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Windows Live® Suchergebnisse HohesliedEnzyklopädieartikel
Hoheslied (hebräisch Schir-Haschirim, lateinisch Canticum canticorum: Lied der Lieder), eine Sammlung populärer Liebes- und Hochzeitslieder im Alten Testament der Bibel. In christlichen Fassungen der Bibel steht es gewöhnlich nach dem Buch Prediger. In der hebräischen Bibel folgt es auf das Buch Hiob. Der Überlieferung zufolge stammt das Hohelied aus der Feder des hebräischen Königs Salomo. Das Buch in seiner heutigen Form wurde vermutlich in der Zeit zwischen dem 5. und 3. Jahrhundert v. Chr. verfasst. Viele der Lieder waren wahrscheinlich zunächst selbständig. Später hat offenbar ein Redaktor durch stilistische Figuren eine gewisse Einheit herzustellen versucht. Schon früh hat das Hohelied religiöse und weltliche Interpretationen erfahren. Die scheinbar weltliche Thematik sowie seine offenen Anspielungen und erotischen Metaphern sind in der bekannten vorchristlich-jüdischen Literatur einzigartig. Der Talmud und mittelalterliche jüdische Kommentatoren sahen im Hohenlied einen allegorischen Dialog zwischen Gott und Israel, wobei Gott der Liebende und Israel die Geliebte ist. Eine solche Interpretation ist vermutlich der Grund für die Aufnahme des Hohelieds in den hebräischen Kanon. Im Christentum wurde das Buch als Schilderung der Beziehung zwischen Gott und dem einzelnen bzw. zwischen Gott und der ihm vermählten Kirche betrachtet. Eine weitere Position deutet das Buch als Allegorie auf die intime menschliche Erfahrung göttlicher Liebe. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts wurde das Hohelied auch weltlich interpretiert: Dargestellt würde dann die Liebe Salomos zu einem Mädchen vom Lande bzw. Liebe eines in 7, 1 als Sulamit benannten Mädchens zu einem Schafhirten. Ein weiterer Protagonist wäre der Chor, der aus den Töchtern Jerusalems besteht. In dieser Deutung feiert das Buch einfach die Liebe in der Ehe. Auch preist es die voreheliche Treue gegenüber dem wahren Geliebten. Eine weitere moderne Auslegung betrachtet das Hohelied als Sammlung von Texten, deren Ursprung in alten kultischen Riten zu suchen ist, vor allem in heidnisch-bäuerlichen Frühlings- und Herbstritualen. Die weithin anerkannteste sieht das Buch heute als eine Sammlung von eigenständigen Liebesgedichten. Danach ist die ihnen innewohnende Erotik wörtlich zu verstehen.
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