![]() Auswahl der Encarta-Redaktion
Gute Bücher zum Thema "Geographische Entdeckungen", ausgewählt von den Encarta-Redakteuren. Verwandte Elemente
Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Geographische Entdeckungen |
Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse Seite 2 von 4
Geographische EntdeckungenEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Dieser Erfolg veranlasste Pedro Álvares Cabral 1500 zu einer Reise nach Indien. Mit 13 Schiffen und 1 200 Seeleuten startete er in Lissabon in südwestlicher Richtung und entdeckte die Küste Brasiliens. Zur selben Zeit war Kolumbus unterwegs, in der Hoffnung China und Japan zu erreichen. Er landete in Kuba. Die Hoffnung auf Gold und Silber zog immer mehr Entdecker in die Neue Welt. Hernán Cortés reiste nach Mexiko, wo er auch die Halbinsel Baja California entdeckte und die mexikanische Pazifikküste erforschte. Francisco Pizarro landete in Peru, eroberte das Reich der Inka und gründete 1535 Lima als neue Hauptstadt anstelle von Cuzco, der alten Hauptstadt der Inka. Fernão de Magalhães suchte eine Route in den Orient, umsegelte dabei die Spitze Südamerikas und war der erste Europäer, der den Pazifik überquerte. Die von ihm 1520 durchfahrene Magellanstrasse, eine Meeresstraße zwischen der Südspitze Südamerikas und Feuerland, wurde nach ihm benannt. Jacques Cartier, ein französischer Seefahrer, unternahm zwischen 1534 und 1542 ausgedehnte Forschungsreisen in Kanada, vor allem im Gebiet des Sankt-Lorenz-Stromes. Ihm folgten weitere Entdecker, die mit Hilfe von Indianern alle großen Wasserläufe der Ostküste Kanadas und die Nebenflüsse des Sankt-Lorenz-Stromes kartierten. An seinem Ufer gründete Samuel de Champlain die Stadt Quebec. Henry Hudson, der für die holländische Ostindienkompanie unterwegs war, gründete auf Manhattan den ersten Pelzhandelsposten. Es folgten Missionare und Pelzhändler: Die Hudson’s Bay Company wurde 1670 gegründet und gegen Ende des 18. Jahrhunderts führte der Konkurrenzkampf mit der North West Company dazu, dass die Wasserwege Kanadas zügig erforscht wurden. Sir Alexander Mackenzie bereiste den nach ihm Mackenzie benannten Fluss, einen der längsten Flüsse Nordamerikas, bis zur Arktis. Vier Jahre später, 1793, durchquerte er als Erster den Kontinent auf dem Landweg. Weiter südlich fuhr La Salle den Mississippi bis zum Golf von Mexiko hinunter und erklärte 1682 das Gebiet zum Besitz Frankreichs. Später erhielt es den Namen Louisiana. 1803 entsandte Thomas Jefferson die Lewis-und-Clark-Expedition, um das inzwischen zu den USA gehörende Territorium zu erkunden. In engem Zusammenhang mit der Entdeckung Amerikas steht die Sklaverei. Dies betraf sowohl die einheimischen Indianer, als auch verschleppte Schwarzafrikaner. Dabei spielten die Entdecker eine aktive Rolle. Eine weitere Bedrohung für die einheimische Bevölkerung stellten eingeführte Krankheiten dar. Eine andere, ebenfalls fragwürdige Motivation zu Fernreisen und Entdeckungen war der Missionsgedanke. In diesen Zusammenhang zu nennen sind die Jesuiten Franz Xaver, der Japan im 16. Jahrhundert bereiste, und Matteo Ricci, der Einfluss auf den Kaiser von China ausübte. Im 18. Jahrhundert stand die Forschung etwas mehr im Vordergrund. 1768 wurde Kapitän James Cook von der Königlichen Britischen Akademie der Naturwissenschaften zum Leiter einer Pazifikexpedition ernannt, die die Vermessung der Bahn des Planeten Venus um die Sonne zum Ziel hatte. Er kehrte 1771 von seiner ersten Weltumsegelung zurück. Auf Tahiti hatte er eine Sonnenfinsternis beobachtet. Er kartierte die Nord- und Südinsel Neuseelands und die Ostküste Australiens und brachte eine Schiffsladung unbekannter Tier- und Pflanzenarten mit nach Europa zurück. Auf seiner zweiten Reise segelte Cook südlicher als alle Entdecker zuvor bis ins antarktische Packeis. Damit revidierte er die Vorstellung von einem bewohnbaren Kontinent in den hohen Breiten der südlichen Hemisphäre.
