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Windows Live® Suchergebnisse MoldawienEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Moldawien, amtlich Republik Moldau, Staat im südlichen Teil Osteuropas. Moldawien grenzt im Norden, Osten und Süden an die Ukraine und im Westen an Rumänien. Das Land gehörte ehemals als Moldauische Sozialistische Sowjetrepublik (SSR) zur Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR). Die westliche Grenze Moldawiens wird durch den Pruth markiert, der Dnjestr bildet einen Teil der Landesgrenze im Nordosten und Süden. Hauptstadt und zugleich größte Stadt Moldawiens ist Chişinău. Moldawien umfasst insgesamt eine Fläche von circa 33 700 Quadratkilometern.
Moldawien besteht größtenteils aus flachwelliger Landschaft. Trotz der relativ niedrigen Lage – die mittlere Höhe des Landes liegt bei 147 Metern – können in den zentralen Landesteilen Moldawiens auch größere Höhenunterschiede auftreten. Höchste Erhebung ist der nahe der Grenze zu Rumänien gelegene Balaneschty mit 430 Metern. Der Süden von Moldawien wird noch von der Donau- und Schwarzmeerniederung erreicht. Im Norden hat das Land Anteil an der Podolischen Platte. Alle Flüsse münden in das Schwarze Meer; die längsten Flüsse sind der Dnjestr und der Pruth. Das Klima ist subkontinental mit großen Temperaturunterschieden im Jahresverlauf. Bedingt durch die Einflüsse des Schwarzen Meeres wird der kontinentale Charakter jedoch etwas gemildert. Die mittleren Temperaturen liegen im Januar durchschnittlich bei -3 bis -5 °C und im Juli in den meisten Landesteilen bei über 20 °C. Während der warmen Jahreszeit können die Tageshöchstwerte auch 40 °C übersteigen. Moldawien hat relativ geringe und auch unregelmäßig über das Jahr verteilte Niederschläge. Im Süden sind die Niederschlagsmengen mit einem Jahresdurchschnitt von 350 Millimetern am niedrigsten; in den höher liegenden Gegenden werden die höchsten Werte erzielt; hier können die Niederschläge 600 Millimeter im Jahr übersteigen. Im Süden und Südosten wird das Land künstlich bewässert. Dominierende Vegetationsformen sind Steppe und Waldsteppe. Ungefähr ein Drittel Moldawiens war einmal von Wäldern aus Buchen, Eichen und Hainbuchen bedeckt, die heute nur noch in einigen Gebieten im Zentrum des Landes gedeihen. Wegen der fruchtbaren Schwarzerdeböden wurden weite Bereiche in Kulturland umgewandelt. Die Fauna des Landes ist vielfältig, obwohl sich die Bestände vieler Tierarten, etwa des Wolfes, dramatisch verringert haben. Zu den bemerkenswerten Raubtieren gehören außerdem Wildkatze, Marderhund, Steppeniltis und Tigeriltis. Osteuropäische Elemente der Nagetierfauna sind Westblindmaus, Ährenmaus, Steppenbirkenmaus, Zwerghamster und Perlziesel.
Moldawien hat eine Gesamtbevölkerung von 4,32 Millionen Einwohnern (2008). Mit 130 Einwohnern pro Quadratkilometer weist das Land die höchste Bevölkerungsdichte aller Republiken der früheren UdSSR auf. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 70,5 Jahre (2008). Das jährliche Wachstum der Bevölkerung liegt bei etwa -0,1 Prozent. Moldawien ist eine der am wenigsten urbanisierten Republiken der früheren UdSSR; nur 46 Prozent der Bevölkerung leben in Städten (2005). Chişinău, die Hauptstadt und größte Stadt Moldawiens, hat eine Einwohnerzahl von 662 000 (2003). Weitere große Städte sind Tiraspol (186 000), Belzy (Bãlţi: 161 000) und Bender (Tighina: 133 000). Die Gesamtbevölkerung Moldawiens besteht zu etwas weniger als zwei Dritteln aus Moldauern (Moldawiern). Ukrainer und Russen stellen jeweils circa 13 Prozent der Bevölkerung. Weitere in Moldawien vertretene Volksgruppen sind u. a. die Bulgaren und die Gagausen, ein christliches Volk, das Gagausisch spricht, eine Turksprache, die in kyrillischer Schrift geschrieben wird. Die Gagausen, die im südwestlichen Teil des Landes leben, haben in den vergangenen Jahren größere Autonomie gefordert. Ihre Aktionen haben jedoch wenig Beachtung gefunden im Vergleich zu den am Ostufer des Dnjestr lebenden Russen, die zwar die unabhängige Republik Transnistrien ausriefen, aber weiterhin zu Moldawien gehören. Die Amtssprache Moldawisch ist ein Dialekt des Rumänischen, der mit kyrillischen Schriftzeichen geschrieben wird. Mehr als 60 Prozent der Bevölkerung spricht als Muttersprache oder Zweitsprache Russisch. Minderheitensprachen sind Ukrainisch und Gagausisch. Die Moldauer bekennen sich überwiegend zur orthodoxen Kirche. Feiertage sind u. a. Ostern, der Tag der Unabhängigkeit (27. August) und Weihnachten (7. Januar nach dem julianischen Kalender). Die Feiertage Moldawiens befinden sich im Wandel, da sowjetische Gedenktage abgeschafft und alte, christliche Feiertage ihre Wiederauferstehung erleben. Die Arbeitslosenquote beträgt 8,1 Prozent (2004). Auf 376 Menschen kommt ein Arzt (2006). Die Kindersterblichkeitsrate liegt bei 3,4 Prozent.
Moldawien ist gemäß der Verfassung von 1994 eine Präsidialrepublik. Nationalfeiertag ist der 27. August, an dem die Erlangung der Unabhängigkeit im Jahr 1991 gefeiert wird. Staatsoberhaupt ist der Präsident, der seit einer im Juli 2000 verabschiedeten Verfassungsänderung für eine Amtszeit von fünf Jahren vom Parlament gewählt wird (davor wurde er direkt vom Volk gewählt). Das Hauptorgan der Gesetzgebung in Moldawien ist das Einkammerparlament mit 101 Abgeordneten, die für eine Legislaturperiode von vier Jahren gewählt werden. Alle Bürger ab dem 18. Lebensjahr sind wahlberechtigt. Zu den wichtigsten Parteien Moldawiens gehören die Kommunistische Partei (PCM), die Demokratische Konvention (CDM), die Bewegung für ein Demokratisches und Wohlhabendes Moldawien (PMDP) und die Partei der Demokratischen Kräfte (PFD). Moldawien ist administrativ in 40 Bezirke und 10 Stadtbezirke sowie Gagausien und die Dnjestr-Republik (Transnistrien) gegliedert.
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