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Iran

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Iran (Flagge und Hymne)Iran (Flagge und Hymne)
Artikelgliederung
7.1

Türken und Mongolen

Mitte des 11. Jahrhunderts eroberten die Seldschuken unter Togril Beg das Gebiet und erweiterten ihren Einflussbereich bis nach Syrien und Palästina. Es folgten die Mongolen unter Dschingis Khan und Timur-i Läng, nach dessen Tod das Reich aufgeteilt wurde. Nach der Verdrängung der Turkmenen etablierte sich die Safawiden-Dynastie (1502-1736), es entstand ein einheitlicher Staat, der schiitische Islam wurde Staatsreligion (siehe Schiiten). Die Herrschaft Ismails I. war geprägt durch den beginnenden Konflikt mit den Osmanen, der mehr als ein Jahrhundert dauern sollte. Der Krieg führte zur Einnahme von Bagdad 1623 durch Schah Abbas I., dem größten Herrscher des Safawidenreiches. Die Folgezeit war von relativer politischer Stabilität geprägt, bis die Herrschaft der Safawiden 1722 durch eine afghanische Armee unter Mir Mahmud beendet wurde.

7.2

Europäische Intervention

Zwei Jahre später zogen Russland und die Osmanen ihren Nutzen aus den instabilen Verhältnissen in Persien. Die beiden Reiche schlossen eine Vereinbarung über die Teilung des Landes. In den Provinzen, die nicht von einer dieser beiden Mächte in Besitz genommen worden waren, wurde eine persische Nationalarmee gebildet, die die Afghanen 1729 aus dem Land vertrieb. Der Heerführer bestieg 1736 den Thron und nannte sich Nadir Schah. Er fiel mit seinen Streitkräften in Afghanistan und Indien ein und besetzte 1739 Delhi. Nadir gelang es, Persien von allen ausländischen Mächten zu befreien, indem er die Türken wieder aus dem Land verdrängte. Auf seinen Tod 1747 folgte eine Periode relativen Friedens und während der Herrschaft der Zand sogar eine Blütezeit, die 1794 endete, als Agha Muhammad Khan sich selbst zum Schah ernannte und die Dynastie der Kadscharen gründete (1794-1925).

Im 19. und frühen 20. Jahrhundert rangen Großbritannien und Russland zur Erweiterung ihres Einflussbereichs im Mittleren Osten um die Vorherrschaft in Persien. Die Briten führten 1856 und 1857 erfolgreich Krieg gegen die Perser und zwangen sie, Afghanistan zu verlassen und dessen Unabhängigkeit anzuerkennen. Um 1880 gewann Russland allmählich im nördlichen Iran an Einfluss, und die Briten erlangten die Kontrolle über die Region am Persischen Golf.

7.3

Errichtung einer konstitutionellen Monarchie

Die Zunahme ausländischer Einflussnahme im Iran, Korruption und die Schwäche der Herrscher im Land führten im 20. Jahrhundert zur Entwicklung einer nationalistischen Bewegung, die die Errichtung einer konstitutionellen Monarchie forderte. 1906 wurde der regierende Schah Mazaffar ad-Din durch ein Volksbegehren gezwungen, eine Nationalversammlung einzuberufen und eine Verfassung zu erlassen. Sein Sohn und Nachfolger, Muhammad Ali, versuchte, die Verfassungsbewegung mit Gewalt zu zerschlagen, wurde aber besiegt und musste abdanken. Sein zwölf Jahre alter Sohn wurde als Ahmad Schah auf den Thron gesetzt, und ein Vertreter übernahm die Regierungsgeschäfte.

7.4

Aufstieg der Pahlewi-Dynastie

Während des 1. Weltkrieges (1914-1918) blieb der Iran neutral. Sein Territorium wurde aber von russischen, britischen und türkischen Truppen besetzt, die sich Gefechte um die Ölfelder lieferten. 1919 besetzte Großbritannien fast das gesamte Land und drängte die iranische Regierung zur Unterzeichnung einer Vereinbarung, in der den Briten die Kontrolle über die iranischen Angelegenheiten eingeräumt wurde. Diese Vereinbarung wurde jedoch nicht ratifiziert. Zwei Jahre danach begannen die Briten mit dem Abzug ihrer Truppen aus dem Iran. Die bolschewistische Regierung Russlands verzichtete auf alle Ansprüche ihres Landes aus der Zarenzeit und zog ebenfalls ihre Truppen aus dem Iran ab. Nach einem Staatsstreich im Februar 1921 errichtete Schah Resa Pahlewi, Führer einer iranischen Kosakendivision, eine neue unabhängige Regierung, in der er das Amt des Kriegsministers übernahm. 1923 wurde er Premierminister, und zwei Jahre später wählte ihn das Parlament zum Schah. Damit löste er Ahmad Schah, den letzten Herrscher der Kadscharen-Dynastie, ab. Während seiner Herrschaft wurden die Gesetzgebung und das Finanzwesen modernisiert, das Transport- und Verkehrswesen weiterentwickelt. So trieb Schah Resa Pahlewi u. a. den Bau der transiranischen Eisenbahn voran. Er hob den Verschleierungszwang für Frauen auf und führte Kleidung in europäischem Stil für Männer ein. Des Weiteren schaffte er die traditionellen Feudaltitel ab und initiierte ein weit reichendes Programm zur Modernisierung der Wirtschaft. 1937 schloss der Iran Nichtangriffspakte mit dem Irak, der Türkei und Afghanistan.

7.5

2. Weltkrieg (1939-1945)

Zu Beginn des 2. Weltkrieges versuchten Deutschland, die Türkei, Großbritannien und die UdSSR erfolglos, eine Allianz mit dem Iran zu schließen. 1941 besetzten jedoch Großbritannien und die UdSSR Gebiete des Landes, um eine mögliche Besetzung der Ölfelder durch deutsche Truppen zu verhindern. Die Alliierten übernahmen die Kontrolle über alle iranischen Kommunikationseinrichtungen, und Schah Resa Pahlewi, der die Einflussnahme Deutschlands gefördert hatte, musste abdanken.

Nachfolger wurde sein Sohn Mohammed Resa Pahlewi, der sich mit den Alliierten verbündete. Im Januar 1942 unterzeichneten der Iran, Großbritannien und die UdSSR einen Vertrag, der die iranische Territorialintegrität garantierte. Die Alliierten sagten der iranischen Regierung auch Hilfe in wirtschaftlicher, politischer und militärischer Hinsicht zu.

Bis 1943 hatten die UdSSR und Großbritannien, mit Unterstützung durch die Streitkräfte der Vereinigten Staaten, enorme Verbesserungen in der Infrastruktur des Iran erzielt und dadurch ermöglicht, das Land für den militärischen Nachschub in die Kriegsgebiete der Sowjetunion zu nutzen. Im November 1943 fand die Konferenz von Teheran statt, an der der amerikanische Präsident Franklin D. Roosevelt, der englische Premierminister Winston Churchill und der sowjetische Staatschef Jossif Stalin teilnahmen. Ein Ergebnis dieser Konferenz war die Zusicherung der Souveränität und der territorialen Integrität des Iran von Seiten der Alliierten.

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges forderte der Iran die Besatzungsmächte auf, ihre Truppen zurückzuziehen. Nach langen Verhandlungen stimmten Großbritannien, die Vereinigten Staaten und die UdSSR im März 1946 dem Rückzug zu.

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