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Abwertung

Enzyklopädieartikel
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5

Die Abwertung der US-Währung

Bis Mitte der sechziger Jahre funktionierte dieses System gut. Doch dann entstanden in den Vereinigten Staaten große Defizite in der Zahlungsbilanz. Das Dollarangebot überstieg den Bedarf, und von einigen Seiten drängte man auf eine Abwertung des US-Dollars. Da er jedoch der Kernpunkt des internationalen Währungssystems war, zögerten die USA und andere Staaten mit der Abwertung.

Schließlich führte das anhaltende Zahlungsbilanzdefizit der USA zu einem Vertrauensverlust in den US-Dollar. Am 15. August 1971 hob der damalige amerikanische Präsident Richard M. Nixon die Konvertierbarkeit des Dollars in Gold vorübergehend auf. Im Dezember desselben Jahres trafen sich die Vertreter der zehn größten Weltwährungen in Washington D.C., um das bei der Bretton-Woods-Konferenz vereinbarte System zu überarbeiten. Das Ergebnis war das Smithsonian-Abkommen (1971), durch das eine Bandbreite von 2,25 Prozent nach oben und unten festgesetzt wurde, innerhalb derer Währungen frei angepasst werden konnten. Im Anschluss an dieses Abkommen werteten die Vereinigten Staaten den US-Dollar um acht Prozent ab, und auch der Wert des britischen Pfund Sterling wurde nochmals angepasst.

Tatsächlich verschlechterte sich die amerikanische Handelsbilanz noch von -2,3 Milliarden US-Dollar im Jahr 1971 auf -6,4 Milliarden US-Dollar im Jahre 1972. Zur gleichen Zeit betrieb die Regierung eine übermäßig expansive Geldpolitik, so dass das Angebot an US-Währung übermäßig stieg. Durch diese Kräfte geriet der Wert des Dollars erneut unter Druck, und im Februar 1973 musste der US-Dollar um weitere zehn Prozent abgewertet werden. Im Jahr 1973 begannen die USA damit, sich aktiv für ein System flexibler Wechselkurse einzusetzen, innerhalb dessen sich der Wert einer Währung aus dem Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage ergibt. Das Bretton-Woods-System ging damit zu Ende.

Der nächste Versuch, ein System fester Wechselkurse einzurichten, war der europäische Wechselkursmechanismus zwischen Mitgliedern der Europäischen Gemeinschaft (jetzt Europäische Union). Er brach unter dem Ansturm von Geldmarktspekulanten im September 1992 zusammen. Italien und Großbritannien nahmen durch das Verlassen des Systems Abwertungen ihrer Währungen hin. Weltweite gemeinsame Anstrengungen der Zentralbanken hatten den Wert der Währungen nicht anheben können. Im Jahr 1993 war der Französische Franc aufgrund von Spekulationen großen Kursschwankungen ausgesetzt. Daraufhin entschied die Europäische Union Kursschwankungen zwischen 15 Prozent nach oben und unten zuzulassen, was die Aussetzung von relativ festen Wechselkursen bedeutete.

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