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    1871-1914. Der Nobelpreis Nobelpreis für Physik; Nobelpreis für Chemie; Nobelpreis für Physiologie oder Medizin; Literaturnobelpreis; Friedensnobelpreis; Nobel-Gedenkpreis für ...

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    Der Nobelpreis ist der wohl angesehenste Preis fŸr Verdienste in Literatur, Physik, Chemie, Medizin, Frieden und Wirtschaftswissenschaften. - nobelpreise.info

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Nobelpreis

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Der Preis

Der Preis besteht aus einer Goldmedaille, einer Urkunde und einem Preisgeld, dessen Höhe sich nach dem jährlichen Ertrag des von der Nobelstiftung verwalteten Fonds-Kapitals richtet. Die Dotierung stieg von 150 000 Schwedischen Kronen im Jahr 1901 auf über 10 Millionen Schwedische Kronen (1,1 Millionen Euro).

6

Die Preisvergabe

Die Preise werden jedes Jahr nach feststehendem Ritual am 10. Dezember eines jeden Jahres, dem Todestag von Nobel, vergeben. Die Gewinner (Laureaten) von fünf Preisen – für Physik, Chemie, Physiologie oder Medizin, Literatur und Wirtschaftswissenschaften – empfangen ihn in Stockholm aus der Hand des schwedischen Königs. Den Friedensnobelpreis übergibt in der Regel der norwegische König in Oslo.

7

Der Friedensnobelpreis

Für die Vergabe des Friedensnobelpreises legte der Stifter Alfred Nobel in seinem Testament von 1885 fest, der Preis gebühre „demjenigen oder derjenigen, der oder die am meisten oder besten gewirkt hat für die Verbrüderung der Völker und für die Abschaffung oder Verminderung der stehenden Heere sowie für die Bildung und Ausrichtung von Friedenskongressen”.

Vermutlich, um zu verhindern, dass außenpolitische Interessen Schwedens die Auswahl der Preisträger beeinflussen könnten, betraute der Schwede Nobel das norwegische Parlament mit der Verleihung des Preises. Zur damaligen Zeit genoss Norwegen lediglich innere Autonomie, während es die Außenpolitik der schwedischen Vormacht überlassen musste. Das Parlament delegiert die Auswahl der Preisträger an fünf von ihm ausgewählte Persönlichkeiten, die das Nobelkomitee bilden, sechs Jahre amtieren und in der Ausübung dieses Amtes vollkommen unabhängig sind.

In der mehr als 100-jährigen Geschichte des Friedensnobelpreises haben sich mehrere Begründungszusammenhänge herauskristallisiert, nach denen das Nobelkomitee die Laureaten auswählt. Zu ihnen zählen:

  • – Aktivitäten zur Minderung des menschlichen Leids infolge von Kriegen,
  • – Bemühungen um eine internationale Rechtsordnung, die der Entstehung von Kriegen vorbeugt,
  • – pazifistischer Kampf gegen Militarismus, Nationalismus und Kriegsrüstung,
  • – Engagement für die Beendigung international gefährlicher kriegerischer Konflikte,
  • – Förderung der Menschenrechte,
  • – Sicherung des Friedens im Rahmen internationaler Organisationen.
  • – Als neue Kriterien zeichnen sich die Förderung des sozialen Friedens in verarmten Gesellschaften ab (Mohammed Junus, 2006) sowie globales umweltpolitisches Engagement (Al Gore und der Weltklimarat, 2007).

Die Entscheidungen des Nobelkomitees trafen in der Weltöffentlichkeit häufig auf ebenso starke Zustimmung wie auf heftige Ablehnung. Stark umstritten war schon die Auszeichnung des amerikanischen Präsidenten Theodore Roosevelt 1906 für seinen Beitrag zur Beendigung des Russisch-Japanischen Krieges 1905, denn ansonsten hatte er sich kaum als friedfertig erwiesen, wenn es um die Durchsetzung amerikanischer Interessen ging. Für die Beilegung von kriegerischen Konflikten wurden des Öfteren Persönlichkeiten ausgezeichnet, die auch an deren Entstehung oder Austragung nicht unbeteiligt waren. Zu ihnen gehörten im Zusammenhang mit dem Vietnamkrieg 1973 Le Duc Tho (der den Preis nicht annahm) und Henry Kissinger (der ihn 1975 zurückgab) sowie 1994 im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt Jasir Arafat, Shimon Peres und Itzhak Rabin.

