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Windows Live® Suchergebnisse Ludwig IV., der Bayer (Heiliges Römisches Reich)Enzyklopädieartikel
Ludwig IV., der Bayer (Heiliges Römisches Reich), (um 1282 bis 1347), König (ab 1314) und Kaiser (1328-1347) des Heiligen Römischen Reiches aus dem Hause Wittelsbach. Ludwig wurde vermutlich um die Jahreswende 1281/82 geboren und war der Sohn von Herzog Ludwig II., dem Strengen, von Bayern und dessen Gemahlin Mechthild, der Tochter König Rudolfs I. von Habsburg. 1314 wurde Ludwig in einer Doppelwahl gegen den Habsburger Friedrich den Schönen mit knapper Mehrheit zum König gewählt. Die folgenden Jahre waren von der Rivalität Ludwigs und Friedrichs um die Krone geprägt; 1322 besiegte Ludwig Friedrich bei Mühldorf am Inn, söhnte sich jedoch zwei Jahre später mit den Habsburgern aus und räumte Friedrich 1325 eine Mitregentschaft ein. 1323 geriet Ludwig in Konflikt mit Papst Johannes XXII., der ihm die Anerkennung verweigert hatte. Dies kulminierte 1324 in der Exkommunikation des Königs. Diese Auseinandersetzung mit dem Papsttum veranlasste eine ganze Reihe prominenter Papstgegner, darunter Wilhelm von Ockham und Marsilius von Padua, am Hofe Ludwigs Zuflucht zu suchen, der sich zu dieser Zeit als intellektuelles Zentrum präsentierte. 1327 zog Ludwig nach Italien, wurde im Mai 1327 in Mailand zum König der Lombardei und im Januar 1328 in Rom zum Kaiser gekrönt, und zwar erstmalig nicht vom Papst selbst, sondern von Vertretern der Stadt Rom. Anschließend setzte er Papst Johannes XXII. ab und rief einen Gegenpapst aus, der sich jedoch nur kurz hielt. Im Reich erklärten sich die Kurfürsten im Kurverein von Rhense 1338 mit dem gebannten Kaiser solidarisch und bestritten das Recht des Papstes auf Einflussnahme auf die deutsche Königswahl. Außenpolitisch verfolgte Ludwig in der Anfangsphase des Hundertjährigen Krieges zwischen England und Frankreich einen schwankenden Kurs: 1338 schloss er ein Bündnis mit Eduard III. von England; drei Jahre später ergriff er für Frankreich Partei. Ludwig betrieb eine erfolgreiche Hausmachtpolitik: 1320 erwarb er nach dem Ende der Askanierdynastie die Mark Brandenburg für seinen ältesten Sohn Ludwig und verheiratete ihn 1342 mit der Gräfin Margarete Maultasch, der Erbin von Tirol. Nach dem Aussterben der niederbayerischen Linie der Wittelsbacher vereinte er 1340 Bayern wieder; 1345 zog er Holland, Friesland, Seeland und Hennegau als kaiserliche Lehen ein und belehnte damit seine zweite Frau Margarete. Der Zuwachs seiner Hausmacht im Reich provozierte allerdings auch die Opposition der Fürsten: Im Juli 1346 wählten sie den Markgrafen von Mähren, Karl IV. aus dem Hause Luxemburg, zum Gegenkönig. Bevor es zu einer militärischen Entscheidung zwischen Ludwig und Karl kommen konnte, starb Ludwig am 11. Oktober 1347 in Puch nahe Füstenfeldbruck (bei München).
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