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Bartolomé de Las Casas

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Bartolomé de Las CasasBartolomé de Las Casas

Bartolomé de Las Casas (1474-1566), spanischer Missionar und Historiker. Aufgrund seiner Verdienste für eine gerechtere Behandlung der indianischen Bevölkerung wurde er auch Apostel der Indianer genannt.

Las Casas wurde im August 1474 in Sevilla als Sohn eines Händlers geboren, der Christoph Kolumbus auf seiner zweiten Reise begleitete. Nach einer juristischen Laufbahn in Spanien bereiste Las Casas 1502 Hispaniola, eine der Westindischen Inseln, wo er Berater des kolonialen Gouverneurs in Santo Domingo wurde. 1512 wurde er zum ersten Priester in Amerika geweiht. Für seine geleisteten Dienste wurde Las Casas ein Stück Land zugeteilt, das, wie es zu jener Zeit üblich war, von Indianern in Zwangsarbeit bewirtschaftet wurde. Die Missstände des Systems, die er aus eigener Erfahrung kannte, veranlassten ihn, sich für die Abschaffung der Sklaverei und die Verbesserung der Lebensbedingungen der Indianer einzusetzen. 1514 verließ Bartolomé de Las Casas sein Landgut und kehrte 1515 nach Spanien zurück, wo er am königlichen Hof eine Verbesserung der Lebensbedingungen der indianischen Bevölkerung forderte. Im folgenden Jahr kehrte er nach Hispaniola zurück.

1516 konnte Las Casas den Kardinalregenten F. J. de Cisneros für eine Reform der Gesetzgebung zum Schutz der Indianer gewinnen. Nachdem er einen Missionsversuch an der venezolanischen Küste erfolglos abgebrochen hatte, trat er 1522 dem Orden der Dominikaner bei. Die folgenden sechs Jahre verbrachte er mit der Niederschrift seiner Historia general de las Indias (1528), einem Bericht über die frühen spanischen Kolonien in Amerika. 1537 erhielt Las Casas den Auftrag, die Völker der nördlichen Landesteile Guatemalas zu befrieden. Es gelang ihm, deren Vertrauen zu gewinnen und sie zum Christentum zu bekehren. 1542 wurden auf sein Wirken hin endgültig die „Neuen Gesetze” erlassen, in denen das System der Sklaverei aufgehoben und eine Gleichstellung zwischen Indianern und Spaniern festgeschrieben wurde.

Im Jahr 1544 wurde Bartolomé de Las Casas zum Bischof von Chiapas, einem Gebiet im südlichen Mexiko, ernannt. 1547 kehrte er nach Spanien zurück, wo er am 31. Juli 1566 in Madrid starb.

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