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Terrakotta

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Terrakotta-Urne aus prähistorischer Zeit, Irak Museum, BagdadTerrakotta-Urne aus prähistorischer Zeit, Irak Museum, Bagdad

Terrakotta (italienisch terra: Erde; cotto: gebrannt), bei 1 300 °C gebrannte Tonerde, die eine graue, gelbliche oder rötliche Farbe hat, und seit vorgeschichtlicher Zeit zu Plastiken (siehe Bildhauerkunst), Vasen, Fliesen und Ziegeln verarbeitet wird.

Terrakotta gehört zu den ältesten Werkstoffen der Menschheit. Die bekanntesten antiken Terrakottaerzeugnisse des Altertums sind die großen Skulpturen und Sarkophage der etruskischen Kultur. In der griechischen und römischen Antike sowie im alten China und im Präkolumbischen Amerika gab es bereits eine Massenproduktion von Gegenständen aus Terrakotta. Während im antiken Ägypten Terrakottaarbeiten kaum gebräuchlich waren (Bevorzugung glasierter Fayencen), entstand im antiken Griechenland während der geometrischen Epoche (siehe griechische Kunst und Architektur) eine reiche Tonwarenproduktion von kleinen sakralen Figuren. Im 4. Jahrhundert v. Chr. wurden in Böotien die Tanagrafiguren (aus dem Ort Tanagra) Gräbern beigegeben und seit dem Hellenismus werden Tonfiguren auch zu profanen Zwecken als Dekor hergestellt. Im antiken China stellten die bemalten chinesischen Grabfiguren (vor allem Pferde und Kamele) der Tang-Dynastie (618-906) einen Höhepunkt der Verarbeitung von Terrakotta dar. Auch in den peruanischen Chavín- und Mochekulturen wurden Figuren und Gebrauchsgegenstände aus Terrakotta hergestellt (siehe präkolumbische Kunst und Architektur). Im Mittelalter wurde Terrakotta für Plastiken selten verwendet.

In Europa brachte erst das 15. Jahrhundert den Wiederaufstieg dieses Werkstoffes, es sind zahlreiche, allerdings kleinformatige Tonplastiken entstanden. Dazu gehören die Nürnberger Tonapostel (Germanisches Museum, Nürnberg). Bedeutend war die Produktion von Terrakottaplastiken in der italienischen Renaissance. Donatello, Rosellino und Della Robbia haben häufig bemalte Terrakottafiguren hergestellt. In Frankreich wurden im 18. Jahrhundert von Michel Clodion (1738-1814) zarte, lebendig wirkende kleine Figuren geschaffen. Ende des 19. Jahrhunderts wurde Terrakotta erneut in der Bildhauerei verwandt, so von Adolf von Hildebrandt, später von Aristide Maillol und den Expressionisten (siehe Expressionismus, Kunst und Architektur; Keramik).

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