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Claudius

Enzyklopädieartikel

Claudius, eigentlich Tiberius Claudius Nero Germanicus, (10 v. Chr.-54 n. Chr.), römischer Kaiser (41-54).

Claudius wurde in Lugdunum (dem heutigen Lyon) geboren. Sein Vater, Nero Claudius Drusus, war ein jüngerer Bruder des Kaisers Tiberius. Bis er im Alter von 47 Jahren von seinem Neffen Caligula zum Konsul ernannt wurde, hatte Claudius kein bedeutendes öffentliches Amt inne. Als Caligula 41 ermordet wurde, riefen die Prätorianer, die kaiserliche Leibgarde, Claudius zum Kaiser aus. Seine ersten Maßnahmen als Kaiser verhießen eine milde und gerechte Herrschaft. Claudius erwies sich als fähiger Verwalter – sowohl in politischer als auch in militärischer Hinsicht. Mauretanien wurde römische Provinz, die Eroberung Großbritanniens begann, und die römischen Truppen kämpften erfolgreich gegen die Germanen. Judäa und Thrakien wurden unter Claudius’ Herrschaft ebenfalls römische Provinzen.

Im Jahre 48 ließ Claudius seine dritte Frau Messalina hinrichten, die gegen ihn intrigiert hatte. Trotz großen Widerspruchs heiratete Claudius im folgenden Jahr seine Nichte Agrippina die Jüngere, unter deren Einfluss er seinen Sohn aus der Ehe mit Messalina, Britannicus, bei der Nachfolgeregelung überging und stattdessen Agrippinas Sohn aus einer früheren Ehe, den späteren Kaiser Nero, adoptierte. Wenig später wurde Claudius auf Initiative seiner Frau vergiftet. Zeitgenössische Geschichtsschreiber zeichneten von Claudius vor seiner Zeit als Kaiser das Bild eines verwahrlosten, kränklichen und lächerlichen Mannes; als Kaiser charakterisierte man ihn als ignorant und böswillig. Die moderne Geschichtswissenschaft revidierte dieses Bild gründlich und schätzt Claudius als umsichtigen und fähigen Herrscher ein.

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