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Franken

Enzyklopädieartikel

Franken, historische Landschaft und ehemaliges Herzogtum, das sich zu beiden Seiten des Mains vom Rhein im Westen bis zum Fichtelgebirge im Osten erstreckte. Darüber hinaus gehörten zu Franken die Städte Mainz, Speyer und Worms mit ihrem Umland am Westufer des Rheins.

Zu Beginn des 8. Jahrhunderts wurde das Gebiet als Königsland in das Frankenreich eingegliedert, kolonisiert und als Ostfranken (Francia orientalis) bezeichnet. Durch den karolingischen Reichsteilungsvertrag von Verdun (843) wurde Franken zum Zentrum des neu entstehenden ostfränkischen Reiches, zu dem außer Franken noch die Stammesherzogtümer Sachsen, Schwaben und später auch Lotharingien (Lothringen) gehörten. Nach dem Erlöschen der ostfränkischen Karolinger 911 wurde der fränkische Herzog Konrad zum König gewählt. Nach dessen Tod 918 wurde das Herzogtum Franken Reichsland, d. h. direkt der Krone unterstellt und von den nachfolgenden Königen und Kaisern, vor allem von den Staufern im Hochmittelalter, in ihre jeweilige Hausmacht- und Reichspolitik einbezogen.

Besonders seit dem Ende der staufischen Herrschaft im Reich bildeten der Adel, die Ministerialen (Reichsbeamte) und die Geistlichkeit in Franken ihre eigenen Territorien aus (u. a. die Bistümer Eichstätt, Bamberg und Würzburg, zahlreiche Grafschaften und die Territorien der fränkischen Reichsritterschaft), und auch die Reichsstädte Nürnberg, Rothenburg ob der Tauber, Windsheim, Weißenburg und Schweinfurt sowie zahlreiche Reichsdörfer beteiligten sich an der Territorienbildung. Territorialherren und Städte widersetzten sich jeder übergeordneten Landesherrschaft. Trotz des Zerfalls in verschiedenartige kleinere Einheiten blieb Franken ein zusammengehöriges Gebiet: Seit Mitte des 14. Jahrhunderts bestand in Franken ein Landfriedensbund (zum Schutz gegen den Missbrauch der Fehde und anderer Straftaten), und 1512 wurde unter Kaiser Maximilian I. der fränkische Reichskreis gebildet (u. a. zur Wahrung des Landfriedens und zur Aufbringung der Steuern). Durch den Reichsdeputationshauptschluss von 1803 und mit der Auflösung des Heiligen Römischen Reiches 1806 verschwand die Bezeichnung Franken als politischer Begriff. Durch die territoriale Neuordnung des Reiches durch Napoleon und den Wiener Kongress kam der größte Teil Frankens an das Königreich Bayern. 1837 führte König Ludwig I. von Bayern die alte Bezeichnung „Franken” wieder ein, als er den nördlichen Teil seines Königreiches in die Regierungsbezirke Ober-, Mittel- und Unterfranken einteilte. Das Gebiet des ehemaligen Herzogtums Franken gehört heute zu den Bundesländern Baden-Württemberg, Hessen und Bayern.

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