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Artikelgliederung
Einleitung; Automobilproduktion; Probleme mit den Arbeitern; Kriegsproduktion; Andere Tätigkeitsbereiche
Henry Ford (1863-1947), amerikanischer Industrieller, der vor allem wegen seiner Pionierleistungen in der Automobilindustrie bekannt ist. Ford wurde am 30. Juli 1863 auf einer Farm in der Nähe von Dearborn in Michigan geboren. In Detroit begann er mit 16 Jahren eine Lehre als Maschinist. Von 1888 bis 1899 war er Maschinentechniker und später dann Cheftechniker der Edison Illuminating Company. Nachdem er schon einige Jahre in seiner Freizeit experimentiert hatte, beendete er 1893 den Bau seines ersten Autos. Im Jahr 1903 gründete er die Ford Motor Company.
Im Jahr 1913 fing Ford damit an, standardisierte, austauschbare Teile und Fließbandtechniken in seinem Werk einzusetzen. Obwohl Ford die Fließbandarbeit nicht erfunden hat (siehe Taylorisierung), führte er sie planmäßig in seinen Werken ein und trug dadurch nicht nur zur Produktionssteigerung, sondern auch zur Ausdehnung der gesamten amerikanischen Industrie bei (siehe Fabriksystem). Zu Beginn des Jahres 1914 hatte diese Neuerung zwar die Produktivität enorm gesteigert, doch sie hatte auch eine Fluktuation der Arbeiterschaft zur Folge, die monatlich zwischen 40 und 60 Prozent lag. Das war größtenteils auf die unbefriedigende Monotonie der Fließbandarbeit sowie die mehrfache Anhebung der Produktionsmengen zurückzuführen, die den Arbeitern zugewiesen war. Ford reagierte darauf, indem er den damals üblichen täglichen Standardindustrielohn verdoppelte. Er hob ihn von rund zweieinhalb auf fünf US-Dollar an. Durch diese Maßnahme ging die Fluktuation der Belegschaft zurück, wodurch die Betriebskosten gesenkt werden konnten. Diese Faktoren und der ernorme Produktionsanstieg durch die neuen technologischen Methoden ließen den Firmengewinn von 30 Millionen US-Dollar im Jahr 1914 auf 60 Millionen US-Dollar im Jahr 1916 steigen. 1908 begann das Ford-Unternehmen mit der Produktion des gefeierten Modell T. Bis zum Jahr 1927, als die Fertigung des Modell T zugunsten eines moderneren Fahrzeugmodells eingestellt wurde, hatte das Unternehmen rund 15 Millionen dieser Autos produziert und verkauft. Doch dann verlor Ford innerhalb weniger Jahre seine Vormachtstellung als größter Hersteller und Verkäufer von Automobilen der Nation an seine Konkurrenten. Das war in erster Linie darauf zurückzuführen, dass er es nicht schnell genug schaffte, jährlich ein neues Modell einzuführen. Dies war jedoch in der Zwischenzeit zum Industriestandard geworden. Im Verlauf der dreißiger Jahre ging auch Ford zu jährlichen Neuentwicklungen über. Seinem Unternehmen gelang es jedoch nicht mehr, die Führungsposition zurückzugewinnen.
In dem Zeitraum von 1937 bis 1941 wurde Ford der einzige große Automobilhersteller in Detroit, dessen Belegschaft keine gewerkschaftliche Vertretung hatte und dadurch nicht an Tarifverhandlungen teilnahm. Es kam zu einer Anhörung vor dem National Labor Relations Board, dem amerikanischen Bundesamt, das Streitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern regelt. Ford wurde für schuldig befunden, wiederholt die Bestimmungen des National Labor Relations Act verletzt zu haben. Dieses Urteil wurde auch in einem Berufungsverfahren vor dem Bundesgericht aufrechterhalten. Nach einem erfolgreichen Streik der Arbeiter in seinem Hauptwerk in River Rouge im Bundesstaat Michigan im April 1941 war Ford gezwungen, über neue Arbeitsverträge zu verhandeln, die den gesetzlichen Bedingungen entsprachen.
Zu Beginn des Jahres 1941 erhielt Ford Regierungsaufträge. Zunächst musste er Teile für Bomber herstellen, später dann das ganze Flugzeug. Daraufhin baute er ein großes Werk in Willow Run im Bundesstaat Michigan. Die Produktion wurde dort im Mai 1942 aufgenommen. Trotz gewisser technischer Schwierigkeiten produzierte dieses Werk bis zum Kriegsende über 8 000 Flugzeuge.
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