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Improvisation

Enzyklopädieartikel
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Sonny Rollins: St. ThomasSonny Rollins: St. Thomas

Improvisation, (zu lateinisch ex improviso: ohne Vorbereitung), als Gegenbegriff zur schriftlich ausgearbeiteten Komposition die Kunst des Spieles aus dem Stegreif bzw. die spontane Erfindung eines Teiles oder einer ganzen Komposition im Moment der Aufführung. Grundlage der Improvisation ist die genaue Kenntnis der formalen und stilistischen Konventionen.

In manchen musikalischen Kulturen existieren spezielle Improvisations-Hilfsmittel, so z. B. die ragas der indischen und die maqams der islamischen Musik, zu denen typische Melodiemotive, Schlussformeln, sowie Töne und Intervalle mit eigener Bedeutung gehören, wobei sich diese Art der Improvisation an feste Regeln hält. Afrikanische Trommler richten sich nach komplexen Rhythmus- und Ensembletraditionen, während Jazzmusiker sich an den Prinzipien bestimmter Akkordfolgen orientieren.

Improvisation spielte auch in der Entwicklung der Kunstmusik in der europäischen Tradition eine wichtige Rolle: Bestimmte musikalische Formen wie Präludium, Variation, Fantasie und Toccata sind aus der Improvisation entstanden. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde von den Basso continuo-Spielern die Fähigkeit zur Improvisation über eine notierte harmonische Basis verlangt, wobei sich die geforderten Akkorde aus einem Bezifferungssystem ergaben, das unter der linearen Bassstimme stand (bezifferter Bass). Im Solokonzert boten sich im 18. und 19. Jahrhundert neue Möglichkeiten zur Improvisation in der Kadenz, einem Zwischenspiel kurz vor Schluss eines Satzes, in dem die Solisten über die Hauptthemen des Satzes ihre Virtuosität und Musikalität demonstrierten. Im 20. Jahrhundert ist Improvisation ein Element der aleatorischen Musik, bei der den Musikern bestimmte Rahmenrichtlinien für ihr Spiel gegeben sind, die von konkretem thematischem Material bis zu schriftlichen Anweisungen oder Bildern reichen.

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