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Finnougrische Sprachen

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Finnougrische Sprachen, Untergruppe der uralischen Sprachen, die von rund 25 Millionen Menschen in bestimmten Gegenden Skandinaviens, Osteuropas und Nordwestasiens gesprochen wird. Sie bilden neben den samojedischen Sprachen im Nordwesten Sibiriens eine Untergruppe der uralischen Sprachen. Die finnougrische Untergruppe wird in den finnischen und den ugrischen Zweig geteilt. Der finnische Zweig umfasst zwei Hauptsprachen: Finnisch, das in Finnland gesprochen wird, und Estnisch, das in Estland gesprochen wird. Zum ugrischen Zweig gehört die ungarische Sprache (auch Magyarisch), die in Ungarn und von den ungarischen Minderheiten in der Slowakei, Rumänien und der Föderativen Republik Jugoslawien gesprochen wird.

Zum finnischen Zweig zählen auch Sprachen, die in dem riesigen Territorium Russlands in kleinen Sprachinseln verbreitet sind. Dazu zählt Karelisch, das nah mit dem Finnischen verwandt ist und in Karelien (an der russisch-finnischen Grenze) gesprochen wird. Livisch ist mittlerweile ausgestorben, nachdem die Liven durch die Letten assimiliert worden waren. Der Begriff „Livisch” wird bisweilen auf einen der Dialekte der lettischen Sprache angewandt, die nicht zu den uralischen Sprachen gehört. Wepsisch findet sich in den Gebieten um den Onegasee, Tscheremissisch und Mordwinisch in dem Gebiet der mittleren Wolga. Wotjakisch und Syrjänisch wird von kleinen, weit verstreuten Gruppen in einem großen Gebiet gesprochen, das sich über den nordöstlichen europäischen Teil Russlands erstreckt. (Wotjakisch und Syrjänisch werden manchmal als eigenständige permische Untergruppe der finnougrischen Sprachen betrachtet.) Die rund 15 Sprachen, die von den Samen (Lappen) gesprochen werden und im nordeuropäischen Lappland verbreitet sind, werden auch zu den finnischen Sprachen gezählt. Viele dieser Dialekte unterscheiden sich so stark, dass deren Sprecher sich nicht untereinander verständigen können. Aus diesem Grund werden sie oft als eigenständige Sprachen klassifiziert. Der ugrische Zweig enthält neben der ungarischen Sprache zwei kleinere Sprachen, Ostjakisch und Wogulisch, die in den Flussniederungen des Ob im Nordwesten Sibiriens gesprochen werden.

Zu den häufig erwähnten Merkmalen der finnougrischen Sprachen zählen die Vokalharmonie und die Konsonantenabstufung, d. h. der Wechsel zwischen zwei Arten von Stammkonsonanten, das Fehlen eines grammatischen Geschlechts und ein komplexes Kasussystem. Diese Sprachen werden dem agglutinierenden Typus zugerechnet (siehe Sprachtypologie). Versuche, die finnougrische Untergruppe mit anderen Sprachfamilien, vor allem dem türkischen Zweig der altaischen und den indogermanische Sprachen in Verbindung zu bringen, haben zwar einige Beweise für eine Ähnlichkeit zutage gebracht, aber nicht genug, um eine Verwandtschaft beweisen zu können. Proto-Finnougrisch, eine rekonstruierte Ursprache aus dem Altertum, wurde offenbar durch den Kontakt mit der persischen Sprache bereichert. Später kamen Wörter aus den germanischen und slawischen Sprachen (vor allem Russisch) hinzu. Ungarisch wurde durch slawische Sprachen und durch Deutsch, Italienisch, Lateinisch und Türkisch beeinflusst. Die einzelnen finnougrischen Sprachen unterscheiden sich sehr stark voneinander, so dass es beispielsweise für einen Ungarn nicht möglich ist, einen Finnen zu verstehen.

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