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Charles de Secondat, Baron de la Brède et de Montesquieu

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Charles de MontesquieuCharles de Montesquieu

Charles de Secondat, Baron de la Brède et de Montesquieu (1689-1755), französischer Schriftsteller und Staatsphilosoph.

Montesquieu wurde am 18. Januar 1689 im Château von La Brède bei Bordeaux geboren und studierte Jura und humanistische Philosophie in Juilly und später in Bordeaux. 1714 wurde er Parlamentsrat und war von 1716 bis 1726 Senatspräsident in Bordeaux. Literarischen Ruhm erlangte Montesquieu mit seinen Lettres persanes (1721, erweitert 1754, Persische Briefe). In diesem Werk verspottete er anhand von fiktiven Briefen aus der Perspektive eines adligen Persers, der mit seinem Diener gemeinsam durch Europa reist, die zeitgenössische Politik sowie die sozialen Verhältnisse, die Kirchenangelegenheiten und die Literatur Frankreichs. Als eines der frühesten Werke der Aufklärung erlangten die Lettres persanes unmittelbare und breite Beliebtheit. Der Ruf, den sich Montesquieu durch dieses und verschiedene andere Werke verschaffte, führte im Jahr 1728 zu seiner Aufnahme in die Académie française. Sein zweites großes Werk war Considérations sur les causes de la grandeur et de la décadence des Romains (1734, Betrachtungen über Ursachen der Größe und des Verfalls der Römer), eines der ersten bedeutenden Werke in der Geschichtsphilosophie. Sein Meisterwerk L’Esprit de lois (1748, Vom Geist der Gesetze) ist eines der großen Werke der Staatswissenschaften. Der Philosoph unterzog darin die drei Staatsformen Republik, Monarchie und Despotie einer kritischen Prüfung und untersuchte die Wechselwirkungen von Klima, Geographie und allgemeinen Lebensbedingungen eines Landes mit der jeweils herrschenden Regierungsform. Sein großes Verdienst war, dass er kulturphilosophische Aspekte in die Staatswissenschaft mit einbezog. Darüber hinaus trat Montesquieu für das Prinzip der Gewaltenteilung ein: Er verfocht die Theorie, dass die Regierungsmacht in eine legislative, eine exekutive und eine richterliche Gewalt aufgeteilt werden müsse, um den Menschen die ihnen zustehenden Rechte und Freiheiten zu garantieren. Montesquieu, der auch durch meisterhafte Aphorismen glänzte, starb am 10. Februar 1755 in Paris. Sein Prinzip der Gewaltenteilung ist in alle Verfassungen demokratisch regierter Staaten eingegangen. Zu Montesquieus reizvollsten philosophisch-satirischen Romanen gehören Le temple de Gnide (1725, Der Tempel zu Gnidus) und Histoire véritable (posthum 1948, Wahrhaftige Geschichte).

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