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BelgienEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
In der Küstenregion ist das Klima ozeanisch mit relativ kühlen Sommern und milden Wintern. Weiter im Landesinneren, und damit von den mäßigenden maritimen Einflüssen entfernt, herrschen größere Temperaturschwankungen vor. In den Ardennen sind die Winter vergleichsweise kalt. Hohe Niederschlagsmengen verzeichnen fast ausschließlich die höher gelegenen Landesteile. Die niederschlagsreichsten Monate sind der April und der November. Die mittlere Jahrestemperatur in Brüssel liegt bei 10 °C, im Januar beträgt die mittlere Temperatur 2,2 °C, im Juli 17,8 °C. Der durchschnittliche Jahresniederschlag liegt in tieferen Lagen bei 699 Millimetern; in den Ardennen werden bis zu 1 500 Millimeter erreicht.
Auf sandigen Böden gedeihen Dünengräser, Heiden oder Kiefernwälder, diese wurden zumeist im Rahmen von Wiederaufforstungsmaßnahmen gepflanzt. Auf lehmigem Untergrund dominieren Eichen, Buchen und Ulmen. Im Hohen Venn, einem Bergland im Osten des Landes, gibt es aufgrund undurchlässiger Tonböden Hochmoore. Viele Tierarten sind für die mitteleuropäische Fauna typisch. Zu den Raubtieren gehören Rotfuchs, Dachs, Fischotter und andere Marderarten, in den Ardennen leben noch Wildkatzen. Paarhufer sind Rehe, Rot- und Damhirsche. Etwa 600 Quadratkilometer des Landes stehen unter Naturschutz.
Belgien hat etwa 10,4 Millionen Einwohner (2008). Die Bevölkerungsdichte ist mit 344 Einwohnern pro Quadratkilometer eine der höchsten Europas. Am dichtesten besiedelt sind die Industriezentren Brüssel, Antwerpen, Lüttich und Gent sowie die Industrieregion zwischen Mons und Charleroi. Die mittlere Lebenserwartung liegt für Männer bei 75,9 und für Frauen bei 82,4 Jahren (2008). Das jährliche Wachstum der Bevölkerung beläuft sich auf rund 0,2 Prozent. Die Bevölkerung Belgiens setzt sich aus 56 Prozent Niederländisch sprechenden, überwiegend im Norden des Landes (Flandern) lebenden Flamen, 34 Prozent Französisch sprechenden, vor allem im südlichen Belgien (Wallonien) lebenden Wallonen, einer deutschsprachigen Minderheit von einem Prozent östlich von Lüttich und etwa 9 Prozent Zuwanderern zusammen. Zwischen Flamen, die sich kulturell an den Niederlanden orientieren, und Wallonen, die auf die französische Kultur ausgerichtet sind, kam es immer wieder zu sozialen und politischen Konflikten, die auch in der Gegenwart nicht ausgeräumt sind und die belgische Gesellschaft spalten.
Die Urbanisierungsrate ist sehr hoch; insgesamt leben fast 97 Prozent aller Belgier in Städten (2005). Zu den bedeutendsten Städten Belgiens gehören die Hauptstadt Brüssel mit etwa 1,14 Millionen Einwohnern (2000; einschließlich Vororten), Antwerpen (466 000), Gent (235 000), Charleroi (202 000) und Lüttich (189 000).
Seit 1963 gibt es in Belgien drei Amtssprachen: Niederländisch im Norden (Flandern), Französisch im Süden (Wallonien) und Deutsch entlang der östlichen Landesgrenze. In der Hauptstadt Brüssel ist sowohl Französisch als auch Niederländisch Amtssprache, die Mehrheit spricht jedoch Französisch. 1971 verschaffte eine Verfassungsänderung diesen drei Sprachgemeinschaften politische Anerkennung und garantierte ihnen kulturelle Autonomie. Eine dreistufige Reform, die in den späten achtziger Jahren begonnen hatte, sollte die finanzielle Autonomie der drei Sprachgemeinden verbessern.
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