutende Entdecker und ihre Entdeckungsreisen
Artikelgliederung
1

Einleitung

Geographische Entdeckungen, Erkundungsreisen, die unternommen wurden und heute noch werden, um unbekannte Teile der Erde zu erforschen. Menschen bewohnten bereits in frühester Zeit fast alle Bereiche der Erde mit Ausnahme der Polargebiete. Sobald der Bevölkerungsdruck für ein Jagdgebiet zu groß wurde oder eine Naturkatastrophe das Siedlungsgebiet unbewohnbar machte, zogen die Menschen weiter, auf der Suche nach neuen Lebensräumen. Spätere Entdeckungsreisende stießen deshalb fast immer auf die Spuren früherer Kulturen. Bereits ab 10 000 v. Chr. siedelten Ackerbau treibende Kulturen entlang des Nil in Ägypten und in Mesopotamien, dem Zwischenstromgebiet zwischen Euphrat und Tigris. Diese Gebiete zählen zu den frühesten Zivilisationszentren.

2

Erkundungen in der Antike

Die ersten Entdecker hinterließen keine schriftlichen Aufzeichnungen von ihren Reisen – wir müssen uns auf archäologische Funde verlassen, um uns ein Bild von deren Wanderungen zu machen. Es ist bekannt, dass die Minoer von etwa 2000 bis 1400 v. Chr. von Kreta aus den Mittelmeerraum erkundeten. Ägyptische Hieroglyphen zeugen von einer Expedition in das Land Punt (vermutlich die Küste eines der heute unabhängigen Staaten Eritrea oder Somalia in Ostafrika) 1482 v. Chr. Die Phönizier umsegelten Afrika um 600 v. Chr. Außerdem erforschten sie die Küsten von Portugal, Spanien, Frankreich und die Südküste Englands. Pytheas, ein Grieche, verließ 325 v. Chr. Marseille, um Britannien zu umsegeln. Vermutlich war er auch auf den Orkney-Inseln, auf Island und im gesamten Ostseeraum.

3

Erkundungen im Mittelalter

Im Mittelalter war man in Europa der Ansicht, dass Jerusalem das Zentrum der Welt sei. Andere Meinungen fanden keine Geltung. Zwar setzten europäische Seefahrer die kartographische Darstellung des Mittelmeeres und der angrenzenden Meere fort, aber es waren chinesische und arabische Händler, die zu jener Zeit die größten Entdeckungen machten. Der Venezianer Marco Polo reiste in Begleitung seines Vaters und seines Onkels im 13. Jahrhundert auf chinesischen und arabischen Handelswegen, sowohl auf dem Lande als auch zur See. Einige von der Reisegruppe durchquerte Gebiete waren bis dahin noch von keinem Europäer betreten worden. Marco Polo begegnete dem mongolischen Herrscher Kubilai Khan, in dessen diplomatischen Dienst er eintrat und den er auf vielen Reisen begleitete. Wenige Jahre später bereiste der Araber Ibn Battuta Indien, viele Inseln des Indischen Ozeans und beinahe die gesamte islamische Welt. Um die Macht des Chinesischen Reiches zu demonstrieren, leitete Zheng He von 1405 bis 1434 sieben Expeditionen, an denen insgesamt 317 Schiffe und 37 000 Mann beteiligt waren. Er bereiste China, Indien und die Ostküste Afrikas.

4

Erkundungen in der Neuzeit

In Europa begann nach Meinung vieler das so genannte große Zeitalter der Entdeckungen mit der Renaissance. Das Christentum befand sich im Aufschwung: die Mauren wurden 1492 aus Granada, ihrer letzten Hochburg in Spanien, vertrieben. Im selben Jahr entdeckte Christoph Kolumbus die Karibik. Er sollte im Auftrag der spanischen Krone einen kürzeren Seeweg nach Asien finden. Die Umschiffung Afrikas war bisher notwendig, um nach Indien zu gelangen. Durch seine Landung in der Karibik erschloss Kolumbus Mittelamerika für die westliche Welt. Portugiesische und spanische Eroberer unterwarfen ferne Länder unter dem Vorwand, deren Einwohner zum Christentum zu bekehren. Der eigentliche Grund für diese Entdeckungsreisen war jedoch die Hoffnung, wertvolle Waren und Bodenschätze mit nach Europa nehmen zu können. Auf der Suche nach einer Seefahrtsroute zu den südasiatischen – besonders indischen – Anbaugebieten für Gewürze fuhren die Portugiesen in südliche Richtung, entlang der Westküste Afrikas und schließlich um das Kap der Guten Hoffnung herum. Als vier der von Vasco da Gama geführten Schiffe 1499 aus Indien zurückkehrten, war ihre Ladung aus Pfeffer, Ingwer, Zimt und Gewürznelken ein Vermögen wert.

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