Einige Jahre nachdem Cook auf seiner dritten Reise von Insulanern erschlagen worden war, wurde in London die African Association gegründet. Diese Gesellschaft hatte sich die Erforschung Afrikas zum Ziel gesetzt. Später wurde daraus die Royal Geographical Society. Zunächst richtete die African Association ihre Aufmerksamkeit auf Westafrika. Mungo Park, ein junger schottischer Arzt, erforschte den Lauf des Flusses Niger. Kurz vor Erreichen der Mündung in den Golf von Guinea ertrank er jedoch. Erst 1830 stellten die Brüder John und Richard Lander fest, dass der Niger schiffbar ist und eine mögliche Route ins Innere des afrikanischen Kontinents darstellt. Heinrich Barth, der einzige Überlebende der von der Anti-Slavery Society finanzierten Expedition von 1849, reiste mehr als 16 000 Kilometer durch die Sahara. Seine Reise führte ihn von Tripolis an der Küste des Mittelmeeres bis zum Tschadsee und den Niger hinab und ermöglichte eine sorgfältige Beschreibung der geographischen Beschaffenheit des Gebietes. Noch immer aber war das Rätsel der Quelle des Nil nicht geklärt. 1856 machten sich Richard Burton und John Hanning Speke daran, den Tanganyikasee zu erkunden. Auf der Rückreise entdeckte Speke den Victoriasee, den größten Süßwassersee des Kontinents, und hielt diesen richtigerweise für die Quelle. Es kam zu ernsthaften Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Entdeckern, und erst bei einer zweiten Expedition von 1859 bis 1862 waren Speke und James Grant in der Lage zu bestätigen, dass ein Quellfluss des Nil tatsächlich in den Victoriasee fließt. Diese Entdeckung war eine große Enttäuschung für Samuel Baker und seine Frau Florence, die sich mit der Entdeckung eines anderen Sees des Ostafrikanischen Grabensystems, den sie Albertsee nannten, und der Murchisonfälle begnügen mussten. In Südafrika war es der schottische Missionar David Livingstone, der sich in unbekanntem Territorium einen Namen machte, indem er die Wüste Kalahari durchquerte und einen großen Teil des Gebiets von Angola bis zur Mündung des Sambesi in Moçambique kartographisch erfasste. Von der britischen Regierung und der Royal Geographical Society wurde Livingstone ein Dampfboot zur Verfügung gestellt, damit er Untersuchungen über die Schiffbarkeit des unteren Sambesi anstellen konnte. Dieser Versuch schlug jedoch fehl und 1867 richtete Livingstone seine Aufmerksamkeit auf die Quellen des Nil und auf den Tanganyikasee. Als er sich 1871 nicht zurückmeldete, wurden mehrere Suchexpeditionen gestartet, darunter eine des Journalisten Henry Morton Stanley vom New York Herald. Er fand Livingstone in Ujiji. Als Livingstone zwei Jahre später starb, wurde sein einbalsamierter Körper zurück nach Sansibar gebracht, von wo aus er nach England zur Beisetzung in die Westminster Abbey gebracht wurde. 1874 startete Stanley eine der größten und ehrgeizigsten Überlandreisen quer durch Afrika, den Entdeckungen seiner Vorgänger folgend. Mit seiner Befahrung des Tanganyikasees bewies er schließlich, dass dieser keine Verbindung zum Nil hatte. Auf einer Reise, die 999 Tage dauerte und 242 seiner Begleiter das Leben kostete, befuhr er den Kongo, den nach dem Nil zweitlängsten Fluss Afrikas, bis zu dessen Mündung in den Atlantischen Ozean. Später trat Stanley in den Dienst des belgischen Königs Leopold II. und war eine der Schlüsselfiguren bei der Kolonisierung Afrikas durch europäische Mächte.
1818 beschloss die britische Admiralität, die Suche nach der Nordwestpassage durch den kanadischen Archipel, mit der englische Seefahrer bereits im 16. Jahrhundert begonnen hatten, wieder aufzunehmen. 1845 stellte die Königliche Marine eine gut ausgerüstete Expedition zusammen: zwei Polarschiffe, die Erebus und die Terror, die gerade von einer Antarktis-Expedition unter Leitung von Sir James Clark Ross zurückgekehrt waren, wurden unter dem Kommando von Sir John Franklin entsandt. Jahre vergingen ohne ein Zeichen von der Expedition. Etwa 40 Suchexpeditionen wurden gestartet, die meisten davon auf Betreiben der Witwe Franklins. Erst 1854 hörte John Rae von der Hudson’s Bay Company Berichte von den Inuit Nordkanadas über den Tod Franklins und seiner 137 Männer. 1859 schließlich fand eine andere Expedition in einem Steinhaufen den einzigen von der Expedition hinterlassenen schriftlichen Bericht. Durch die Bemühungen, Franklin und seine Mannschaft zu finden, wurden viele der noch offenen weißen Flecken auf der Landkarte des Nordpolargebiets geschlossen.
