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SchildkrötenEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Körperbau; Biologie; Sumpfschildkröten; Echte Weichschildkröten; Alligatorschildkröten; Meeresschildkröten; Landschildkröten; Gefährdung; Systematische Einordnung
Bei Schildkröten dieser Familie sind die äußeren Teile des Carapax durch dicke Haut ersetzt. Aufgrund ihrer flachen, dünnrandigen Panzer sind die Schildkröten an das Leben auf dem Grund von Seen und Flüssen bestens angepasst. Die Haut, die anstelle horniger Platten die knöchernen Teile des Panzers bedeckt, gibt den Schildkröten ein ledriges Aussehen. Diese Schildkröten sind für aggressives Verhalten bekannt, und der Biss eines größeren Exemplars kann sogar den Finger eines Menschen abtrennen.
Bei den in Amerika beheimateten Alligatorschildkröten besteht der Bauchpanzer aus kaum mehr als zwei gekreuzten Bändern. Wie bei den Weichschildkröten besitzen auch die Alligatorschildkröten kräftige scharfe Kiefer, die statt der empfindlichen Unterseite Schutz bieten. Zu dieser Schildkrötenfamilie gehört die Schnappschildkröte (siehe Alligatorschildkröten). Alligatorschildkröten können ein Gewicht von 90 Kilogramm erreichen und sind damit die größten Süßwasserschildkröten der Welt.
Zu dieser Familie gehören Karett-, Suppen- und Bastardschildkröten. Meeresschildkröten kommen in fast allen warmen Meeren der Welt vor und sind elegante Schwimmer, deren Extremitäten lang und flossenartig ausgebildet sind, so dass ihnen Wanderungen über weite Strecken möglich sind. So wandert die Suppenschildkröte von den Küsten Brasiliens bis zu der kleinen Insel Ascension, etwa 3 340 Kilometer hinaus in den offenen Atlantik, um dort ihre Eier abzulegen. Wenn die Weibchen der Meeresschildkröten zur Eiablage aus der Gezeitenzone an den Strand krabbeln, sind sie und ihr Gelege für Feinde – insbesondere den Menschen – ein leichtes Opfer.
Wie der Name dieser Familie besagt, sind die Arten fast ausschließlich landlebend. Der Panzer ist hochgewölbt und kuppelartig und kann mit Gelenken ausgestattet sein, die einen kompletten Verschluss der Panzeröffnungen ermöglichen. Ein Beispiel für diese Gruppe sind die Riesenschildkröten der Galápagos-Inseln. Landschildkröten sind durch ihre schuppenbedeckten Extremitäten und ihre kräftigen Panzer in der Regel gut geschützt, daher sind sie wenig aggressiv. Die Vorderbeine mancher Arten, etwa der amerikanischen Gopherschildkröte, sind speziell an das Graben im Boden angepasst. So können sich diese Schildkröten eine Schutzhöhle gegen extreme Temperaturen schaffen.
Mit fortgesetzter Ausdehnung menschlicher Siedlungen gehen Lebensräume für Schildkröten verloren. Einerseits sind die langsamen Tiere eine leichte Beute des Menschen, andererseits werden die Lebensräume von Schildkröten radikal verändert. Viele tausend Schildkröten auf den Galápagos-Inseln wurden von Walfängern und Piraten geschlachtet, um Schiffsmannschaften mit Frischfleisch zu versorgen. Die wenigen heute lebenden Exemplare werden durch verwilderte Ziegen ernsthaft bedroht, die als Haustiere auf die Inseln gebracht wurden und jetzt die Vegetation vernichten. Auch die Kanalisation von Flüssen, das Trockenlegen von Sümpfen und der Bau von Fernstraßen führt zu einem Verlust von Lebensräumen und Wandermöglichkeiten. Meeresschildkröten sind nicht nur wegen der Jagd nach ihrem Fleisch bedroht, sondern auch dadurch, dass sie von ihren Brutplätzen durch zunehmende Bebauung der Küsten vertrieben werden und Opfer moderner Fischereitechniken sind. Suppenschildkröte und pazifische Bastardschildkröte stehen deshalb kurz vor der Ausrottung. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace wies 1997 darauf hin, im Mittelmeer würden jährlich Tausende von Meeresschildkröten durch Fischfang verletzt. Allein spanischen Fischfangflotten gingen pro Jahr 35 000 Schildkröten unbeabsichtigt ins Netz. Über die Hälfte der gefangenen Schildkröten kämen durch Netze oder Angelhaken zu Schaden. Indische Naturschützer teilten 1998 mit, auch in Indien erstickten jedes Jahr Tausende von Schildkröten in Fischernetzen. Nach einem 2000 erschienenen Bericht des World Wide Fund for Nature (WWF) sind 74 von etwa 90 südostasiatischen Schildkrötenarten bedroht; allein in China würden jährlich Millionen von Schildkröten gegessen oder zu Arzneien verarbeitet.
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