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Josef von Sternberg

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Marlene Dietrich: Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestelltMarlene Dietrich: Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt

Josef von Sternberg, eigentlich Jonas Sternberg, (1894-1969), amerikanischer Filmregisseur österreichischer Herkunft. Mit seinen in stilisierter Schwarzweißphotographie gestalteten Melodramen machte er Marlene Dietrich in den dreißiger Jahren zum Weltstar und avancierte selbst zu einem der profiliertesten Regisseure des amerikanischen Films.

Von Sternberg wurde am 29. Mai 1894 in Wien geboren und stammte aus einer jüdischen Familie, die 1908 in die USA emigrierte. Er besuchte die Schule in New York, kehrte jedoch nach Europa zurück, um seine schulische Ausbildung zu beenden, ehe er ab seinem 17. Lebensjahr endgültig in den USA lebte. Während des 1. Weltkrieges arbeitete er als Armeephotograph, 1917 drehte er als Mitglied des Army Signal Corps Ausbildungsfilme für das Militär. 1919 begann seine Tätigkeit als Regieassistent für verschiedene Filmemacher, nachdem er zunächst als Cutter und Drehbuchautor angefangen hatte. 1924 ließ sich von Sternberg in Hollywood nieder. Bereits sein erster Film in eigener Regie, The Salvation Hunters (1925; Die Heilsjäger), wurde ein Publikumserfolg, ebenso wie die meisten seiner weiteren Stummfilme, wie Underworld (1927; Unterwelt), der erste Gangsterfilm des Hollywoodkinos, das effektvoll inszenierte Liebesdrama The Docks of New York (1928; Die Docks von New York) und The Last Command (1928; Sein letzter Befehl), ein Melodram um einen zaristischen General (Emil Jannings), der nach der Oktoberrevolution einen Abstieg erlebt und sich in Hollywood wiederfindet. Mit Thunderbolt (1929; Blitzstrahl), einem visuell eindrucksvollen melodramatischen Gangsterfilm, drehte er seinen ersten Tonfilm.

Der internationale Durchbruch gelang ihm schließlich mit der Heinrich-Mann-Adaption Der Blaue Engel (1930, nach dem Roman Professor Unrat), der in den Babelsberger UFA-Studios entstand. Sternberg wurde mit diesem Film zum Entdecker von Marlene Dietrich, die hier als Nachtklubsängerin Lola Lola erstmals den Typus des Vamps verkörperte und in der Folgezeit zum Sexsymbol der dreißiger Jahre avancierte. Nachdem sie von Sternberg nach Hollywood gefolgt war, drehte er mit ihr für die Paramount sechs weitere Filme: Morocco (1930; Marokko/Herzen in Flammen), Dishonored (1931; Entehrt), Blonde Venus (1932; Die blonde Venus), Shanghai Express (1932; Shanghai-Expreß), The Scarlett Empress (1934; Die scharlachrote Kaiserin) und The Devil Is a Woman (1935; Der Teufel ist eine Frau). Von Sternbergs Filmstil dieser Phase seiner Laufbahn ist charakterisiert durch die Schlichtheit des Handlungsgerüsts, plakativ-zeichenhaft gewählte Schauplätze und Interieurs sowie eine ausgefeilte Schwarzweißphotographie mit bewusst eingesetzten Licht-Schatten-Effekten (häufig mit Weichzeichnern), die seiner Hauptdarstellerin eine geheimnisvolle Aura und eine große Leinwandpräsenz verleihen.

Daneben entstanden weitere Meisterwerke wie An American Tragedy (1931; Eine amerikanische Tragödie) nach dem Roman von Theodore Dreiser. 1935 löste die Paramount den Vertrag mit Sternberg auf, und er hatte in der Folge Schwierigkeiten, bei anderen Studios Engagements zu finden. Nach einem künstlerisch ambitionierten, jedoch nicht fertig gestellten Filmprojekt in England, kehrte er 1938 nach Hollywood zurück. Bei King Vidors melodramatischem Western Duel in the Sun (1946; Duell in der Sonne) war er als Berater tätig und drehte auch während einer kurzen Krankheit des Regisseurs einige Szenen. Nach dem 2. Weltkrieg entstanden noch drei Filme, Jet Pilot (1950; Düsenjäger), Macao (1952; Macao) und The Saga of Anatahan (1953; Die Sage von Anatahan), ehe er sich ins Privatleben zurückzog. 1965 veröffentlichte er seine Autobiographie unter dem Titel Fun in a Chinese Laundry (1967; Ich, Josef von Sternberg). Er starb am 22. Dezember 1969 in Hollywood (Kalifornien).

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