Besonders heikel ist die Vergabe des Friedensnobelpreises an politische Dissidenten in autoritären Regimen. Dem in einem Konzentrationslager inhaftierten Deutschen Carl von Ossietzky wurde aufgrund starken Drucks seitens der deutschen auf die norwegische Regierung erst ein Jahr später der für 1935 zugedachte Preis zugesprochen. Daraufhin wurde Ossietzky die Reise nach Oslo zur Entgegennahme des Preises untersagt, und Hitler verbot allen Staatsbürgern des Deutschen Reiches „für alle Zukunft” die Annahme eines Nobelpreises. Auch die sowjetische Führung betrachtete die Auszeichnung des Regimekritikers Andrej Sacharow als politische Provokation (1975), ließ jedoch seine Frau Jelena Bonner den Preis in Oslo entgegennehmen. (Ähnliche Konflikte hatte es schon 1958 und 1970 um die Verleihung des Literaturnobelpreises an Boris Pasternak bzw. Aleksandr Solschenizyn gegeben.) 1991 wurde die Anführerin der Demokratiebewegung in Myanmar, Aung San Suu Kyi, deren Partei ein Jahr zuvor die vom Regime nicht anerkannten Parlamentswahlen gewonnen hatte, mit dem Friedensnobelpreis geehrt. Auf dessen persönliche Entgegennahme verzichtete sie jedoch, um nicht ausgebürgert zu werden.

8

Nobelpreisträger

8.1

Mehrfache Preisträger

Auch die mehrfache Auszeichnung derselben Person ist möglich: Zweimal ausgezeichnet wurden bisher eine Wissenschaftlerin und drei ihrer männlichen Kollegen: Die französische Forscherin Marie Curie erhielt, als erste mit dem Nobelpreis geehrte Frau überhaupt, 1903 den Preis für Physik (zusammen mit ihrem Mann Pierre) und 1911 den für Chemie. Der US-Amerikaner Linus Pauling ist Preisträger von 1954 (Chemie) und 1962 (Friedensnobelpreis für sein Engagement gegen Atomwaffentests), sein Landsmann John Bardeen erhielt 1956 und 1972 den Preis für Physik; 1958 und 1980 nahm der der britische Biochemiker Frederick Sanger den Chemiepreis entgegen.

Häufiger wurden internationale Organisationen mit dem Friedensnobelpreis mehrmals ausgezeichnet: das Internationale Komitee vom Roten Kreuz 1917, 1944 und 1963; dessen Gründer, der Schweizer Henri Dunant, empfing 1901 als Erster den Preis (zusammen mit dem französischen Pazifisten Frédéric Passy). Das UN-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) erhielt 1954 und 1981 den Friedensnobelpreis. Seine Vorgängerorganisation im Völkerbund, das Internationale Nansenamt für Flüchtlinge, wurde 1938 mit diesem Preis ausgezeichnet, sein Leiter Fridtjof Nansen 1922.

8.2

Nobelpreisträger aus Deutschland

Der Stifter Alfred Nobel verfügte testamentarisch, dass beim Auswahlverfahren für den Preis die nationale Zugehörigkeit eines Nominierten keine Rolle spielen darf, sondern allein dessen Beitrag zum Wohlergehen der Menschheit zählt. Gleichwohl werden nach jeder Preisverleihungsrunde im Oktober eines jeden Jahres Listen aufgestellt, aus denen sich eine Rangfolge der Nationen nach Anzahl der von ihnen hervorgebrachten Nobelpreisträger ergibt.

Bei der Auflistung der deutschen Preisträger wurde nicht nur die (in manchen Fällen wechselnde) Staatsangehörigkeit oder der Geburtsort berücksichtigt, sondern eher der biografische Schwerpunkt.

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