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Windows Live® Suchergebnisse SalpeterEnzyklopädieartikel
Salpeter, historisch bedingte Sammelbezeichnung für verschiedene anorganische Nitrate, also die Salze der Salpetersäure. Der Begriff leitet sich aus dem lateinischen sal petrae („Felsensalz”) ab und wird sprachgebräuchlich beispielsweise in der Technik verwendet (z. B. Konvertsalpeter). Allgemein bezieht sich der Begriff Salpeter auf den so genanntem Kalisalpeter. Dabei handelt es sich um ein weißes, durchscheinendes, glänzendes Mineral, das aus Kaliumnitrat (KNO3) besteht. Kalisalpeter kristallisiert im orthorhombischen System zu säulenartigen Kristallen, die eine Härte von 2 und die relative Dichte 2,1 haben. Die Kristalle zeigen in Richtung der Hauptachse eine ausgeprägte Spaltbarkeit. Das Mineral kommt in Form dünner Krusten auf der Oberfläche von Felsen vor. Als natürlicher Bestandteil von oberen Bodenschichten findet man Kalisalpeter z. B. in Spanien, Ägypten, Indien und im Iran. Weil Kalisalpeter Stickstoff enthält, dient dieses Mineral u. a. als Rohstoff zur Synthese von Stickstoffverbindungen. Bei einigen industriellen chemischen Verfahren benötigt man das Salz als Oxidationsmittel. Kalisalpeter ist ein wichtiges Düngemittel und dient außerdem zur Herstellung von Glas sowie zum Haltbarmachen von Lebensmitteln. In der Medizin verwendet man ihn als harntreibendes Mittel. Die historische Bedeutung dieses Minerals liegt jedoch in der Herstellung von Schwarzpulver. So war dieses Nitrat früher einer der Hauptbestandteile des Schießpulvers. Heutzutage ist das Salz zu weit geringeren Anteilen und in anderer Zusammensetzung mit weiteren Komponenten in Explosivstoffen, Feuerwerkskörpern und Zündhölzern enthalten. Außerdem dient Kalisalpeter in der Metallurgie als Zusatz für einige Flussmittel. So genannter Chilesalpeter besteht aus Natriumnitrat (NaNO3) und kommt in weiten Gebieten Südamerikas vor, besonders in Chile. Man findet ihn dort in 15 Zentimeter bis 3,5 Meter dicken Schichten, den so genannten Caliches. Diese sind von Gips, Natriumchlorid, anderen Salzen und Sand durchsetzt. Die Caliches werden herausgebrochen, der Salpeter wird gereinigt und größtenteils aus Chile exportiert. Reiner Chilesalpeter kristallisiert im rhomboedrischen System und bildet weiße, halb durchscheinende, glänzende Kristalle. Ihre Struktur ähnelt derjenigen des Calcits. Die Härte der Kristalle liegt zwischen 1,5 und 2 und ihre relative Dichte zwischen 2,24 und 2,29. Auch sie sind in Richtung der Hauptachse gut spaltbar. An der Luft zerfließt der Chilesalpeter, da er Wasser aus der Luftfeuchtigkeit aufnimmt und sich in diesem allmählich löst. Er dient hauptsächlich als Düngemittel – spielt hier wirtschaftlich gesehen aber eine untergeordnete Rolle. Anders als der Kalisalpeter eignet sich Chilesalpeter aufgrund seiner Eigenschaft, Wasser aufzunehmen, nicht zur Herstellung von Schwarzpulver. Zu diesem Zweck musste er chemisch in das Kaliumsalz überführt werden (siehe Salpeterkrieg). Weitere Salpeterformen sind beispielsweise Ammonsalpeter (Ammoniumnitrat) und Kalksalpeter (Calciumnitrat).
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