Zur selben Zeit suchten Forscher in Australien nach einem Binnenmeer oder See im Landesinneren, mit dem die Wasserversorgung verbessert und das Dürreproblem des Landes gelöst werden könnte. Edward Eyre, ein Schafzüchter, drang tief ins Landesinnere vor und entdeckte einen Salzsee, der nach ihm benannt wurde. Der deutsche Wissenschaftler Ludwig Leichhardt erforschte Nordaustralien, kam aber 1848 bei dem Versuch, das Land von Ost nach West zu durchqueren, ums Leben. Charles Sturt und etwas später John Stuart reisten von der Südküste Australiens in das weite Landesinnere. 1860 und 1861 durchquerte der erfahrene John Stuart zweimal fast ganz Australien. Er erreichte von Adelaide aus das Nordterritorium, musste seine Expeditionen aber wegen Nahrungsmittelknappheit bzw. Unwegsamkeit des Geländes abbrechen. 1862 gelang ihm schließlich mit Pferden und Kamelen die vollständige, 3 250 Kilometer lange Durchquerung. Diesmal erreichte er, wieder von Adelaide aus startend, die Nordküste Australiens. Er kehrte zu der Zeit nach Adelaide zurück, als die Leichname von Robert O’Hara Burke und William Wills in die Stadt zurückgebracht wurden. Burke und Wills hatten Melbourne mit einer großen Expedition verlassen, in der Hoffnung Stuart quer durch Australien zu folgen. Sie kamen in Sichtweite der Nordküste, kehrten um und hatten schon mehr als die Hälfte der Strecke nach Melbourne zurückgelegt, bevor sie am Cooper Creek vor Hunger und Durst starben. Weiteren Entdeckern gelang die vollständige Kartierung des Kontinents: die Gebrüder Gregory erforschten das Nordterritorium, Alexander Forrest Westaustralien, Ernest Giles sichtete 1872 als erster Europäer den Ayers Rock (Uluru), und Gibson und Simpson erkundeten die nach ihnen benannten Wüsten.
Ebenfalls im 19. Jahrhundert wurde der Indische Subkontinent erforscht und vermessen. Einzelne Vermessungen wurden ab 1767 durchgeführt, aber erst 1883 wurde eine nationale Vermessungsbehörde gegründet. 1800 begann die systematische trigonometrische Vermessung. Ausgangspunkt war die Stadt Madras an der Ostküste Indiens. Unter der Leitung von George Everest und seinem Nachfolger, Thomas Montgomerie, erreichte man den Himalaya, die höchste Gebirgsregion der Welt mit mehreren über 8 000 Meter hohen Gipfeln. Keine einzige Expedition wurde aufgestellt, um Zentralasien zu erkunden, aber immer wieder machten sich Einzelpersonen auf den Weg, oftmals als muslimische Händler verkleidet. Viele dieser Entdecker waren Offiziere der Armee, die das Land für den Wettlauf zwischen Britannien und Russland um die Erlangung der Kontrolle über Zentralasien und die Überlandzugänge nach Indien ausspionierten. Auch russische Entdecker, wie z. B. C. P. P. Semjonow, der das Tian-Shan-Gebirge erkundete, und Graf Nikolaj Prschewalskij, machten sich auf den Weg. Auf britischer Seite ehrte die Royal Geographical Society viele Entdecker, u. a. H. H. Godwin-Austen (nach dem der zweithöchste Berg der Welt, auch als K2 bezeichnet, benannt wurde), George Hayward (für seine Leistungen im Karakorum) und Ney Elias (für seine Entdeckungen in China und Teilen des zentralen Asien). Die Panditen, von Montgomerie ausgebildete hinduistische Vermesser, durchquerten, als buddhistische Pilger verkleidet, Tibet. Ausgebildet dazu, genau 2 000 Schritte pro Meile zu laufen und ausgestattet mit in Gebetsmühlen versteckten Messgeräten kartierten sie unter großer Lebensgefahr die Zugänge nach Lhasa. Eine große Expedition unter der Leitung Francis Younghusbands führte 1903/04 nach Lhasa. Der ehrgeizige Sven Hedin und der ungarisch-britische Forscher Aurel Stein verbanden die Erforschung Zentralasiens mit der Sammlung antiker Kunstwerke.
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |